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  Die Entenanalyse: Gut gesagt
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Im Augenblick lassen wir ein Quintett an Mitarbeitern unserer Seite die einzelnen Comics des aktuellen Lustigen Taschenbuchs nach und nach lesen. Zuletzt hatte uns die Dagobert-Duck-Gerichtsstory »Gleiches Recht für alle« mit ziemlich gemischten Gefühlen zurückgelassen, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Nun ging es mit einem redegewandten Donald Duck weiter.

Gut gesagt

Während die beiden vorausgegangenen Comics bemerkenswert aktuell waren und erst in diesem Jahr erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht worden waren, hat »Gut gesagt« schon eine ganze Generation an Comiclesern auf dem Buckel. Erstmals wurde die Geschichte am 1. April 2003 herausgegeben. Damals trug der Comic den Titel »Paperino e il corso di ... discorso«, was zu Deutsch »Donald und das Seminar der ... Rede« bedeutet, was auch immer die Auslassungszeichen im Titel für einen Sinn ergeben sollen. Der 21 Seiten lange Dreireiher wurde von Giorgio Pezzin geschrieben und von Giorgio Di Vita gezeichnet.

Worum geht es?

Daisy gewinnt einen Wettbewerb im Tortenbacken. Bei der Siegesfeier steht auch Donald mit auf der Bühne und wird darum gebeten, auch ein paar Worte zu sagen. Dabei verstrickt er sich in Aussagen, die er besser für sich behalten hätte, woraufhin Daisy der Pokal aberkannt wird. Nachdem Daisy ihn daraufhin verstößt, sucht Donald einen Kurs im überzeugenden Reden auf, um in Zukunft nicht noch einmal derart in die Bredouille zu kommen. Schlussendlich wird der Kurs zu einer lebensverändernden Angelegenheit.

Spoiler

In der 200 Taler teuren Sitzung erläutert Sprachlehrer Professor Labertasch, dass es völlig egal sei, was Donald erzählt, entscheidend sei nur die Art, in der er seine Position vorträgt. Man müsste immer ausdrücken, dass es wichtig sei, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, und dass man nie ein Ende suchen soll, sondern einen neuen Anfang. Nach dem Kursende besucht Donald Daisy, wo gerade der Tortenklub anwesend ist. Donald entschuldigt sich bei den Damen und verwendet dabei genau die Worte, die er von Labertasch gelernt hat. Er überzeugt so sehr, dass die Frauen versöhnlich gestimmt werden. Wenig später schlichtet Donald auf offener Straße mit den gleichen Worten einen Mieterstreit, ebenso findet er beim Bürgermeister Gehör. Nach und nach schwingt er sich zu dem Erpel auf, auf den die Bürger hören, auch wenn er eigentlich immer das gleiche sagt. Schlussendlich wird er zur Wahl des neuen Bürgermeisters aufgestellt, und Dagobert unterstützt seinen Wahlkampf mit jeder Menge Geld. Der Wahlkampf läuft wunderbar, bis es zu einem Auftritt in einer Grundschule kommt. Dort erklärt eines der Kinder, es würde nicht verstehen, was Donald überhaupt meint, und als erster Zuhörer überhaupt hinterfragt er Donalds Aussage. Postwendend weiß Donald nichts mehr zu antworten, da er immer nur Labertaschs zwei Ratschläge repetiert hatte. Da die Medien wenig später über Donalds Blackout berichten, fällt er als Bürgermeisterkandidat durch. Erbost fordert Dagobert sein Geld zurück, doch da dieses bereits für den Wahlkampf investiert wurde, flüchtet Donald in eine Polarregion.

Die Einschätzung

In der Disney-Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Gut gesagt« zu den am schlechtesten bewerteten Donald-Duck-Geschichten überhaupt. Dass es geschlagene siebzehn Jahre dauerte, ehe man sich dazu durchringen konnte, die Story ins Deutsche zu übertragen, hatte ebenfalls den Verdacht genährt, hier nicht gerade auf den allerbesten Comic zu stoßen. Tatsächlich steckt hier aber durchaus mehr drin, als der Verdacht befürchten lässt. Immerhin wird hier zwischen den Zeilen Populismus angeprangert, nämlich indem Donald dadurch punktet, dass er einfach nur schöne Reden schwingt, die keinen Gehalt haben, und indem er damit trotzdem großen Anklang findet, da alle Welt davon geblendet ist und gar nicht hinterfragt, was er damit sagt. Dass dies sogar den Weg in höchste politische Ämter ebnen kann, wird hier ziemlich offensichtlich durch die Blume gesagt. Ebenso wird offenbart, wie schäbig dies eigentlich ist, und dass man in einer gerechten Welt damit am Ende über die Klippe springt. Daher kann man den Machern des Comics durchaus hehre Ziele attestieren. Allein: Unterhaltsam ist die Geschichte dadurch trotzdem nicht. Das ständige Wiederholen der gleichen Aussagen durch Donald ist ähnlich repetetiv wie das permanente Verweisen auf den »Erpel-Kodex« in der vorausgegangenen Story »Gleiches Recht für alle«. Und natürlich sind die Wirkung der beiden Tipps von Professor Labertasch sowie Donalds politischer Aufstieg vollkommen übertrieben dargestellt worden. Im ewigen Eis ist er am Ende auch schon zu oft gelandet, als dass dieser Schlussgag noch gut zünden würde. Daher haben wir hier einmal mehr einen Comic mit Höhen und Tiefen zu lesen bekommen. Eine unserer Mitarbeiterinnen bewertete ihn trotzdem mit der Note Zwei, jeweils zweimal wurden indessen die Noten Vier und Fünf vergeben, so dass es hier auf die Durchschnittsnote 4,0 hinauslief.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz