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  Die Entenanalyse: Hier rockt das Revier
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Auf unserem Weg durch das 503. Lustige Taschenbuch haben fünf dafür eigentlich viel zu alte Mitarbeiter unserer Webseite zuletzt den Sergei-Schlamassi-Comic »Der fiese Pharao« durchgeschmökert, und er hat sich als besser erwiesen, als man dies von einer Geschichte mit dem großzähnigen Erpel hätte erwarten können. Nun ging es weiter im Programm, und es stand abermals eine Geschichte auf dem Plan, die in Sachen Hauptfiguren vom »normalen« Gang der Dinge abweicht.

Hier rockt das Revier

Es handelt sich um einen jener Comics, in denen versucht wurde, Inspektor Issel und den Ermittler Steinbeiß als Hauptfiguren-Duo zu etablieren. Zuletzt hatten wir die beiden im 501. Lustigen Taschenbuch gemeinsam in Aktion erlebt, unsere Besprechung der zugehörigen Geschichte könnt ihr hier nachlesen. »Hier rockt das Revier« ist ein neunzehn Seiten langer Dreireiher, der von Antonella Pandini verfasst und von Andrea Lucci gezeichnet wurde. Der Originaltitel lautete »Manetta e la banda del commissariato«, was zu Deutsch »Issel und die Polizeistation-Band« bedeutet. Ein gutes Dutzend Jahre verstrich, seitdem sie ins Deutsche übertragen wurde. Hierzulande wurde sie im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 503 abgedruckt, das seit dem 30. Januar 2018 in allen Comicgeschäften zu finden ist und mit »Auf die Piste, fertig, los!« benannt wurde.

Worum geht es?

Steinbeiß belauscht ein Telefonat von Issel, in dem dieser eine »Band« erwähnt. Er geht davon aus, dass Issel stattdessen von einer »Bande« gesprochen hat und beschattet ihn, da er annimmt, dass dieser ein paar Gangster auf eigene Faust schnappen möchte. Stattdessen hat Issel aber tatsächlich von einer »Band« gesprochen, und er ist sogar Teil von ihr: Als »Drumbo« Issel spielt er Schlagzeug in einem Musikkeller. Steinbeiß gibt zu erkennen, dass er selbst ein Instrument beherrscht - die Geige -, und so machen Issel und Steinbeiß das gemeinsame Faible für die Musik zu ihrem Geheimnis, das sie vor den Kollegen verbergen möchten, in Zukunft aber trotzdem gemeinsam praktizieren wollen.

Spoiler

Durch ihre Schusseligkeit schaffen es Issel und Steinbeiß nicht lange, ihr Geheimnis vor den anderen Kollegen zu verbergen. Die Konsequenzen sind jedoch andere als die erwarteten: Niemand macht sich über sie lustig, vielmehr scheinen alle Polizisten ein Instrument zu beherrschen. Fortan geht es in der Polizeistation höchst musikalisch zu. Nur Kommissar Hunter ist davon wenig begeistert. Da das Gebäude allerdings stark baufällig ist und händeringend nach Einnahmequellen gesucht wird, stimmt er zu, dass die »Büttel-Band« ein Livekonzert gibt, dessen Einnahmen für die Instandsetzung investiert werden sollen. Die Ankündigung des Ereignisses schlägt große Wellen, und so versammeln sich alsbald alle Polizisten sowie alles, was in Entenhausen Rang und Namen hat, in einem Konzertsaal. Diese Gelegenheit will sich Kater Karlo nicht entgehen lassen: Er besucht das wie ausgestorben daliegende Reichenviertel und bricht in eine Villa ein, um diese um eine erhebliche Geldsumme zu erleichtern. Auf seinem Rückweg läuft er Issel in die Arme: Dieser hatte in seiner Tollpatschigkeit die Noten daheim vergessen und musste deshalb noch einmal durch die Stadt fahren. Kater Karlo wird festgenommen, und die Polizisten zwingen ihn, zur Strafe das Konzert mit anzusehen.

Die Einschätzung

Der Einstieg in die Story funktioniert im Italienischen viel besser als im Deutschen, da »banda« dort sowohl »Band« als auch »Bande« bedeutet. Natürlich war es praktisch unmöglich, diesen Eröffnungsscherz auf eine brauchbare Weise zu übersetzen. Das ist natürlich nicht schlimm, aber bei solchen Fällen fragt man sich schon bisweilen, wie viel von ihrem Humor die Disney-Comics eigentlich beim Übersetzen einbüßen.

Issel und Steinbeiß konnten uns auch dieses Mal nicht so ganz überzeugen, was vor allem daran lag, dass wir uns auf einen Ermittler-Comic eingestellt hatten und eigentlich nur eine belanglose Story erhalten haben, in der ein wenig gefiedelt und getrommelt wird. Auch die kurzen Gastauftritte von Figuren wie Micky und Goofy reichen nicht aus, um das Ruder herumzureißen. Storys wie diese hier taugen einfach nicht, um die beiden Spürnasen als Charaktere zu etablieren, die als Hauptfiguren funktionieren. Auch will es irgendwie nicht passen, dass Issel am Ende derjenige ist, der Kater Karlo (wenn auch nur durch Zufall) dingfest macht. Wenn Issel nicht der trottelige, rauchende und schwerfällige Klotz ist, die sich selbst überschätzt und eigentlich nichts Brauchbares leistet, sondern genauso erfolgreich die Polizeiarbeit erfüllt wie viele seiner Kollegen, ist er eben auch nur ein austauschbarer Mann.

Wobei das vielleicht alles zu kritisch klingt, denn es ist auch nicht so, dass die Geschichte sonderlich schlecht wäre ... zumal sie ja auch nicht sehr lang ist. Sie war in allererster Linie vor allem eines: Furchtbar harmlos. Am Ende gaben zwei unserer Mitarbeiter ihr die Schulnote Drei, drei gaben ihr eine Vier, so dass summa summarum der Durchschnittswert 3,6 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz