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  Die Entenanalyse: Gustav Gans' Grandhotel
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Momentan lassen wir fünf Mitarbeiter und Helfer unserer Seite das aktuelle Lustige Taschenbuch lesen. Dieses heißt »Tatort Entenhausen«, ist die 506. Ausgabe seit der Erschaffung des fröhlichen Comicbuchs und kann seit dem 24. April erworben werden. Zuletzt hatten wir mit »Auf Bares folgt Rares« eine Geschichte analysiert, die zwar einen fragwürdigen Titel hatte, qualitativ aber alle vorausgegangenen Storys deutlich überragte. Den zugehörigen Artikel findet ihr hier. Nun ging es weiter im Text, dass der Comic über die Rettung des Entenhausener Stadtteils Kummersdorf jedoch schwer zu toppen sein würde, stand schon im Vorhinein fest.

Gustav Gans' Grandhotel

Einmal mehr handelt es sich bei »Gustav Gans' Grandhotel« um einen Comic, der ursprünglich aus dem italienischen Magazin »Topolino« stammt. Dort wurde er am 12. April 2017 veröffentlicht, es hat also gerade einmal ein Jahr gedauert, ehe er ins Deutsche übertragen wurde. Zum Vergleich: Bei dem Phantomias-Comic aus dem 506. Lustigen Taschenbuch hatte man sich mit der Übersetzung zwanzig Jahre Zeit gelassen. Der Originaltitel lautete »Gastone in: Hotel Quadrifoglio«, was zu Deutsch »Gustav in: Hotel Vierblättriges Kleeblatt« bedeutet. Der 25 Seiten lange Dreireiher wurde von Massimiliano Valentini geschrieben und von Carlo Limido gezeichnet. Dass es hier schon wieder eine Portion Dussel Duck geben würde, erschien uns nicht sehr vielversprechend.

Worum geht es?

Gustav Gans hat bei einem Preisausschreiben ein Hotel namens »Vierkleeblatt« gewonnen und beschließt, es gemeinsam mit Donald und Dussel Duck zu leiten. Insbesondere gefällt ihm daran, dass er durch das Hotel endlich mal die Chance hat, eine echte Arbeit erfüllen zu können, anstatt immer nur herumzuliegen und auf den nächsten Gewinn zu warten. So brechen die drei Erpel gemeinsam gen Bad Hoschl am idyllischen Wolfersee auf.

Spoiler

Das Hotel entpuppt sich als baufällige Bruchbude, was Donald ganz und gar ncht gefällt, während sich Gustav umso mehr freut, da es nun noch mehr aktiv zu tun gibt. Schlussendlich braucht das Trio ganze neun Stunden, um eine einzige Wand eines einzigen Zimmers zu renovieren, und bis dahin hat Donald schon heftig leiden müssen, etwa weil ihm ein Dachziegel auf den Kopf gefallen ist. Dann kündigen sich auch schon die ersten Gäste an: Dussel Duck hat ein Hotelprospekt bei Dagobert Duck hinterlassen, und da dieser in diesem Jahr an der Reihe ist, dem ganzen Milliardärsklub einen Ausflug zu spendieren und dabei kein eigenes Hotel beziehen darf, hat er mitsamt seinem Reichenverein eine Unterkunft in dem Hotel gebucht. Einige Zeit - und einen weiteren Dachziegel auf Donalds Kopf - später kommen die reichen Herren an und sind zunächst entsetzt, lassen sich dann jedoch dafür begeistern, an der Renovierung des Gebäudes mitzuwirken. Schlussendlich stellt sich heraus, dass sie genau wie Gustav sind und es für sie eine gelungene Abwechslung darstellt, auch mal selbst Hand anlegen zu dürfen. Zwischenzeitlich tauchen die Panzerknacker auf und versuchen die Milliardäre zu überfallen, es gelingt den Ducks - und einem erneut herabfallenden Dachziegel - jedoch, sie zu überwältigen. Auch das wird als netter abenteuerlicher Nebeneffekt verstanden. So ist der Ausflug des Milliardärsklubs wie auch das gesamte Hotelprojekt ein voller Erfolg. Donald ist am Ende jedoch trotzdem froh, dass Gustavs nächster Gewinn eine entspannende Kreuzfahrt ist, die das Schoßkind des Glücks mit Donald und Dussel teilt.

Die Einschätzung

Man kann mit Fug und Recht schreiben, dass es sich bei »Gustav Gans' Grandhotel« um einen Comic handelt, der sinnbildlich für Disney-Durchschnittskost stehen könnte. Es gibt hier durchaus Dinge, die man dem Ganzen ziemlich positiv anrechnen kann, so sind zum Beispiel Carlo Limidos Zeichnungen sehr schön anzusehen, insbesondere gibt er den Gesichtern der beteiligten Enten auf vielen Bildern einen besonders ausdrucksstarken (und freundlichen) Charakter. Der Storyansatz ist auch noch unverbraucht, allein schon Gustav, Donald und Dussel als Team zu bekommen, sieht man nicht alle Tage. Und auch die Idee mit dem Milliardärsklub ist in der Form noch nicht komplett ausgelutscht. Was hingegen ganz und gar nicht schön ist: All das wird einfach dröge vor sich hin erzählt, ohne dass in irgendeiner Weise Spannung aufkommt oder man in irgendeiner Weise darauf hinfiebern kann, was wohl auf der nächsten Seite passiert. Anders ausgedrückt: Die ganze Geschichte ist so unaufgeregt wie belanglos, da können auch schöne Zeichnungen nichts herausreißen. Schlussendlich entschieden sich drei unserer Mitarbeiter dafür, der Story die Schulnote Drei zu geben, jeweils ein Mitarbeiter entschied sich für die Noten Vier und Fünf. Dies ergab summa summarum die Durchschnittsnote 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz