Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.327 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Hans-Jürgen Pilz«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Im Landknasthof
Werbung:
In den vergangenen Tagen haben wir die Comics des 506. Lustigen Taschenbuchs gelesen, das »Tatort Entenhausen« heißt und seit dem 24. April zu bekommen ist. Die zuletzt von uns thematisierte Story, die »Gustav Gans' Grandhotel« hieß, fanden wir eher durchschnittlich, wir wir euch an dieser Stelle berichtet haben. Da wir den Einseiter »König des Chaos: Spieglein, Spieglein ...« aufgrund seiner Kürze überspringen, blieb nur noch eine Geschichte übrig, und diese haben wir nun auch gelesen.

Im Landknasthof

Bei »Im Landknasthof« handelt es sich um eine rund drei Jahre alte Geschichte, die erstmals am 12. Mai 2015 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht worden war und damals »I Bassotti dalla rapina alla rapa« hieß. Dieser Titel bedeutet zu Deutsch in etwa »Die Panzerknacker vom Raub zur Rübe«, was natürlich nur aufgrund des ähnlichen Klangs von »rapa« und »rapina« im Italienischen richtig Sinn macht. Der deutsche Titel ist allerdings durchaus kreativ gewählt und deutlich passender als »Auf Bares folgt Rares«, der Titel des besten Comics im 506. Lustigen Taschenbuch. Die Idee zu der 34 Seiten langen Oma-Duck-Story stammt von Gaja Arrighini, für die Zeichnungen war Ettore Gula verantwortlich.

Worum geht es?

Am Ende ihres Urlaubs (Urlaub wovon?) fahren die Panzerknacker durch Quackhausen und entschließen sich spontan, das örtliche Postamt zu überfallen. Dort ist gerade Dorette Duck zu Besuch, und sie erkennt, dass die von den Gangstern verwendete Pistole nur ein Spielzeug ist. Dadurch können die Panzerknacker überrumpelt und verhaftet werden. Beim anschließenden Prozess sorgt Oma Duck dafür, dass die Gangster nicht in einer Gefängniszelle landen, sondern - gesichert mit Fußfesseln - auf ihrem Bauernhof leben und arbeiten müssen.

Spoiler

Anfangs sind die Panzerknacker alles andere als begeistert davon, dass sie auf dem Bauernhof arbeiten müssen, denn nicht in einer Zelle zu sitzen widerspricht ihrer Ganovenehre. Oma Duck fordert sie dazu auf, im Stall zu schlafen, den Acker umzugraben und die Schweine zu putzen. Schon nach dem ersten Tag sind die Panzerknacker vollkommen erschöpft. Ab dem zweiten Tag beginnt Oma Duck, die Gangster mit psychologischen Tricks dazu zu bringen, Spaß an der Arbeit zu gewinnen. So sollen sich die Verbrecher vorstellen, dass sie gerade das Gelände vor Dagoberts Geldspeicher durchwühlen, wenn sie die Felder umackern, und das Traktorfahren sollen sie sich als Wettbewerb im Fluchtwagenfahren vorstellen. Schon bald haben die Panzerknacker große Freude an ihrer Arbeit und am Landleben - mit einer Ausnahme: Opa Knack gefällt das alles ganz und gar nicht. Er arbeitet stattdessen an einem Plan, die alte Dame auszurauben und zu flüchten. Da er keinen Sparstrumpf findet, beschließt er, stattdessen andere Wertgegenstände wie Kupferrohre zu rauben. Er überzeugt Oma Duck und Franz Gans, sich einen Wellnesstag außer Hauses zu gönnen, sorgt mit einem Telefonanruf dafür, dass Vetter IQ die elektronischen Fußfesseln übers Internet lahmlegt, und dann weist er seine Untergebenen an, den Bauernhof auszuräumen. Da sich diese an die Arbeit auf dem Hof gewöhnt haben und Oma Duck mögen gelernt haben, verzögern sie den Raub gezielt. Dadurch dauert die Angelegenheit zu lange, und schließlich kreuzt Dagobert Duck auf, der es aufgrund eines unguten Gefühls für sinnvoll empfunden hatte, bei seiner Schwester nach dem Rechten zu sehen. Und so kommt es, wie es kommen musste: Die Panzerknacker werden auf frischer Tat ertappt und ins Gefängnis gesteckt.

Die Einschätzung

Mit »Im Landknasthof« haben die Macher des Lustigen Taschenbuchs einen durchaus ganz ordentlichen Abschluss für den 506. Band gefunden. Ein großer Pluspunkt ist dabei die Idee, Oma Duck und die Panzerknacker überhaupt aufeinanderprallen zu lassen, denn auch wenn es sich um schon sehr lang existierende Protagonisten handelt und es durchaus schon die ein oder andere Begegnung gab, ist diese Kombination immer noch recht unverbraucht und bietet somit Platz für Ideen, die es bisher noch nicht gegeben hat. Und eben eine solche Idee ist es ja auch, die »Im Landknasthof« zugrunde liegt. Dass die Panzerknacker bei all ihren Verhaftungen noch nicht versuchsweise in einem alternativen Vollzugsprojekt gelandet waren - oder wir zumindest noch nichts davon mitbekommen haben - ist sowieso ein wenig überraschend. Insgesamt ist eine gute Story aus der Idee heraus erwachsen, bei der die Anwendung der zuvor in ihrem »Job« gewonnenen Erfahrungen bei der Arbeit der Panzerknacker auf dem Bauernhof natürlich ein besonders kreativer Einfall ist. Hier ist dadurch so gut wie alles »rund«, sieht man vielleicht einmal davon ab, dass das Ende und Dagoberts Auftreten ein wenig stark am Prinzip Zufall orientiert wurden. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Schlussendlich entschieden sich drei unserer Mitarbeiter, der Story die Note Zwei zu geben, zwei von uns entschieden sich für die Schulnote Drei, und so stand summa summarum der Durchschnittswert 2,4 zu Buche. Somit wurden wir - unserer Meinung nach - mit dem zweitbesten Comic aus dieser Ausgabe des Lustigen Taschenbuchs »entlassen«.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz