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  Die Entenanalyse: Geburtstagsparty mit Hindernissen
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Vor einigen Wochen haben wir ein Quintett an Mitarbeitern die Comics des 512. Lustigen Taschenbuchs lesen lassen. Wir waren zu einem ganz anständigen Fazit gekommen, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Am 6. November ist nun die 513. Ausgabe erschienen, die den Titel »90 Jahre Micky« trägt. Als »Geburtstag« von Micky gilt der 18. November 1928, als der Film »Steamboat Willie« im »Colony Theatre« von New York City uraufgeführt wurde. Im zweiten Comic des 513. Lustigen Taschenbuchs wird dieses Datum eine größere Rolle spielen, los ging es für uns aber erst einmal mit einer kombinierten Micky- und Donald-Geschichte.

Geburtstagsparty mit Hindernissen

Der Band beginnt mit dem einzigen Comic, der speziell für dieses Lustige Taschenbuch (und seine anderen europäischen Pendants) geschrieben und nicht dem italienischen Magazin »Topolino« entnommen wurde. Es handelt sich somit um eine Erstveröffentlichung. Der dreißig Seiten lange dänische Dreireiher hieß ursprünglich »Fødselsdag med forhindringer« (Geburtstag mit Hindernissen) bzw. »A Bust of a Birthday« (Ein kaputter Geburtstag) und wurde von Carol und Pat McGreal geschrieben. Für die zeichnerische Umsetzung war Massimo Fecchi zuständig.

Worum geht es?

Donald bekommt Besuch durch einen seltsamen Mann, der sich als Wächter eines Tempels zu erkennen gibt, aus dem Donald und Micky einst während einer Expedition eine uralte Statue mitgenommen hatten. Er fordert sie zurück, da der Diebstahl des Artefakts an einen Fluch gebunden ist. Um diesen zu brechen, müssen die »Diebe« das gute Stück gemeinsam an seinen Platz zurückbringen. Donald holt deshalb Micky ab, den er seit der Expedition nicht mehr gesehen hat, da es damals zu Streit zwischen ihnen gekommen war. Micky geht davon aus, dass Donalds Auftauchen mit einer für ihn geplanten geheimen Geburtstagsparty zusammenhängen könnte, und er schließt sich ihm an.

Spoiler

Mit einem hypermoderne Senkrechtstarter, der ihnen - wie auch immer das zu erklären sein soll - anstandslos von Dagobert Duck geliehen wird, fliegen Donald und Micky nach Ponto Gordo, wo der besagte Tempel steht. Auf ihrem Flug werden sie von einem Jet überholt, in dem sich der Wächter befindet. Dieser hat sich inzwischen die Maske vom Gesicht gezogen: In Wirklichkeit ist er das schwarze Phantom, und die Statue ist in Wirklichkeit ein Zepter, mit dessen Hilfe man allumfassende Macht erlangen kann, da es die Vorstellungskraft des Besitzers in Fleisch und Blut umwandeln kann. Im Tempel nimmt das Phantom Micky und Donald gefangen und bringt das Zepter an sich. Unsere beiden Helden können fliehen, während sie vom Phantom mit Blitzen beschossen werden. Der Tempel wird zerstört, und Micky und Donald fliehen bis zum Meer. Unter Zuhilfenahme eines Ladekranes schlägt Donald dem Phantom das Zepter aus der Hand. Micky nimmt es an sich, verwandelt sich selbst mit Hilfe des magischen Artefakts vorübergehend in einen Riesen und vertreibt das Phantom. Während der Bösewicht von zwei kriminellen Seeleuten überwältigt und zur Sklavenarbeit auf deren Schiff gezwungen wird, reisen Donald und Micky nach Hause, wo tatsächlich eine von Minnie Maus organisierte Überraschungsparty für den neunzigjährigen - und trotzdem immer noch frischen - Mäuserich stattfindet.

Die Einschätzung

Einen großen unlogischen Moment hat die Geschichte gleich zu Beginn: Hätte das schwarze Phantom nicht ohne Not die Behauptung aufgestellt, die Diebe der Statue müssten sie selbst zurückbringen, sondern sich das gute Stück von Donald einfach geben lassen, dann hätte sich die Sache für ihn sofort erledigt, er hätte nach Porto Gordo reisen und in Ruhe die Weltherrschaft übernehmen können ... oder was immer er vorhatte. Für ein angeblich verbrecherisches Genie war das schon eine ziemliche Nonsens-Handlung. Die Streitigkeiten zwischen Micky und Donald wurden etwas gezwungen in die Story hineingeschrieben und wirken unnötig, andererseits ist es trotzdem jedes Mal nett, die beiden gemeinsam in Comics zu erleben. Durch die sonst übliche Aufsplittung des Mäuse- und Entenuniversums haben diese Geschichten immer die Aura des »Besonderen«, selbst dann, wenn sie inhaltlich eigentlich nicht viel hermachen. Ansonsten ist es ein Comic, der durch seine schönen Zeichnungen mehr überzeugt als durch seine Handlung, bei der insbesondere der »magische« Part aus Sicht erwachsener Leser ein Stück »too much« ist. Schlussendlich entschieden sich jeweils zwei unserer Mitarbeiter, dem Comic die Noten Drei und Vier zu geben, eine Mitarbeiterin wählte die Note Fünf. Summa summarum stand damit am Ende eine 3,8 zu Buche. Während das 512. Lustige Taschenbuch mit einem außergewöhnlich guten Comic startete, ist dieses Mal noch jede Menge Luft nach oben übrig.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz