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  Die Entenanalyse: Gamaschen für die Ewigkeit
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Am 22. Juni ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 547 mit dem sommerlichen Titel »Ab ans Meer«. Wir lassen es derzeit von einem Fünferpack an Mitarbeitern lesen, und zwar Comic für Comic. Die Titelgeschichte war an sich ganz in Ordnung, hatte allerdings das kleine Manko, dass ihr ein Epilog hinterhergeschoben wurde, der sie eine Stufe schlechter machte. Unseren zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Ihr habt euch bei eurer Abstimmung als deutlich kritischer gezeigt als wir (während wir die Schulnote 3,4 vergeben haben, ist der Zwischenstand bei euch derzeit eine 3,97). Mit einer Story über ein ausgetretenes Schuhwerk ging es weiter.

Gamaschen für die Ewigkeit

Hierbei handelt es sich um eine Geschichte, die etwas mehr als zwei Jahre auf dem Buckel hat. Am 13. März des Jahres 2019 wurde sie im italienischen Magazin »Topolino« unter dem Titel »Zio Paperone e l'enigmatica stoffa inconsumabile« veröffentlicht. Den Titel kann man mit »Onkel Dagobert und das rätselhafte unzerstörbare Material« übersetzen. Der dreißig Seiten lange Dreireiher wurde von Giorgio Fontana ersonnen und von Alessia Martusciello gezeichnet.

Worum geht es?

Als er sich gerade vor Gitta Gans versteckt, bemerkt Dagobert Duck, dass seine (kaum fünfzig Jahre alten) Gamaschen verschlissen sind. Da er keine neuen kaufen möchte, beschließt er, sich welche zu leihen. Der einzige ihm bekannte andere Gamaschenträger ist Gustav, und so begibt er sich zu ihm. Gustav kann ihm aber gar keine leihen, denn er besitzt ein einziges Paar. Dieses hat sich seit seiner Jugend nie abgenutzt. Dagobert mutmaßt, dass die Gamaschen ein Geheimnis bergen müssen, und diesem will er nachgehen.

Spoiler

Im Labor von Daniel Düsentrieb wird festgestellt, dass die Gamaschen aus einem nicht zu identifizierenden unzerstörbaren Material bestehen. Dagobert Duck wittert ein Geschäft und möchte wissen, woher Gustav die Treter hat. Dieser hat sie als junger Erpel von einer alten Schneiderin geschenkt bekommen. Man begibt sich auf die Suche nach der Dame, klappert alle Modegeschäfte der Stadt ab und erlebt einen Misserfolg nach dem anderen. Erst als Gustav sein Glück in die Waagschale wirft und auf einen zufälligen Namen im Telefonbuch tippt, kommt man der Frau - einer Ente namens Nora Nädele - auf die Spur. Die Schneiderin berichtet, das Material sei inzwischen aufgebraucht. Einer ihrer Urahnen hatte den Stoff von einer mächtigen Fee bekommen und geschworen, ihn ausschließlich einzusetzen, um Kleidung für die Ärmsten der Armen zu produzieren. Aus dem letzten Stück Stoff hatte Nora Gamaschen gemacht und dem damals mittellosen Gustav gegeben, nachdem dieser ihr über die Straße geholfen hatte. Dass nun nichts mehr da ist, aus dem Dagobert Kapital schlagen könnte, gefällt der alten Dame, denn dies wäre nicht in ihrem Sinne gewesen. Allerdings stellt sie fest, dass sie und Dagobert sich bereits kennen: Einst hatte sie ihm in Dawson am Klondike Handschuhe geschenkt, als sie gesehen hatte, wie stark er damals an den Fingern fror. Eine Bezahlung wollte sie damals nicht, da es ihr »Lohn genug« war, zu wissen, was das Geschenk aus Dagobert machen würde. Und in der Tat: Als Daniel Düsentrieb schlussendlich entschlüsselt, woraus das Gewebe besteht und es reproduzierbar macht, beschließt der reichste Erpel der Welt, keine Massenproduktion zu beginnen, denn es gibt Dinge auf der Welt, die man niemals verkaufen sollte, sondern die man immer nur verschenken kann.

Die Einschätzung

Tja ... eine Geschichte über ein paar alte Schlappen - wie um alles in der Welt könnte so etwas gut sein? Das wissen wir auch nicht, auf jeden Fall ist es den Machern dieses Comics auf der ganzen Linie gelungen. Wir würden sogar soweit gehen, diesen Comic als den besten Beitrag im Lustigen Taschenbuch seit Der Pechpilz und der Glücksvogel vor zwei Monaten einzuordnen. Sieht man mal von dem etwas unlogischen Aspekt, dass ein nicht verformbares oder zerschneidbares Material eigentlich gar nicht zum Schneidern von Gamaschen oder zu einem anderen industriellen Einsatz geeignet wäre (da man es dafür bearbeiten können müsste), wird hier eine wirklich schöne warmherzige Geschichte geboten, an der so ziemlich alles passt. Die Idee ist neu und unverbraucht, die Suche nach der Schneiderin macht Spaß, Gustav kommt hier erstaunlich sympathisch rüber, und Dagobert überzeugt ebenfalls in seiner Rolle des Erpels, der Geschäfte eigentlich über alles stellt, tief in seinem Inneren aber doch ein gutes Herz hat. Die (durch runde Ecken grafisch abgehobenen) Rückblenden sind ebenso gut in Szene gesetzt wie das Hier und Jetzt. Wirklich, eine abolut »runde« Geschichte, die ihre Leserschaft mit einem zufriedenen Gefühl zurücklässt. Am Ende bewertete sie eine unserer Mitarbeiterinnen mit der Note Eins, die Noten Zwei und Drei wurden jeweils doppelt vergeben. Damit landeten wir am Ende beim Durchschnittswert 2,2.


Wie fandet ihr "Gamaschen für die Ewigkeit"?
1
 
 178 (44,1%)
Schulnote 2
2
 
 110 (27,2%)
Schulnote 3
3
 
 66 (16,3%)
Schulnote 1
4
 
 40 (9,9%)
Schulnote 4
5
 
 6 (1,5%)
Schulnote 6
6
 
 4 (1,0%)
Schulnote 5
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz