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  Die Entenanalyse: Heißkalt
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Zwei Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 560, das »Ab an den Strand!« heißt und seit dem vergangenen Dienstag im Handel ist, haben wir unsere fünf Testleser bereits lesen lassen. Zuletzt thematisierten wir hier den Micky-Maus-Comic »Der Fall Villa Girlanda«, der zwar nicht komplett frei von Kritikpunkten war, uns aber durchaus zu überzeugen wusste. Ihr findet unsere Besprechung an dieser Stelle. Während unsere Testleser mit der Schulnote 2,4 knapp im empfehlenswerten Bereich (2,5 oder besser) landeten, kämpft die Geschichte bei eurer Abstimmung um genau diese Grenze (2,51). Nun geht es mit einem besonders heißen Sommertag weiter.

Heißkalt

Zwei Jahre hat dieser Comic auf dem Buckel: Er erschien am 17. Juni des Jahres 2020 im italienischen »Topolino«-Magazin und ist sechzehn Seiten lang. Er stammt von Matteo Venerus und wurde von Davide Cesarello zeichnerisch umgesetzt. Der Originaltitel lautete »Paperino e l'aria del vicino«, was wortwörtlich »Donald Duck und die Luft des Nachbarn« bedeutet, in dem Fall aber vermutlich eher »Donald Duck und die Klimaanlage des Nachbarn« bedeutet.

Worum geht es?

In Entenhausen herrscht brütende Hitze, und Donald kommt gar nicht gut damit zurecht. Im Fernseher läuft Werbung für eine hundert Taler teure Klimaanlage namens »Klimaxi«, doch dummerweise kann er sie nicht leisten. Ein anderer hingegen schon: Donalds Nachbar Zanker ... der hier als mit Donalds zweitem Nachbar (Zorngiebel) durcheinandergebracht wird. Damit steht natürlich Ärger ins Haus.

Spoiler

Da unter Zankers Wohnungstür kühle Luft entweicht, kniet sich Donald in den Luftstrom in dessen Garten, um ein wenig vom frischen Wind abzubekommen. Als Zanker dies merkt, stopft er die Ritze unter seiner Tür zu. Donald versucht sich an den Fenstern, doch Zanker dichtet alle ab, so dass auch hier nichts entweichen kann. Kurzerhand klettert Donald aufs Dach und kühlt sich an der Brise, die durch Zankers Schornstein entweicht. Postwendend nagelt sein Nachbar daraufhin seinen Kamin zu. Als nächstes verschließt er seine Schlüssel- und Mauselöcher. Dadurch wird es langsam so kühl, dass er die Klimaanlage abstellen möchte, doch der Ausschalter funktioniert nicht. Schlussendlich zerplatzt die Anlage, läuft aber weiter und kühlt das Haus immer stärker runter. Nach einer Weile muss Zanker in dicken Winterklamotten in seiner Wohnung sitzen und friert trotzdem immer noch stark. Donald bekommt dies von außen mit, und er macht sich so lange lustig, bis Zanker seine Wohnungstür durchbricht. Dadurch ist Zanker endlich wieder im Warmen ... und Donald kann sich an der durchbrochenen Haustür abkühlen. Die beiden beschließen, fortan gemeinsam das Beste aus der Situation zu machen ... und prompt bricht ein Wolkenbruch los und zerstört die frisch gewonnene Einigkeit.

Die Einschätzung

An sich ist Donald Ducks Nachbar Zanker ein ziemlich redundanter Entenhausener Einwohner, da er sich von Donalds zweitem feindseligen Nachbar Zorngiebel charakterlich nur wenig unterscheidet. Äußerlich hingegen schon, weswegen es höchst fraglich ist, dass dem Übersetzer dieses Comics der Fehler unterlaufen ist, die Namen der beiden miteinander zu verwechseln. So etwas wirkt allemal so, als würde nicht sonderlich viel Herzblut in die Erarbeitung der Lustigen Taschenbücher gesteckt werden, und wenn sich nicht mal die Macher der Bände großartig darum scheren, was sie drucken, warum sollte dann der Leser sonderlich viel Begeisterung dafür entwickeln können? In eine ähnliche Kategorie war die Umbenennung von Habakuk in »Patronen-Palle« und von Tiger in »Bruno« im Comic Reiche Ernte im Lustigen Taschenbuch 557 gefallen. Dieser Unfug war fabriziert worden, obwohl kurz zuvor erst vom offiziellen Twitter-Account des Lustigen Taschenbuchs nach Tigers Namen gefragt worden war.

Wobei man auch schreiben muss: Auch wenn Zanker richtig benannt worden wäre, wäre »Heißkalt« kein sonderlich überzeugender Comic geworden. Dafür ist das, was hier geboten wurde, zu nichtssagend und belanglos. Insgesamt wirkte dies auch eher wie ein Comic fürs Micky Maus Magazin als für das Lustige Taschenbuch. Immerhin kann man den Machern des Bandes attestieren, dass sie zumindest mit dem Timing richtig lagen, als sie sich entschieden, eine Story über viel zu große Hitze zu bringen. Leider reicht dies nicht, um Spaß daran zu haben. Bis hin zum lahmen Schussgag will hier so gut wie nichts zünden. Von drei Mitarbeitern unserer Seite gab es am Ende wohlwollend die Note Vier, während sich der Rest für eine Fünf entschied. Damit sind wir im Schnitt bei der Schulnote 4,4 gelandet.


Wie fandet ihr "Heißkalt"?
1
 
 130 (33,4%)
Schulnote 4
2
 
 120 (30,8%)
Schulnote 5
3
 
 44 (11,3%)
Schulnote 6
4
 
 42 (10,8%)
Schulnote 3
5
 
 41 (10,5%)
Schulnote 1
6
 
 12 (3,1%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 389 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz