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  Die Entenanalyse: Invasion der Jedermanns
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Am Dienstag ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 519 mit dem Titel »Die Bestie von Duckenburgh«. Nach dem anständigen Auftaktcomic gab es bereits mit der zweiten darin abgedruckten Geschichte einen ziemlichen Rückschlag. Unsere Meinung zu »Wie im falschen Film«, so der Name des Machwerks, könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Weiter geht es mit dem ersten Auftritt von Micky Maus in diesem Band.

Invasion der Jedermanns

Ziemlich genau zwei Jahre hatte diese Geschichte auf dem Buckel, ehe sie den Weg ins Deutsche fand. Der 33 Seiten lange Dreireiher wurde am 19. April des Jahres 2017 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht und hieß damals »Topolino e le bioplastiche dallo spazio profondo«, was man mit »Micky Maus und die Bioplastik aus dem Weltraum« übersetzen kann. Geschrieben wurde das Ganze von Fausto Vitaliano, die Zeichnungen wurden von Marco Mazzarello beigesteuert.

Worum geht es?

Minnie Maus verreist mit Klarabella. Am letzten Abend ist Micky noch einmal zu Gast. Sie schauen einen Fernsehbericht, laut dem eine unbekannte leuchtende neue Pilzart entdeckt wurde. Micky mosert ein wenig über Minnies neues Plastikgeschirr, diese kann ihn jedoch beruhigen, dass sie damit keinen schadhaften Müll produziert, denn es gibt jetzt ein Bakterienspray (»Bak-Spray«), das Kunststoffe in Dünger zersetzt. Schließlich reist Minnie ab. Micky bleibt allein zurück und stellt fest, dass sich Entenhausen plötzlich verändert.

Spoiler

Die Bäume in der Stadt werden durch falsche Pflanzen aus »Bioplastik« ersetzt, die angeblich »besseren« Sauerstoff produzieren können. Mickys Nachbarn ziehen aus, nachdem ihnen von der Agentur »Neue Welt« ein Angebot unterbreitet wurde, das sie nicht ausschlagen konnten. Statt ihnen zieht eine Familie namens Jedermann ein. Eine andere Nachbarfamilie zieht auch weg, und auch hier zieht eine Familie namens Jedermann ein. Der ratlose Micky besucht Goofy, der in seiner Gegenwart einen Anruf bekommt. Durch die Stimme am anderen Ende der Leitung wird er hypnotisiert und will sein Haus nun ebenfalls loswerden. Micky kann ihn aus seiner Trance wecken. Außerhalb seines Hauses kommen zahlreiche »Jedermanns« auf die beiden zu und verwandeln sich vor ihren Augen in Roboter. Micky und Goofy flüchten. Sie kommen in einem abgesperrten Bereich bei ein paar Wissenschaftlern unter, die ihnen erklären, dass sie sich gerade mitten in einer Invasion befinden. Vor langer Zeit waren Aliens auf der Erde, konnten hier jedoch noch nicht ansässig werden, da es zu viel Sauerstoff gab. Sie hinterließen Sensoren, um den Sauerstoffgehalt zu überwachen, und diese Sensoren - nämlich die Leuchtpilze - hatten nun aufgrund der Entwicklung des Sauerstoffgehalts angeschlagen. Die »Jedermanns« sind unzerstörbare Roboter, die dafür sorgen sollen, dass die Einwohner vertrieben werden und Platz für die Aliens geschaffen wird. Man stellt fest, dass die Roboter aus Plastik sind, und zum Glück fällt Micky das »Bak-Spray« ein. Gemeinsam mit Goofy besorgt er davon eine Wagenladung, und so gelingt es, die Roboter zu zerstören. Die Invasion ist damit abgewehrt, und Entenhausen wird rasch in seinen Urzustand versetzt.

Die Einschätzung

Puh ... also nach drei Geschichten muss man sagen, dass sich dieses Lustige Taschenbuch in eine gar nicht gute Richtung entwickelt, denn nach dem ordentlichen Auftaktcomic ist das hier leider ein erneuter Reinfall gewesen. Anfangs konnte man noch den Eindruck bekommen, dass es hier darum gehen würde, auf verschiedene umwelt- und klimatechnische Probleme auf unterhaltsame Weise hinzuweisen, etwa auf die Verunreinigung der Weltmeere, die fürchterliche Abbaugeschwindigkeit von Plastik, auf die Bedeutung von Bäumen für den Sauerstoffhaushalt der Welt und dergleichen. Je weiter man vorankommt, desto größerer Nonsens wird die Geschichte jedoch. Wie kommt es eigentlich, dass man bei gefühlt jeder Alien-Story aus dem Disney-Universum zu diesem Fazit kommt? Was hier an Absurdititäten aufgefahren wird - angefangen von den Signalpilzen über »besser atembaren Sauerstoff« bis hin zum Einsatz von Sprühdosen gegen die Plastikroboter -, hört sich danach an, als hätte man beim Schreiben der Geschichte zu lange am Bak-Spray geschnüffelt. Was für ein großer Quatsch. So dürfte es wenig wundern, dass am Ende vier unserer Mitarbeiter die Schulnote Fünf vergaben, einer entschied sich sogar für eine Sechs. Damit landeten wir hier erneut beim Durchschnittswert 5,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz