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  Die Entenanalyse: Gauner im Goldrausch
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Vor einigen Wochen besprachen wir hier die Comics des 510. Lustigen Taschenbuchs und kamen zu dem Schluss, dass es keinen Ausbrecher nach ganz oben oder ganz unten gab, dafür aber eine Handvoll Comics, die halbwegs lesenswert waren, und eine zweite Handvoll, die man getrost übergehen konnte. Unsere Zusammenfassung von damals findet ihr an dieser Stelle. Seit dem 11. September ist nun das 511. Lustige Taschenbuch im Handel, das den Titel »Gauner im Goldrausch« trägt. Natürlich haben wir uns auch diesem Band wieder angenommen, und mit der Titelgeschichte soll es hier losgehen.

Gauner im Goldrausch

Jene Titelgeschichte ist rund vier Jahre alt, denn sie wurde am 24. Juni 2014 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht. Der 32 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Zio Paperone e l'intrigo labirintico«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert und die Labyrinth-Intrige« bedeutet. Um es vorwegzunehmen: Der Titel passte deutlich besser zum Inhalt, denn im Goldrausch ist hier eigentlich niemand. Die Geschichte wurde von Riccardo Pesce verfasst, für die zeichnerische Umsetzung war Michele Mazzon verantwortlich.

Worum geht es?

Dagobert Duck hat sich von einem Professor ein neues Sicherheitssystem in den Geldspeicher einbauen lassen: ein Labyrinth, dessen Wände sich stetig verschieben. Er selbst ist der Einzige, der wieder hinausfinden kann, da ihm von einem »Irrtektor« - einem Navigationsgerät - der richtige Weg gewiesen wird. Die Panzerknacker fassen daraufhin den Plan, trotzdem einzubrechen, Geld zu stehlen, Dagobert zu erschrecken und ihm dann einfach auf seiner Flucht hinterherzulaufen, um den richtigen Weg zu finden. Dazu verkleidet sich einer von ihnen als Minotaurus.

Spoiler

Dagobert wacht auf, als er Geräusche vernimmt, und siehe da: Sein Geldspeicher ist nahezu komplett ausgeräumt worden. Nur das kleine Boot, mit dem er sonst durch die Goldwogen rudert, ist noch da: Es befindet sich umgestülpt am Boden und wackelt vor sich hin. Die Panzerknacker haben sich darunter versteckt und erzählen, was eigentlich ihr Plan war, dass dieser jedoch durchkreuzt wurde, da sich ein echter Minotaurus zwischen dem Geld befunden hatte. Vor ihm mussten sie flüchten. Dagobert will die Ganoven daraufhin aus dem Geldspeicher führen, doch sein Irrtektor funktioniert nicht, und so sitzen sie zusammen fest. Am nächsten Nachmittag wird Donald von Opa Knack aufgesucht, der ihm berichtet, dass seine Enkel offensichtlich von Dagobert festgehalten werden. Der Professor kommt hinzu und erklärt, ihm sei ein Flüchtigkeitsfehler bei der Konstruktion seines Sicherheitssystems unterlaufen, weswegen nun vermutlich alle eingesperrt sind. Gemeinsam mit Baptist, den sie am Eingang finden, brechen sie allesamt durch die Wände durch und befreien die Gefangenen. Später weinen Dagobert und die Panzerknacker gemeinsam dem verschwundenen Geld nach, während der Professor und Baptist das Labyrinth abbauen und in einem LKW verladen. Die Ducks hören Geräusche und stoßen in der Besenkammer auf ... Baptist, dieses Mal jedoch den richtigen, denn der andere war offensichtlich ein Double. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen verwandelbaren Androiden, der von dem Professor konstruiert wurde: Alles war ein abgekartetes Spiel, um Dagoberts Geld zu rauben. Die Ducks und die Panzerknacker schlagen ihre Gegner zusammen bzw. legen den Androiden mit der zugehörigen Fernbedienung lahm, und das Geld wird wieder in den Geldspeicher geschafft, so dass alles wieder beim Alten ist.

Die Einschätzung

Dass Onkel Dagobert ein neues Sicherheitssystem in seinen Geldspeicher einbauen lässt, sich dieses in irgendeiner Weise gegen ihn wendet und er alsbald selbst darin steckenbleibt, ist gefühlt schon tausend Mal erzählt worden. Im Normalfall ist Daniel Düsentrieb für die Konstruktion zuständig, hier hingegen ausnahmsweise eine externe Figur, was zumindest die Möglichkeit ergab, das Ganze als mutwillig herbeigeführt darzustellen. Am Grundkonzept ändert das wenig. Dass die Story einen Androiden enthält, der seine äußere Form verwandeln kann, ist skurril, denn genau das gleiche gab es erst im letzten Lustigen Taschenbuch, nämlich in der Story »Der Transfoid«, welche wir an dieser Stelle analysiert hatten. Interessant war anfangs der Ansatz rund um die griechische Mythologie, denn dadurch hätte die Geschichte in außergewöhnlichen Bahnen verlaufen können, was leider mit zunehmender Seitenzahl immer weiter zerfaserte. Und a propos zerfasernde gute Ideen: Daraus, dass Opa Knack und die Ducks hier zusammenarbeiten (müssen), hätte man auch mehr machen können. So bleibt »Gauner im Goldrausch« eine Geschichte, die trotz altbackener Grundidee durchaus einiges an Potenzial gehabt hätte, das aber schlussendlich nicht ausgenutzt wurde. Am Ende entschied sich eine Mitarbeiterin unserer Webseite für die Schulnote Zwei, und jeweils zwei Mitarbeiter gaben dem Comic die Noten Vier und Fünf. So ergab sich schlussendlich der Durchschnittswert 4,0 und damit ein ziemlich mäßiger Einstieg ins neue Lustige Taschenbuch.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz