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  Die Entenanalyse: Gauner ohne Glück
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Langsam neigt sich das 544. Lustige Taschenbuch, das »Fast schon zu furios!« heißt und seit dem 30. März im Handel ist, dem Ende: Nur noch zwei Comics waren übrig, die wir noch nicht von unserem Mitarbeiterquintett haben lesen lassen. Zuletzt thematisierten wir mit der Dussel- und Donald-Blumensuche »Der Stern der Anden« den bis hierhin schwächsten Part, der am guten Eindruck des gesamten Bandes aber wenig rütteln konnte. Unsere Zusammenfassung findet ihr an dieser Stelle. Interessanterweise fandet ihr den Comic erstaunlich gut: Während wir eine 3,8 vergeben haben, ist der bisherige Schnitt in eurer Abstimmung eine 2,71, womit ihr die - unserer Meinung nach - recht generische Geschichte als einen der besten Beiträge dieses Lustigen Taschenbuchs angesehen habt. Weiter ging es mit Kater Karlo.

Gauner ohne Glück

Auch diese Story ist recht frisch, nämlich gerade einmal ein Jahr alt. Sie wurde am 4. März 2020 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht - anders ausgedrückt: Es handelt sich um einen Comic über einen Kater ohne Glück, der zu einem Zeitpunkt in Italien veröffentlicht wurde, in dem das ganze Land gerade eine schwere Krise zu durchleiden hatte. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde von Danilo Deninotti geschrieben und von Andrea Lucci gezeichnet. Er hieß damals »Gambadilegno e i colpi di ... sfortuna«, was man mit »Kater Karlo und die Einschläge des Pechs« übersetzen kann.

Worum geht es?

Kater Karlo steckt in einer Krise: Ihm misslingt alles. Als er eine Geldbörse klaut, stößt er gegen einen Laternenpfahl und wird ertappt. Als er eine wertvolle Krone stiehlt, wird er wegen eines kaputten Rücklichts angehalten, und der Polizist findet die Krone. Bei einem Banküberfall stößt er gegen eine Glastür und bleibt liegen. Schlussendlich landet er im Gefängnis.

Spoiler

Im Gefängnis trifft Karlo auf Plattnase, der ihm ein Buch aus der Gefängnisbücherei empfiehlt, das seinen Lesern erläutert, wie man Fehlschläge umgeht. Nachdem er wieder auf freiem Fuß ist, will er sich von einem Glücksberater helfen lassen, doch dieser kennt Karlos Vorgeschichte und hält ihn für einen unlösbaren Fall. Dennoch gibt Karlo nicht auf: Er bricht in ein Haus ein, doch dieses erweist sich als neues Domizil des inzwischen aus dem Gefängnis ausgebrochenen Plattnase. Der erzählt ihm, er habe in der Gefängnisbibliothek von einem Ort in den Bergen gelesen, an dem man vierblättrige Kleeblätter findet, und ein solches könnte Karlo gebrauchen. Wieder ein Reinfall: Karlo wird wegen des Diebstahls geschützter Pflanzen verhaftet. Schlussendlich findet er eine Glücksberaterin, die bereit ist, ihm zu helfen. Sie erklärt, er müsse lediglich für eine Balance sorgen, dann würde es schon wieder mit dem Glück klappen. Dies bedeutet, dass er täglich eine gute Tat vollbringen soll. Auch das führt zu einer Kette von Reinfällen, da Karlos Wohlwollen missinterpretiert wird. Als besonders zäh erweist sich eine alte Dame, der Karlo über die Straße helfen will. Karlo bedrängt sie schlussendlich so sehr, dass die Polizei herbeieilt. Diese findet jede Menge Diebesgut in der Handtasche der Frau. Es handelt sich somit um eine Verbrecherin, die dank Karlo geschnappt werden konnte. Karlo geht davon aus, dass er damit das Gleichgewicht wiederhergestellt hat. Ob dem so ist, erfährt der Leser nicht.

Die Einschätzung

Sieht man mal von den beiden Kurzcomics ab, die wir hier aufgrund ihrer geringen Seitenzahl gar nicht erst besprochen haben, ist »Gauner ohne Glück« unserer Meinung nach der bisherige Tiefpunkt dieses Bandes ... hoffen wir, dass er es bis zum Ende bleiben wird. Einerseits ist er zeichnerisch nicht gerade alleroberste Klasse, wie man beispielsweise an Inspektor Issels entgleistem Gesicht im vorletzten Panel von Seite 222 sehen kann. Zum anderen ist auch die Story recht dürftig. Karlo misslingt ein Verbrechen, dann misslingt ihm ein Verbrechen, dann misslingt ihm ein Verbrechen. Da es in Entenhausen bereits mit Donald Duck eine Figur gibt, die ein geborener Pechvogel ist und über dessen Pech es gefühlt hunderttausend Comics gibt, lockt einen ein Pechvogel von der anderen Seite von Recht und Ordnung nicht gerade vorm Ofen hervor. Der Schlussgag, dass er dann am Ende auch noch ungewollt der Polizei hilft, ist eigentlich kein Gag. Den hätte es in einer Story wie dieser aber unbedingt gebraucht. So erweist sich »Gauner ohne Glück« schlussendlich als ein Beitrag, der einem nicht mehr als ein kräftiges Achselzucken beschert. Er ist nicht weiter schlimm, sondern einfach nur eine belanglose Auffüllstory. Das Einzige, der in Erinnerung bleibt, sind die erschreckend kurzen Haftstrafen, die in Entenhausen offenbar ausgesprochen werden. Kein Wunder, dass es dort so viele Unholde gibt. Einer unserer Mitarbeiter entschied sich schlussendlich für die Note Drei, die Noten Vier und Fünf wurden jeweils zweimal vergeben. So landeten wir hier summa summarum beim Durchschnittswert 4,2.


Wie fandet ihr "Gauner ohne Glück"?
1
 
 142 (38,8%)
Schulnote 5
2
 
 102 (27,9%)
Schulnote 6
3
 
 56 (15,3%)
Schulnote 4
4
 
 46 (12,6%)
Schulnote 3
5
 
 11 (3,0%)
Schulnote 2
6
 
 9 (2,5%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz