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  Die Entenanalyse: Hof in Gefahr
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Langsam gehen wir auf die Zielgerade: Noch zwei Comics, dann haben unsere fünf Testleser das 559. Lustige Taschenbuch durchgeschmökert. »Eine handfeste Erfindung« ist seit dem 24. Mai im Handel. Zuletzt hatten wir hier den Comic »Der Fotoklon« besprochen, der zwar auf einer abstrusen Erfindung beruhte, aber eigentlich ganz unterhaltsam war. Ihr findet den zugehörigen Artikel an dieser Stelle. Dieses Mal wart ihr wieder deutlich kritischer als wir: Während wir bei der Schulnote 2,8 gelandet sind, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung bei 3,77. Mit dem längsten Comic dieses Bandes geht es nun weiter.

Hof in Gefahr

53 Seiten umfasst diese Geschichte, weswegen sie im italienischen Original in zwei Teilen erschien, nämlich in den »Topolino«-Ausgaben vom 11. und 18. August 2021. Hierzulande ist sie nicht durch die Zeit unterbrochen worden, sondern durch den noch ausstehenden Comic »Aufschlag zum Erfolg«, den wir in Kürze besprechen werden. »Hof in Gefahr« wurde von Marco Gervasio geschrieben, von Giuseppe Facciotto gezeichnet und hieß ursprünglich »Paperinik e la minaccia alla fattoria«, was man mit »Phantomias und die Bedrohung des Bauernhofs« übersetzen kann. Während es in Italien keine Untertitel gab, wurden die beiden Hälften im Lustigen Taschenbuch mit »Geschäft ist Geschäft« und »Alles hat seinen Preis« untertitelt.

Worum geht es?

Da eine exorbitant hohe Steuer für zu großen Grundbesitz eingeführt werden soll, muss Dagobert Duck schleunigst ein paar Parzellen loswerden. Er verkauft drei Flurstücke an Marc Enclauh, der einen Golfplatz errichten möchte. Dummerweise übersieht er einen Zahlendreher, und so verkauft er unter anderem das Grundstück, auf dem Oma Ducks Bauernhof steht, an den Investor.

Spoiler

Nachdem Oma Duck angekündigt wird, dass sie den Hof binnen weniger Tage zu räumen hat, versucht Dagobert seinen Schnitzer zu korrigieren und das Grundstück zurückzukaufen, doch Enclauh sperrt sich. Das ruft Phantomias auf den Plan. Er will Enclauh dazu bringen, seine Pläne zu verwerfen. Nachdem Phantomias die Zeit für einen ausführlicheren Plan geraubt wird, entscheidet er sich vorerst dafür, die Bauarbeiten zu verzögern. Er hat jedoch die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn Enclauh engagiert nicht sein normales Abrissteam, sondern die Panzerknacker. Diese machen den Bauernhof rasch dem Erdboden gleich.

Da es auf die brachiale Art nicht geklappt hat, Oma Ducks Hof zu retten, versucht man sich an juristischen Spitzfindigkeiten. Dorette hatte sich das Gelände ursprünglich »ersessen«, was bedeutet, dass sie es so lange kostenfrei bewirtschaftet hatte, dass es in ihren Besitz überging. Sie gab es daraufhin an Dagobert weiter. Nachdem sie jedoch die Familie des Vorbesitzers (ein indigener Erpel namens Lachender Luchs) jahrelang mit den Erträgen ihrer Arbeit beliefert hat, stößt man auf einen möglichen Winkelzug: Indem sie Feldfrüchte & Co. übersendet hat, hat sie ihm eine Pacht »gezahlt«, und damit hätte sie sich den Hof niemals »ersessen«. Dieser ist nach wie vor im Besitz des Enkels von Lachender Luchs. Phantomias und Dagobert Duck suchen den abgeschieden lebenden Mann sofort auf. Marc Enclauh jedoch auch, da das Gespräch für ihn abgehört wurde und er somit Bescheid weiß. Herr Luchs schlägt schlussendlich sowohl Enclauhs Angebot als auch das von Dagobert aus. Stattdessen überschreibt er den Hof an Dorette, die ihn dafür weiter mit ihren Felderträgen beliefert. Der Bauernhof wird wieder aufgebaut, und auch die Panzerknacker machen mit, da sie von Phantomias dafür verdonnert wurden ... auch wenn sie dieses Mal eigentlich gar nichts Schlimmes gemacht haben.

Die Einschätzung

In dieser Geschichte steckten die größten Hoffnungen, die wir im Vorfeld an dieses Lustige Taschenbuch hatten. Marco Gervasio ist insbesondere dank seiner Geschichten über die Legende des ersten Phantomias eigentlich eine sichere Bank, und bei I.N.D.U.C.K.S. ist der Comic ziemlich gut bewertet worden. Vieles, was hier geboten wird, überzeugt tatsächlich. Es gibt allerdings ein Problem im Kern des Ganzen: Der Anfangsfehler liegt tatsächlich bei Dagobert Duck, und bevor sich Enclauh auf die Panzerknacker einlässt, kann man ihm eigentlich wenig vorwerfen. Dadurch ist Phantomias' Ansinnen, ihn zur Rückgabe des Grundstücks zu zwingen, bei Lichte betrachtet ziemlich verwerflich, und das gleiche gilt für seinen Versuch, die Abrissarbeiten zu verzögern. Nur weil man als Leser auf Dorette Ducks Seite steht, ist es unangebracht, Gerechtigkeiten mal eben umzudrehen. Natürlich geht Enclauh im Verlauf des Comics dann mit unlauteren Methoden vor, der fade Beigeschmack bleibt aber im Hinterkopf. Ein schlechter Comic wird aus »Hof in Gefahr« deswegen nicht, aber insgesamt bleibt die Story dann aber doch ein Stück weit hinter unseren Erwartungen zurück. Vielleicht waren diese aber auch einfach ein Stückchen zu groß. Am Ende vergaben jeweils zwei unserer Testleser die Noten Zwei und Drei, der letzte im Bunde entschied sich für eine Vier. Damit landeten wir hier im Durchschnitt bei der Schulnote 2,8.


Wie fandet ihr "Hof in Gefahr"?
1
 
 210 (46,3%)
Schulnote 2
2
 
 121 (26,7%)
Schulnote 3
3
 
 50 (11,0%)
Schulnote 1
4
 
 38 (8,4%)
Schulnote 4
5
 
 22 (4,8%)
Schulnote 5
6
 
 13 (2,9%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 454 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz