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  Die Entenanalyse: Held und Helfer
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Das seit dem 29. Januar erhältliche Lustige Taschenbuch mit der Nummer 516 und dem Titel »Frost mit der Post« bewegt sich seit dem Beginn auf nahezu konstant durchschnittlichem Niveau, wie wir feststellen konnten, seitdem wir fünf unserer Mitarbeiter die einzelnen Comics lesen ließen. Auch die zuletzt analysierte Kater-Karlo-Geschichte »Das Ganoven-Handbuch« fiel in diese Kategorie, wir wir euch an dieser Stelle schilderten. Nun ging es mit Phantomias weiter.

Held und Helfer

Beinahe zwei Jahrzehnte ist diese Geschichte alt: Sie wurde am 1. Februar des Jahres 2000 im italienischen Magazin »Paperinik e altri supereroi« (Phantomias und andere Superhelden) veröffentlicht, das von 1993 bis 2005 herausgegeben wurde, ehe es von »Paperink Cult« abgelöst wurde. Der 32 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Paperinik e l'aiuto ... a doppio taglio«, was zu Deutsch am ehesten mit »Phantomias will helfen, ein zweischneidiges Schwert« übersetzt werden könnte. Der Comic wurde von Carlo Panaro geskriptet und von Danilo Barozzi zeichnerisch umgesetzt.

Worum geht es?

Phantomias wacht in einer Nacht über Entenhausen und versucht Ganoven zu schnappen. Alle Kriminellen, denen er begegnet, erledigen aber gerade nur legale Dinge, denn durch seine nächtliche Aufmerksamkeit ist es zu riskant geworden, Verbrechen zu begehen. Am Ende begegnet Phantomias dem Journalisten Ben Batzi, der sich darüber beklagt, nichts mehr zu schreiben zu haben, seitdem keine Kriminalfälle mehr passieren. Phantomias bietet ihm daraufhin an, ihn eine Nacht lang zu begleiten und daraus eine spannende Geschichte zu machen.

Spoiler

Phantomias und Ben erwischen einen Supermarkt-Räuber auf frischer Tat. Als Ben den Superhelden bei der Arbeit fotografieren möchte, fällt ihm ein Film aus seiner Kamera, Phantomias stolpert darüber, der Gangster entkommt. Phantomias stellt wenig später einem Kofferräuber nach, Ben blendet ihn versehentlich mit einem Blitzlicht, der Kofferräuber entkommt. Mit dem 313er rasen die beiden einem Autodieb hinterher, Ben drückt unbedarft einen Knopf auf dem Armaturenbrett und löst einen Schleudersitz aus, der Autodieb entkommt. In den Pausen zwischen den einzelnen Vorfällen beschäftigt sich Phantomias mit Fußballergebnissen, liest Superhelden-Comics und vertilgt Fast Food. Einen Bankräuber kann Phantomias später in der Nacht dann doch (mit Hilfe der Polizei) zur Strecke bringen, doch Ben war nicht rechtzeitig zur Stelle, um die Sache zu protokollieren. Stattdessen prallt er mit Phantomias zusammen, der daraufhin ausgeknockt zum Liegen kommt. Ben entscheidet kurzerhand, ihm die Maske abzunehmen und aus der Offenlegung der wahren Identität des Helden eine Story zu machen. Tatsächlich ist Phantomias am Folgetag in aller Munde. Donald rechnet mit dem Schlimmsten, doch Ben hat sich kurzfristig für eine ganz andere Story entschieden und Phantomias als »einen von uns« präsentiert, nämlich einen Erpel, der zwar Superheld ist, aber mit seinem Hang zu Fußball, Comics und leckerem Essen trotzdem auf dem Boden geblieben ist. Als Donald (unverkleidet) auf Ben trifft, sagt er zu ihm, dass er ziemliches Glück hatte, nicht behauptet zu haben, er sei Phantomias, denn er habe sich an diesem Abend lediglich für einen Maskenball verkleidet. Zum Beweis schwebt im gleichen Augenblick der »Phanto-Bot« im 313er vorüber. Die journalistische Karriere von Ben ist so oder so gerettet, da sein Artikel voll ins Schwarze trifft.

Die Einschätzung

Unserer Meinung nach war es ein wenig unglücklich gewählt, ausgerechnet diese Phantomias-Geschichte genau auf »Das Ganoven-Handbuch« folgen zu lassen. Bei der einen Geschichte hört sich ein Autor an, was Kater Karlo für Verbrechen begeht, in diesem Fall sieht sich ein Journalist an, wie Phantomias das Verbrechen bekämpft. Das Schema ist also ziemlich ähnlich. Und auch etwas anderes ist ähnlich: Die einzelnen Segmente innerhalb des jeweiligen Comics sind ziemlich repetetiv, da man schon beim ersten Mal das System erkennt - in diesem Fall: der Journalist verhindert mit einem Missgeschick nach dem anderen die erfolgreiche Verbrechensbekämpfung - und es trotzdem immer weiter geht. In diesem Fall wirkt das Ganze deutlich gedehnter als bei der Kater-Karlo-Story. Dafür reißt dieser Comic hier mit seinem versöhnlichen Ende das wieder raus, was bis dahin zu dröge vorgetragen wurde, so dass wir in unserer Gesamteinschätzung dann wieder an ziemlich der gleichen Stelle landen, bei der wir auch bei »Das Ganoven-Handbuch« angekommen waren: Drei Mitarbeiter gaben dem Comic die Note Drei, und jeweils einer entschied sich für eine Vier und eine Fünf. Damit landeten wir auch hier beim Mittelwert 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz