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  Die Entenanalyse: Immer dem Navi nach
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In den vergangenen Tagen haben wir ein Mitarbeiter-Quintett unserer Seite darauf angesetzt, das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 509 Comic für Comic durchzuschmökern. Dieses ist seit dem 17. Juli erhältlich und heißt »Extrem erfrischen!«. Zuletzt hatten wir eine Dinosaurier-Geschichte gelesen, die ihre Höhen und Tiefen hatte. Unsere Analyse von »Die Dinos kommen!« findet ihr an dieser Stelle. Nun sind wir schon fast am Ende angelangt, denn nur noch eine Geschichte war übrig.

Immer dem Navi nach

In den Ausgaben 14/2018 und 15/2018 des Micky Maus Magazins hatte es zwei Abenteuer zu lesen gegeben, die Donald Duck und seine Neffen auf einer Europa-Tour erlebten. Diese Reihe wurde nun mit »Immer dem Navi nach« im Lustigen Taschenbuch fortgesetzt. Es handelt sich um die einzige Story aus »Extrem erfrischen!«, die nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde, sondern die direkt für das Buch (und seine europäischen Kollegen) verfasst wurde. Der dreißig Seiten lange Dreireiher wurde von Carol und Pat McGreal geschrieben und von Flemming Anderson gezeichnet. Der Originaltitel lautete »How to Ruin a Roadtrip«, zu Deutsch also »Wie man eine Reise ruiniert«.

Worum geht es?

Donald und seine Neffen fahren durch Berlin und von dort aus in die Alpen. Dort wollen sie in einem kleinen Hotel einkehren, treffen aber auf ihren Nachbarn Zorngiebel. Dieser bekommt sich natürlich sofort mit Donald in die Wolle. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob das Nutzen von Landkarten oder eines Navigationssystems die bessere Variante ist, um in Europa so schnell wie möglich zum Ziel zu kommen. Sie verabreden daraufhin ein Wettrennen zu fünf Zielen, und derjenige, der dreimal geschlagen wird, muss den Rasen des anderen ein Jahr lang in Stand halten.

Spoiler

Zunächst geht es nach Venedig. Mit Hilfe von »Sam«, dem Navigationssystem der Ducks, trifft man rasch in der Lagunenstadt ein. Während sich Zorngiebel mit seinen Karten verheddert, kommen die Ducks als erste am Markusplatz an und gehen mit 1:0 in Führung. Tick, Trick und Track filmen das Ganze und übertragen es ins Internet, wodurch insbesondere Donald, der selbst in Momenten der Freude so ausschaut, als bekäme er gerade einen Wutanfall, zum viralen Hit wird. Auf dem Weg von Venedig nach Amsterdam kauft Donald einen Ventilator, mit dem er Zorngiebels Karten beim Überholen in alle Himmelsrichtungen bläst. Ehe der Mann wieder alle Karten gefunden hat, sind die Ducks auf und davon und gehen mit 2:0 in Führung. Bevor es nach Prag weitergeht, sabotiert Zorngiebel das Navigationsgerät der Ducks, woraufhin dieses fortan nicht mehr die bestmögliche, sondern immer genau die gegenteilige Richtung aufzeigt. Dadurch ist Zorngiebel schneller in Prag und anschließend auch in Paris, so dass er das 2:2 schafft. Das Nordkap ist das letzte Ziel, und da Zorngiebel einen Hubschrauberpiloten bezahlt, ihn und sein Auto per Luft dorthin zu transportieren, verlieren die Ducks mit 2:3. Da sie im Internet inzwischen jedoch wahnsinnig beliebt geworden sind, übernehmen ihre Fans die Arbeit in Zorngiebels Garten. Dadurch ist der Nachbar unzufrieden, während es sich Donald auf seiner Hängematte gemütlich machen kann.

Die Einschätzung

Auch diese Geschichte hatte ihre Höhen und Tiefen ... leider mit recht deutlichen Tendenz zu den Letztgenannten. Kritisch war dabei vor allem Donalds Rolle, denn immerhin ist es nicht Zorngiebel, der die erste unfaire Attacke ins Rennen schickt, sondern Donald, als er dafür sorgt, dass Zorngiebels Karten weggeweht werden. Wenn man schon will, dass die Rollenverteilung in diesem Fall klar »Donald ist gut, Zorngiebel ist schlecht« sein soll, dann hätte man das nicht auf diese Weise angehen sollen. Dieser bittere Beigeschmack geht auch nicht flöten, als Zorngiebel immer schlimmere Mittel ins Feld schickt. Dass die Online-Zuschauer dermaßen parteiisch reagieren, ist unter diesem Gesichtspunkt absolut nicht zu verstehen. Wie ihre Hysterie allgemein ... denn ist es nun wirklich so eine unfassbar mitreißende Angelegenheit, dass sich zwei Nachbarn ein Wettrennen leisten, in dem es um ein Jahr Gartenarbeit geht? Und ist »Der eine nutzt ein Navi, der andere nutzt Karten« wirklich eine so spektakuläre Stipulation, dass alle wissen wollen, was dabei herauskommt? Und ob man auf Seiten des Navinutzers oder des Kartennutzers steht, dürfte auch - je nach Leser - viel weniger eindeutig sein, als sich die Erschaffer der Geschichte das gedacht haben. Was man ihnen indessen lassen muss, ist die Idee der Geschichte selbst, denn die Fehde von Zorngiebel und Donald wird durch sie ein Stück abwechslungsreicher als üblich. Und die Story bietet auch den Heilewelt-Ausklang, den man sich für ein Lustiges Taschenbuch wünscht. Trotzdem: Viel rausreißen kann das nicht. Schlussendlich gab eine unserer Mitarbeiterinnen »Immer dem Navi nach« die Schulnote Drei, zweimal wurde die Vier vergeben, und jeweils einmal die Noten Fünf und Sechs. Das ergab summa summarum den leider ziemlich enttäuschenden Durchschnittswert 4,4.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz