Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.524 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »elanur_724«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Gleiches Recht für alle
Werbung:
Wir lesen derzeit das 538. Lustige Taschenbuch, das man seit dem 13. Oktober bekommen kann und »Der Fluch der Hexe« heißt. Nach einem sehr erfreulichen Comic über den ersten Phantomias war es zuletzt mit dem Comic »Nichts für schwache Nerven« abwärts gegangen, doch zum Glück handelte es sich um eine sehr kurze Geschichte. Unseren zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Nun ging es mit Dagobert Duck und den Tücken des Rechtssystems weiter.

Gleiches Recht für alle

Der Comic ist beinahe so jung wie »Nichts für schwache Nerven«, denn die Erstveröffentlichung im italienischen Disney-Magazin »Topolino« erfolgte am 22. Januar des laufenden Jahres. Der Originaltitel des dreißig Seiten langen Dreireihers lautete »Zio Paperone e ... giustizia per tutti!«, was nahezu das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel, nämlich »Onkel Dagobert und Gerechtigkeit für alle«. Geschrieben wurde die Story von Giorgio Fontana, für die zeichnerische Umsetzung war anschließend Paolo Mottura zuständig.

Worum geht es?

Nachdem sich Dagobert Duck darüber aufregt, dass die Panzerknacker bei einem Gerichtstermin freigesprochen wurden, empfiehlt ihm sein Butler Baptist, sich einmal selbst eine Verhandlung anzusehen, um zu erfahren, wie so was geschehen kann. Nachdem er die Panzerknacker anschließend auf frischer Tat ertappt, als sie mit einem Tunnelbohrer in seinen Geldspeicher eindringen wollen, landen die Gangster tatsächlich wieder vor Gericht, und dieses Mal ist der reichste Enterich der Welt vor Ort.

Spoiler

Die Anwältin der Panzerknacker - eine Frau namens Rosi Rechtzweeg - verweist auf den nach Entenhausens Stadtgründer benannten »Erpel-Kodex«, laut dem das Baggern und Graben in der Stadt stets begrüßenswert ist. Tatsächlich kommen die Panzerknacker daraufhin frei. Beim nächsten Verfahren werden sie trotz eines Angriffs auf die Bank freigesprochen, weil das Tragen von Masken an Feiertagen laut dem »Erpel-Kodex« erlaubt ist. Das Auskundschaften von Dagobert Duck genügt im nächsten Verfahren nicht für eine Verurteilung, da das Beobachten von Bekannten laut »Erpel-Kodex« erlaubt ist. Und immer so weiter, und immer so fort. Nachdem Dagobert umgekehrt wegen Problemen mit der Wasseraufbereitung einer seiner Firmen zu einer horrenden Strafzahlung verurteilt wird, engagiert er seinerseits die Anwältin, doch sie kann ihm nicht zum Sieg verhelfen. Wütend denunziert er sie daraufhin in den Medien und wirft ihr vor, ihn aus Rache schlecht vertreten zu haben und gemeinsame Sache mit den Panzerknackern zu machen. Nachdem ihr Ruf ruiniert ist, sucht Opa Knack überraschend Dagobert auf und berichtet, dass er und Rosis Onkel einst Komplizen waren. Nach einem Einbruch bei einem Juwelier war Opa Knack geschnappt worden und hielt die ganze Zeit dicht, wer sein Spießgeselle war. Der wurde in der Zwischenzeit anständig und zog seine Nichte vorbildhaft auf. Rosi vertrat die Panzerknacker anschließend wiederholt vor Gericht, um sich dafür zu revanchieren, dass Opa Knack ihren Onkel nicht verpfiffen hat. Dagobert Duck ist von der Geschichte bewegt, und nach ein paar auffordernden Blicken von Frau Rührig und Baptist stellt er in den Medien Rosis Ruf wieder her.

Die Einschätzung

Die Geschichte ließ uns mit gemischten Gefühlen zurück. Auf der einen Seite ist es bis zu einem gewissen Level rührend, dass sich Dagobert Duck am Ende auf die Seite der Anwältin schlägt, ihre Motivation anerkennt und sich sogar dafür interessiert, wie ihre Karriere weitergeht. Ebenso ist das Thema »Gericht« tatsächlich vergleichsweise unverbraucht, denn obwohl schon in abertausenden Disney-Comics Verbrecher ins Kittchen geschickt wurden, wurden die Prozesse zumeist ausgeklammert bzw. der Eulenrichter kam in solchen Fällen zumeist nur in einem einzelnen Panel vor, und damit waren die Verfahren abgehakt. Somit also ein weiterer Punkt auf der Habenseite. Auch einzelne kleine Albernheiten für zwischendurch - etwa Dagoberts kleine Gelddusche, in der ihm »Dublonen-Essenz« gereicht wird - sind spaßig. Auf der anderen Seite täuschen die Gründe, die Rosi Rechtzweegs für ihr Handeln hat, nicht darüber hinweg, dass hier mit Winkelzügen Verbrecher immer wieder aufs Neue freigesprochen werden. Dass immer wieder die gleiche Gesetzeslücke bemüht wird, ist ermüdend repetetiv. Und Spannung will insgesamt nicht so recht aufkommen. Kurzum: Wir waren hin- und hergerissen. Das spiegelte sich auch in der Bewertung durch unsere Mitarbeiter wieder: Jeweils einmal wurden die Noten Zwei bis Vier vergeben, zwei unserer Mitarbeiter entschieden sich für die Schulnote Fünf. So kamen wir am Ende auf die Durchschnittsnote 3,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz