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  Die Entenanalyse: Held in Gefahr
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Derzeit lassen wir fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, das 538. Lustige Taschenbuch lesen, das seit dem 13. Oktober zu bekommen ist und »Der Fluch der Hexe« heißt. Mit der Titelgeschichte hatten wir gestern losgelegt. Sie hatte ihre Höhen und Tiefen und war allenfalls als durchschnittlicher Comic einzustufen, was aber immer noch Welten besser war als der Auftakt des vorausgegangenen Lustigen Taschenbuchs. Unsere Analyse zum »Fluch der Hexe« findet ihr an dieser Stelle. Nun soll es mit dem zweiten Comic aus dem Buch weitergehen.

Held in Gefahr

Im Gegensatz zur Titelstory handelt es sich hierbei um einen Comic, der dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Gleiches gilt auch für den noch folgenden restlichen Inhalt des aktuellen Lustigen Taschenbuchs. Der 37 Seiten lange Dreireiher wurde am 30. Januar 2019 erstmals veröffentlicht und ist somit vergleichsweise jung. Der Originaltitel der von Alessandro Sisti ersonnenen und von Marco Palazzi gezeichneten Geschichte lautete »Topolino nel mirino«, was man auf Deutsch mit »Micky Maus im Fadenkreuz« übersetzen könnte.

Worum geht es?

Micky Maus ist vor Ort, als die Entenhausener Polizei einen Zugriff auf eine Diebesbande durchführt. Der Chef der Bande kann in einem Auto flüchten, doch Micky springt in den Kofferraum und fährt unbemerkt mit ihm mit. Am Ziel angekommen, beobachtet Micky, dass die Bande von Max Märktle bezahlt wurde, einem der reichsten Geschäftsleute der Stadt, der das Diebesgut anschließend als Sonderangebot in seinen Supermärkten verkaufen konnte. Da es noch keine richtigen Beweise gegen ihn gibt und Märktle nicht vorbestraft ist, darf der Unternehmer vorerst auf freiem Fuß bleiben. Da nun aber bekannt ist, dass er dem Mann auf den Fersen ist, gerät Micky Maus selbst ins Fadenkreuz von ihm und seinen Handlangern.

Spoiler

Als Micky nach einem ersten Gerichtstermin nach Hause kommt, wird er von einer Schlägertruppe aufgesucht, die sich Schlüssel für all seine Türen besorgt hatte. Micky kann sich eine Weile gegen die Überzahl zur Wehr setzen. Gerade als es schlecht für ihn auszusehen beginnt, stürmt die Vorzeigeeinheit der Polizei - S.E.U.F.Z. (Spezielle Einsatztruppe für unglaublich fixe Zugriffe) - das Haus und rettet ihn. Zanko Zornek, der Chef der Truppe, wird anschließend dafür abgestellt, sich um Mickys Sicherheit zu kümmern. Micky gefällt es überhaupt nicht, dass er fortan unter Zeugenschutz stehen und abgeschirmt werden soll. Nachdem er vor Zornek flüchtet und sich mit Kommissar Hunter über das weitere Vorgehen unterhalten will, wird er von Zornek wieder eingesammelt und mit einer Fahrzeugeskorte durch Entenhausen transportiert. Mittels eines Tanklasters, der die Straße blockiert, wagen die Gangster einen Angriff auf ihn, werden jedoch von ihm, Zornek und einigen anderen Mitgliedern der Einsatztruppe überwältigt. Anschließend wird Micky verkleidet und in ein Safe House geführt. Märktle lässt die Szene beobachten und hetzt weitere Handlanger auf ihn, die es schlussendlich schaffen, ihn zu entführen. Tatsächlich befindet sich jedoch nicht Micky, sondern Zornek in der Verkleidung, und dank eines GPS-Senders können Micky und die S.E.U.F.Z.-Truppe den Gaunern folgen. Märktle wird so auf frischer Tat als Chef der Entführer enttarnt. Er versucht zu fliehen, wird jedoch durch einen Schuhwurf von Micky niedergestreckt. Nach Märktles Verhaftung ist Micky wieder sicher und kann fortan seine Füße schonen, die durch den Kleidungstausch mit Zornek fies gequetscht worden waren.

Die Einschätzung

Man muss dem Comic auf jeden Fall zugute halten, dass er Mickys Arbeit als Unterstützer der Entenhausener Polizei mal auf eine ganz andere Ebene führt als üblich. Sonst wird ja fast immer seitenweise ermittelt, wer der Täter ist, dann wird der Täter seitenweise verfolgt, dann wird er final zur Strecke gebracht. Hier liegt die Tat ausnahmsweise schon in der Vergangenheit, der Täter ist rasch bekannt und nicht auf der Flucht, sondern ausnahmsweise ist Micky der Verfolgte. Die Elemente, die dabei eingebaut wurden - also »Hausbesuche« durch die Verbrecher, Verfolgungsjagden, Tanklaster & Co. - entsprechen so ziemlich den allergrößten Klischeevorstellungen, die man schon x-mal in Film und Fernsehen zu Gesicht bekommen hat. Hier ist es vermutlich ein Vorteil, dass die junge Zielgruppe der Lustigen Taschenbücher noch nicht zu viel davon gesehen haben dürfte. Während die eigentlichen Gefahrenszenen für Micky somit recht einfallslos daherkommen, ist die eigentliche Klärung der Angelegenheit schon ideenreicher. Natürlich ist es ein reichlich naiver Ansatz, einen großen Gangsterboss durch einen solchen Rollentausch zur Strecke zu bringen, und dass ein potenzieller Lockvogel nicht mal nach GPS-Sendern & Co. abgeklopft wird, ist reichlich dilettantisch, aber selbstverständlich sollte man in Sachen Ernsthaftigkeit an dieser Stelle ordentliche Abstriche machen. Schlussendlich war der Comic ganz anständig, und am Ende bewertete ihn eine Mitarbeiterin von Leserkanone.de mit der Schulnote Zwei, während sich der Rest unseres Quintetts für eine Drei entschied. Summa summarum stand damit der Durchschnittswert 2,8 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz