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  Die Entenanalyse: Gib Gummi!
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Das aktuelle Lustige Taschenbuch, das die Nummer 547 und den Titel »Ab ans Meer!« trägt, ist seit dem 22. Juni im Handel, und wir lassen es von fünf unserer Helfer Comic für Comic lesen. Zuletzt thematisierten wir hier den fragwürdigen Verkleidungs-Comic »Der doppelte Donald«, in dem Wendelin Knack in die Rolle von Donald Duck schlüpft, um sich an den Ducks und an Phantomias zu rächen. Es gab daran jede Menge zu kritisieren, wie wir an dieser Stelle schilderten. Ihr empfandet das Machwerk deutlich besser als wir: Während wir im Schnitt die Schulnote 4,4 vergeben hatten, liegt der Schnitt eurer Abstimmung derzeit bei 3,45. Mit Micky Maus ging es weiter.

Gib Gummi!

Etwas weiter vorn in diesem Lustigen Taschenbuch war der Comic Das Kaugummi-Komplott abgedruckt worden. »Gib Gummi!« knüpft nun mehr oder weniger an diese Geschichte an. Im italienischen Original wurde der Comic ein paar Wochen nach dem ersten veröffentlicht, genauer gesagt am 26. August 2020. Damals hieß der 32 Seiten lange Dreireiher »Topolino e l'affare pigam«. Glaubt man dem Google-Übersetzer, bedeutet »pigam« auf Deutsch »Schweinchen«, in dem Fall leitet sich das Wort aber vom italienischen Namen Kater Karlos (Pietro Gambadilegno) ab. Zu Deutsch bedeutet der Titel also »Micky Maus und die Katkar-Affäre«. Der Comic stammt (wie das Kaugummi-Komplott) von Alessio Coppola, gezeichnet wurde er von Davide Cesarello.

Worum geht es?

Micky Maus fährt mit Pluto und Goofy aufs Land, um Urlaub zu machen. Auf ihrem Weg werden sie pausenlos mit allen Arten von Werbung für ein Reifenunternehmen namens »Katkar« konfrontiert, und es scheint nicht möglich, der Marketinglawine zu entkommen. Schlussendlich sind sie davon absolut genervt, aber sie fahren unbeirrt weiter in Richtung ihres Zieles. Dann nähert sich ein Unwetter.

Spoiler

Nach einem Beinahe-Zusammenprall mit einem »Larkle«-Fahrzeug, das zuvor eingesetzt worden war, um in der Hitze die Straßen zu befeuchten (?), verkriechen sich Micky und Goofy vor dem Unwetter in einer Scheune. Als sie wieder losfahren wollen, lösen sich ihre Reifen auf. Testweise legen sie das Verdeck ihres Autos auf den Asphalt, und auch dieses schmilzt zusammen. Offensichtlich wurde auf dem Asphalt etwas aufgetragen, das Gummi zersetzt. Nur »Katkar«-Gummi ist nicht betroffen. Wenig später sehen sie eine seltsame Strahlung am Himmel, und so gelangen sie zu einem Geheimlabor. Dort werden die »Katkar«-Reifen produziert, und Micky Maus fällt es wie Schuppen von den Augen, dass »Katkar« für »Kater Karlo« stehen könnte. Während Pluto mit einem Gummiknochen davonrennt, werden Micky und Goofy von Wachleuten gefangengenommen. Durch einen Belüftungsschacht beobachten sie von ihrem Verlies aus, wie Kater Karlo, Kralle und ein bärtiger Mann darüber sprechen, wie sie noch mehr Geld aus »Katkar« herausquetschen können. Karlo versucht dabei seine Komplizen zu hintergehen. In ihren Streit hinein platzen Kommissar Hunter und die restliche Entenhausener Polizei: Pluto war mit seinem Gummiknochen nach Entenhausen gerannt, und da auf dem Knochen die Katkar-Adesse stand, sind die Polizisten kurzerhand hergekommen. (Warum auch immer das ein Grund sein soll, zahlreiche Einsatzwagen loszuschicken.) Nun zeigt sich, dass die Fahrzeuge von »Larkle« (ein Anagramm von »Kralle«) dafür gesorgt haben, dass der Entenhausener Asphalt den Gummi der »Katkar«-Konkurrenz zerstört hat. Kralle und Karlo werden verhaftet, während ihr bärtiger Komplize zu entkommen versucht. Micky hält ihn auf und demaskiert ihn: Es ist Dolores Distel aus dem »Kaugummi-Komplott«. Sie hat damals ihren eigenen Bruder ins Kittchen gebracht, um sich an ihm und ihrer Familie zu rächen, dass diese ihre Schauspielerinnen-Karriere verhindert haben. Äääh ... okay!?

Die Einschätzung

Nun, im ersten Schritt muss man den Machern des Lustigen Taschenbuchs ein wenig Anerkennung zollen, dass sie das »Kaugummi-Komplott« und »Gib Gummi!« im gleichen Band platziert haben, denn die erste Story war so konfus und wirkte rückblickend betrachtend so halbgar, dass sie den Leser ohne diesen zweiten Comic ziemlich ratlos zurückgelassen hätte. Gleichzeitig muss man aber auch sagen: »Gib Gummi!« schafft es nicht vollkommen, die Konfusion beiseite zu räumen. Ein paar Nebenplots, etwa die im ersten Comic eingeführte Urlaubsfreundin von Minnie Maus und deren zwischenzeitlich abhanden gekommener Ring, werden ordentlich erklärt. Auf der anderen Seite musste hier schon ziemlich viel zusammengezwungen werden, damit es storytechnisch halbwegs passt. Dass mit der neuen Gummimischung ein ganz anderes zusätzliches Fass aufgemacht wird, bei dem weitere Kriminelle am Werk sind, ist dem Aufdröseln des roten Fadens nicht sonderlich zuträglich gewesen. Was noch bei diesem zweiten Part hinzukommt, ist außerdem eine Sinnfrage: Wenn Kater Karlo und Kralle über derart riesige Mittel verfügen, dass sie ein Gummiunternehmen zum Marktführer machen können und vermutlich Abermillionen von Talern in Marketing & Co. pumpen können, warum sollte es dann überhaupt noch einen Grund geben, weitere Verbrechen obenauf zu packen, anstatt sich einfach zurückzulehnen und das Geld sprudeln zu lassen? Insgesamt gilt für »Gib Gummi!« das gleiche wie für die beiden Comics in Kombination: Es wurde hier ein Stückchen zu viel gewollt, zu viele Ideen sollten vereint werden, und so war die Wirkung nicht so gut, wie sie hätte sein können. Am Ende bewerteten zwei unserer Mitarbeiter die neue Geschichte mit der Note Drei, die anderen mit einer Vier, so dass wir im Schnitt bei einer 3,6 landeten.


Wie fandet ihr "Gib Gummi!"?
1
 
 92 (25,1%)
Schulnote 4
2
 
 91 (24,9%)
Schulnote 3
3
 
 67 (18,3%)
Schulnote 5
4
 
 50 (13,7%)
Schulnote 2
4
 
 50 (13,7%)
Schulnote 6
6
 
 16 (4,4%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz