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  Die Entenanalyse: Halunken von heute
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Momentan arbeiten sich fünf unserer Mitarbeiter und Helfer quer durch das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 507, das seit dem 22. Mai zu bekommen ist und den Namen »Auf zum Titel!« trägt. Die letzte Geschichte, die wir uns vorgenommen hatten, grenzte an eine Beleidigung des Geistes, denn »Eine Frage des Alters« wartete mit einem Frauenbild von Anno Dazumal auf. Unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Richtig groß war unser Optimismus nicht, dass es sofort wieder bergauf gehen würde, denn die nächste Story beschäftigte sich mit Inspektor Issel und seinem Kollegen Steinbeiß.

Halunken von heute

Es handelt sich um eine verlgeichsweise alte Geschichte, denn sie wurde schon am 22. März 2005 im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Allerdings ist das keine große Überraschung, denn an die Issel- und Steinbeiß-Storys haben sich die deutschen Übersetzer - oftmals zurecht - lange nicht getraut. Der Originaltitel des achtzehn Seiten langen Dreireihers lautete »Basettoni e la trappola nella rete«, zu Deutsch »Kommissar Hunter und die Online-Falle«. Hinter der Story steckte Massimiliano Valentini, für die zeichnerische Umsetzung war Giorgio Di Vita zuständig.

Worum geht es?

Während Ermittler Steinbeiß nach wie vor auf ein altbackenes Ablagesystem aus Papier setzt, hat Inspektor Issel nach einem Schnellkurs plötzlich die technischen Errungenschaften der Moderne für sich entdeckt und arbeitet nur noch mit Computern. Seine neuen Kenntnisse versucht er in einem Fall zur Anwendung zu bringen, zu dem Kommissar Hunter ihn hinzugezogen hat: Bei einem Grafen wurde eingebrochen, und es handelt sich bereits um den dritten Diebstahl innerhalb kürzester Zeit.

Spoiler

Der Graf, dessen Tresor ausgeräumt wurde, weiß zu berichten, dass sein Dach kürzlich von einem Handwerker - niemand geringerem als Rudi Ross - ausgebessert wurde. Anschließend waren noch einmal zwei von dessen Mitarbeitern vorbeigekommen, um letzte Nachbesserungen durchzuführen. Hunter und Issel besuchen Ross, wobei Issel ihn am liebsten direkt verhaften würde, da er ihn für den Täter hält. Ross erzählt jedoch, dass er gar keine Mitarbeiter hat, so dass die wahren Schuldigen identifiziert sind. Issel entdeckt, dass sich auf Rudis Computer ein Trojaner befindet, mit dem offensichtlich überwacht wurde, bei welchen Häusern Rudi Ross Aufträge durchführte, so dass man diese im Nachhinein aufsuchen und sich als seine Helfer ausgeben konnte. Kurzerhand inszenieren Hunter, Issel, Steinbeiß und Ross eine weitere »Reparatur«. Hunter spielt einen reichen Hausbesitzer, Issel dessen Butler und Steinbeiß den Gärtner. Tatsächlich fallen die Verbrecher auf die Finte herein, und es gelingt den drei Polizisten und Rudi, die Schufte festzusetzen. Nachdem die beiden auf den Rücksitz des Polizeiwagens verfrachtet wurden, weigert sich Steinbeiß, in dem Auto mitzufahren, denn die beiden entpuppen sich als totale Technikfreaks, so dass Issel gar nicht mehr aufhören kann, mit ihnen fachzusimpeln.

Die Einschätzung

Wer unsere vorausgegangenen Beiträge zu den Issel- und Steinbeiß-Comics gelesen hat, der dürfte bereits wissen, dass wir nicht die allergrößten Fans von ihnen sind, obwohl wir Issel als vollkommen verpeilte Nebenfigur in den »normalen« Micky- und Hunter-Comics eigentlich ganz gerne dabeihaben. Warum uns die Issel- und Steinbeiß-Storys hingegen gar nicht gefallen, zeigt sich hier einmal wieder deutlich: Issel wird immer wieder in Rollen hineingedrängt, die überhaupt nicht zu seinem Charakter passen. Nachdem er im Lustigen Taschenbuch in der Geschichte »Hier rockt das Revier« plötzlich brilliante musikalische Fähigkeiten entwickelt hatte (siehe hier), avanciert er hier nun plötzlich zum Technikfreak. Sorry Leute, Issel ist dann gut, wenn er die liebenswerte Dumpfbacke ist, die sich pausenlos selbst überschätzt und eigentlich keine brauchbaren Beiträge zu einer Ermittlung abliefert. So macht man ihn zu einer austauschbaren Gestalt mit x-beliebigen Eigenschaften, die nach Gutdünken variiert werden. Dabei ist die Story des Comics gar nicht mal so schlecht. Vielleicht hätte man einfach die Rollen von Issel und Steinbeiß tauschen können, dann wäre es eine Nummer passender geworden. So hat uns das Ganze leider nicht sonderlich gefallen. Eine unserer Mitarbeiterinnen bewertete den Comic mit der Schulnote Drei, und jeweils zwei Mitarbeiter entschieden sich für die Noten Vier und Fünf. Summa summarum stand damit der Durchschnittswert 4,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz