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  Die Entenanalyse: Gefahr für Micky
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Vor einigen Wochen thematisierten wir hier das 550. Lustige Taschenbuch, das trotz der runden Nummer nicht als Jubiläumsausgabe angepriesen worden war. Es erwies sich als eher durchwachsen, und nur eine einzige Geschichte - »Die Abenteuer des Sir Mausleton« - stach halbwegs heraus ... und selbst das nur in bedingtem Maße. Ihr kamt bei euren Abstimmungen zu ähnlich mäßigen Bewertungen wie wir. Eine Übersicht unserer damaligen Artikel zur »Reise zur Erdmitte« findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 12. Oktober gibt es nun einen neuen Band. Dieser heißt »Gefahr für Micky«, und wir haben wieder fünf Testleserinnen und Testleser darauf angesetzt. Hier soll es nun mit unserem Urteil zur Titelstory losgehen.

Gefahr für Micky

Hierbei handelt es sich um den einzigen Comic dieses Bandes, der speziell für das Lustige Taschenbuch und seine anderen europäischen Ableger geschrieben wurde. Alle anderen Geschichten, die dieses Mal abgedruckt wurden, entstammen dem italienischen »Topolino«-Magazin sowie einer Ausgabe von »Paperink«. »Gefahr für Micky« ist 28 Seiten lang und wurde von Lars Jensen ersonnen, die Zeichnungen steuerte Andrea Freccero bei.

Worum geht es?

Micky Maus leidet seit einiger Zeit unter schlimmen Albträumen, hat deswegen schwere Schlafstörungen und ist tagsüber missmütig und hängt durch. Abhilfe könnte ein Besuch bei Kommissar Hunter schaffen: Der empfiehlt ihm, gemeinsam mit Tick, Trick und Track einen kleinen Fall zu lösen, um auf andere Gedanken zu kommen. Bei einem Hersteller von USB-Sticks wurde offenkundig eingebrochen, und die Ganoven haben zwei Paketbandabroller gestohlen. Ähem.

Spoiler

Nach einer ersten Tatortbesichtigung wollen die Fieselschweiflinge von Micky wissen, was er von der ganzen Angelegenheit hält, er winkt jedoch ab und geht nach Hause. Auch als sie ihm einen Tag später einen USB-Stick mit den Aufzeichnungen der Überwachungskameras geben, stellt sich keine Motivation ein. Stattdessen legt er sich zwischendrin mehrmals schlafen und wird dabei immer wieder von neuen schlimmen Albträumen geplagt. Anschließend sind es die Kinder, die mit ihm zusammen eine Auffälligkeit auf dem Video erkennen. Außerdem geben ihm Tick, Trick und Track einen Ratschlag, wie er während eines Traums feststellen kann, dass er gerade gar nicht wach ist. Nachdem er ihren Kniff anwendet, wacht er auf und bemerkt, dass etwas in seinem Bett summt. Ein kleines technisches Gerät lag die ganze Zeit hinter seinen Kopfkissen und manipulierte seine Träume. Inbesondere wurde ihm Angst vor einem Gebäude - dem »Geheimdienstlichen Datenzentrum« - gemacht, und so zieht er den Schluss, dass das Objekt das Ziel der Täter ist. Außerdem kommt er zu dem Fazit, dass das schwarze Phantom hinter allem stecken muss, da die Sache dessen Handschrift trägt. Tatsächlich arbeitet das Phantom mit einem Erfinder zusammen. Der Diebstahl der Paketabroller war nur eine Tarnung, stattdessen haben sie einen USB-Stick mit einem Trojaner eingeschleust, damit dieser an den Geheimdienst gesendet wurde. Mit den auf diese Weise gewonnenen Daten soll eine großangelegte Erpressung starten. Dummerweise sind die beiden Gangster zu redselig: Als sie sich ihr Vorgehen - warum auch immer - noch einmal gegenseitig schildern, werden ihre Worte von den Fieselschweiflingen aufgezeichnet. Die Unholde werden verhaftet, und Micky kann endlich wieder richtig schlafen.

Die Einschätzung

Der Titel der Geschichte (und damit auch des gesamten Lustigen Taschenbuchs) ist ein wenig missverständlich, denn zwar werden Mickys Träume künstlich beeinflusst, aber in einer wirklichen Gefahr schwebt er während der Geschichte nicht gerade. Unabhängig davon sind ein paar Grundgedanken des Comics ziemlich gelungen, weil sie noch nicht sehr oft in dieser Form zu lesen waren. An einen solch schwermütigen Micky, wie man ihn hier am Anfang erlebt, konnten wir uns beispielsweise nicht aus einer anderen Story erinnern. Und ist es ist auch eine nette Idee gewesen, ihn mit den Fieselschweiflingen zu kombinieren. Dummerweise wird nicht so richtig viel aus diesen Ansätzen herausgeholt. Stattdessen wird hier einiges ganz schön lustlos vorgetragen, insbesondere das, was sich in Richtung der Auflösung zuträgt. Gangster, die sich in einem entscheidenden Moment in einem Redeschwall ergehen und sich selbst verraten, sind in Sachen Kreativität beispielsweise genau das Gegenteil von dem, das wir gerade gelobt haben. Und ihre gesamte Vorgehensweise ist von A bis Z hanebüchen und enorm konstruiert. Daher ist das, was hier insgesamt herausgekommen ist, eine Story mit ordentlichen Ansätzen, die aber nicht ausgenutzt wurden - ein comicgewordener Elfmeterschuss, der gegen den Pfosten gekracht ist. Von drei Mitarbeitern unserer Seite gab es am Ende die Note Drei, die beiden anderen Testleser entschieden sich für eine Vier. Damit landeten wir im Schnitt bei der Note 3,4 für diesen Auftaktcomic.


Wie fandet ihr "Gefahr für Micky" (den Comic, nicht das ganze Lustige Taschenbuch)?
1
 
 119 (28,9%)
Schulnote 4
2
 
 101 (24,5%)
Schulnote 6
3
 
 94 (22,8%)
Schulnote 5
4
 
 45 (10,9%)
Schulnote 3
5
 
 39 (9,5%)
Schulnote 2
6
 
 14 (3,4%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz