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  Die Entenanalyse: Gerangel um die Villa Rosa
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 547, das den Titel »Ab ans Meer« trägt und seit dem 22. Juni im Handel ist, wird derzeit von einem Mitarbeiter-Quintett unserer Seite nach und nach gelesen. Zuletzt thematisierten wir hier die Micky-Maus-Kriminalgeschichte »Das Kaugummi-Komplott«, die den Versuch anstellte, eine etwas komplexere Geschichte zu erzählen als üblich, jedoch ein wenig farblos daherkommt und womöglich auf einen zweiten Comic angewiesen sein wird, den wir später noch besprechen werden. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr empfandet den Comic bisher deutlich besser als wir (unsere Schulnote war eine 3,8, euer Notenschnitt liegt derzeit bei 3,38). Weiter ging es mit einem Phantomias-Comic.

Gerangel um die Villa Rosa

Es handelt sich um einen insgesamt vierzig Seiten langen Comic, der zweigeteilt abgedruckt wurde. Das italienische Original, das am 2. und 9. Oktober des Jahres 2019 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt wurde, hieß »Paperinik e la disfida di Villa Rosa« (Phantomias und die Villa-Rosa-Herausforderung). Hierzulande erhielten die beiden Parts die Bezeichnungen »Falscher Gewinner« und »Richtige Verlierer« als Untertitel. Geschrieben wurde der Comic von Marco Gervasio, die Zeichnungen steuerte Lorenzo Pastrovicchio bei. Im Lustigen Taschenbuch wird der Comic durch den Dussel-Duck-Achtseiter »Kongenialer Kokolores« unterbrochen, bei dem wir heilfroh sind, dass er unter unserer festgelegten Mindestlänge von zehn Seiten liegt und wir den Mantel des Schweigens über ihn hüllen können.

Worum geht es?

Dagobert Duck und Klaas Klever ringen auf einer Auktion um den Nachlass eines Ganoven aus den Zwanzigern, da sie sich einen versteckten Schatz erhoffen. Dagobert ersteigert ein Banjo, zertrümmert es auf dem Kopf seines Rivalen und findet einen Zettel im Inneren, der ihm das Versteck verrät: die Villa Rosa. Diese gehört Donald Duck, seitdem ihm ein Gewinnlos zugestellt wurde, das eigentlich an Gustav Gans gerichtet war. Da sich in der Villa Rosa das Phantomias-Versteck befindet, verweigert Donald den beiden Fantastilliardären den Zugriff auf das alte Haus. Diese stecken jedoch nicht auf, sondern bleiben am Ball.

Spoiler

Dagobert begegnet Gustav, der just bemerkt hat, dass das Gewinnlos eigentlich für ihn gedacht gewesen war. (Und das, obwohl seitdem Jahre vergangen sind.) Aufgrund eines seltsamen Entenhausener Gesetzes, laut dem Gewinne pauschal nach fünf Jahren verfallen, wandert die Villa Rosa jedoch nicht in Gustavs Besitz, sondern fällt der Stadt zu. Entenhausens Bürgermeister beschließt daraufhin, sie durch eine neue Verlosung an den Mann zu bringen. Dagobert und Klaas Klever kaufen (wegen einer weiteren seltsamen Entenhausener Regelung) jeweils die Hälfte der Lose. Im Phantomias-Kostüm bricht Donald daraufhin bei den beiden ein und stiehlt alle Lose. Er verbrennt sie, eines rutscht jedoch aus dem Ofen. Tags darauf wird Donald von Gustav und den beiden Geschäftsmännern zur Rede gestellt, und das angekokelte Los wird gefunden. Es gehörte zu Dagoberts Losen, und so gewinnt dieser tatsächlich das Haus. Als Phantomias holt sich Donald daraufhin eine Rechtsberatung bei Primus von Quack und begibt sich zur Villa Rosa. Er findet den »Schatz«, der sich als leere Kiste entpuppt, da Lord Quackett einst den ganzen Reichtum wohltätigen Zwecken gestiftet hat. Phantomias sorgt dafür, dass Dagobert & Co. die leere Truhe finden. Nachdem Dagobert herausfindet, dass die Truhe unter ihrer Farbe aus purem Gold besteht, gibt er sich den Schatzsuchern zu erkennen und weist auf das hin, das Primus ihm verraten hat: Reklamiert ein echter Gewinner einen Preis nicht binnen fünf Jahren für sich, entspricht es den Entenhausener Gesetzen, dass der Preis dann beim falschen Gewinner bleibt. Aaaahja. Dagobert & Co. flüchten, und die Kiste wird verkauft. Einen Teil des Geldes »schenkt« Phantomias Donald, der dafür mit den Kindern in die Ferien reist.

Die Einschätzung

Wenn man sich vorab die Titel der einzelnen Comics dieses Bandes durchgelesen und einen groben Überblick darüber verschafft hätte, worum es darin geht, hätte man gegenüber »Gerangel um die Villa Rosa« vermutlich die größte Vorfreude empfunden und die größte Erwartungshaltung gehabt. Schlussendlich entpuppt sich die Geschichte als »okay«, aber auch nicht als mehr als das. Dafür wirkte diese Geschichte unter anderem ein bißchen arg bemüht, einen Grund herbeizuzaubern, die Villa Rosa in Gefahr zu bringen. Dass Phantomias einen doppelten Einbruch begeht, obwohl das bis dahin Geschehene offensichtlich der Entenhausener Rechtslage entspricht, ist für einen Superhelden äußerst fragwürdig. Dass die beiden reichsten Erpel der Welt davon ausgehen, dass Donald ungesehen bei ihnen eingebrochen ist, aber nicht hinterfragen, wie ihm das gelingen konnte, erst recht. Dass Dagobert & Co. am Ende postwendend abdampfen, als Phantomias ihnen androht, dass Donald sie wegen Hausfriedensbruch anzeigen könnte, obwohl sie ein paar Seiten zuvor noch einen Beweis in der Hand hielten, dass Donald seinerseits bei ihnen eingebrochen ist und gestohlen hat, ist regelrecht albern. Dass Phantomias von Primus ein weiteres abstruses Gesetz herbeizaubert, um dem abstrusen Storylineansatz zu begegnen, ist nichts anderes als eine magere Deus ex Machina. Die Figuren verhalten sich alle eine Spur zu aggressiv. Und so weiter, und so fort. Unterhaltsam ist der Comic trotzdem, was auch an der erzeugten Atmosphäre liegt. Aber der kleine Klassiker, auf den man vielleicht gehofft haben mag, ist er nicht, und gegenüber der Dagobert'schen Gemaschengeschichte stinkt er geradezu am. Am Ende bewerteten ihn jeweils ein Mitarbeiter mit den Noten Zwei und Drei, die anderen drei vergaben jeweils eine Vier. So landeten wir hier beim Durchschnittswert 3,4.


Wie fandet ihr "Gerangel um die Villa Rosa"?
1
 
 139 (32,6%)
Schulnote 1
2
 
 73 (17,1%)
Schulnote 2
3
 
 66 (15,5%)
Schulnote 3
3
 
 66 (15,5%)
Schulnote 4
5
 
 60 (14,1%)
Schulnote 5
6
 
 22 (5,2%)
Schulnote 6
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz