Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.841 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »wilhelm26«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Fiese Abzocke
Werbung:
Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 517 trägt den Titel »Gute Besserung« und ist seit dem 26. Februar im Handel. Seit einigen Tagen lassen wir fünf unserer Mitarbeiter das Buch Comic für Comic durchlesen, wie eifrige Besucher unserer Seite sicher schon mitbekommen haben. Zuletzt thematisierten wir den mehr als fünfzig Jahre alten Comic »Und dann kam Dolly!«, der in dem Band erstmals auf Deutsch erschien. Leider transportierte sich der Humor der sechziger Jahre darin besonders schlecht in die Gegenwart, wie wir an dieser Stelle schilderten. Weiter ging es mit einem Coup der Panzerknacker.

Fiese Abzocke

Rund zwei Jahre ist dieser Comic alt, genauer gesagt wurde er am 22. Februar des Jahres 2017 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht. Damals trug er den Titel »Zio Paperone e la dissipazione cellulare«, was man grob mit »Onkel Dagobert und das Ableiten (von Geld) per Mobiltelefon« übersetzen könnte ... aber nicht sollte, so krumm, wie das klingt. Zumal es auch ein Spoiler ist. Die Geschichte wurde von Alessandro Sisti geschrieben und von Marco Mazzarello zeichnerisch umgesetzt. Es handelt sich um einen dreißig Seiten langen Dreireiher.

Worum geht es?

Auf seinem Morgenspaziergang begegnet Dagobert Duck mehreren Männern, bei denen es sich augenscheinlich um verkleidete Panzerknacker handelt, und jedes Mal kommt es beinahe zu Unfällen. Als er sich schließlich nach einem Geldstück bückt, fallen ihm der Zylinder und sein Handy herunter. Letzteres geht kaputt, den Zylinder gibt ihm einer der verkleideten Panzerknacker zurück. Anschließend tragen sich merkwürdige Dinge zu.

Spoiler

Dagobert lässt sich ein neues Handy zuschicken. Das alte möchte er zu Daniel Düsentrieb bringen, doch dieser ist gerade verreist. Zum Glück radelt gerade ein mobiler Handy-Notdienst vorbei. Der Mann repariert das Gerät, setzt eine neue SIM-Karte ein und erklärt, er würde in ein paar Tagen bei Dagobert vorbeikommen, um die Bezahlung abzuholen. In den Folgetagen hat Dagobert den unerklärlichen Eindruck, betrogen worden zu sein. Auf seinen Gängen durch die Stadt läuft er wiederum regelmäßig verkleideten Panzerknackern über den Weg. Dieses Mal kommt es nicht zu Unfällen, doch die Unholde (die er nicht als solche erkennt) stellen ihm seltsame Fragen. Wenig später sieht er die unverkleideten Panzerknacker, die augenscheinlich zu Reichtum gekommen sind. Eine Verfolgungsjagd scheitert an einem leeren Tank. An der Tankstelle begegnet ihm Klaas Klever, der ihm erzählt, dass man heutzutage per Handy bezahlen kann. Dagobert beginnt eins und eins zusammenzuzählen: Er erkennt, dass er den Ganoven wiederholt in Verkleidung begegnet ist. Unter anderem hält er den Mann vom Handy-Notdienst für einen von ihnen, doch als er ihn attackiert, entpuppt er sich als echter Techniker. Dieser findet heraus, dass sich ein Chip in Dagoberts Zylinder befindet. Die Panzerknacker hatten ihn bei dem eingangs erwähnten Zwischenfall mit dem Geldstück in dem Hut versteckt. Anschließend hatten sie sich dem reichsten Erpel der Welt wiederholt (verkleidet) mit einem versteckten Lesegerät genähert und über den Chip einen Geldbetrag von ihm abgebucht. Die entlarvten Panzerknacker werden verhaftet.

Die Einschätzung

Die Geschichte hat sich als überraschend gut herausgestellt. Versuche, vergleichsweise moderne Technik in die aktuellen Disney-Geschichten einzubinden, stellen sich ja oft als halbgar heraus, hier funktioniert es jedoch. Und so kommt in die übliche Panzerknacker-Dagobert-Konstellation, die oft von altbackenen und schon x-mal erzählten Diebstahlsversuchen mit Tunnelbohrern & Co. geprägt ist, glatt ein funktionierender neuer Schwung. Hinzu kommt, dass die Geschichte auch einen ordentlich gestrickten Handlungsablauf hat, insbesondere in Form der falschen Fährte, dass der Mann vom Handy-Notdienst gar nicht zu den Ganoven gehört. Und darauf, dass der eigentliche große Kniff nicht in dem Handy, sondern im Zylinder zu suchen ist, kommen vermutlich auch die wenigsten Leser von Anfang an. So haben wir hier eine gelungene Story, die aktuelle Technik und ihre Gefahren überraschend gut in einen Panzerknacker-Plot eingeflochten hat. Am Ende gaben drei unserer Mitarbeiter dem Comic die Note Zwei, jeweils einmal wurden die Noten Drei und Vier vergeben. So landeten wir hier schlussendlich bei der Durchschnittsnote 2,6. Und das können wir schon mal vorwegnehmen: »Fiese Abzocke« ist damit der Comic, der nach unserer Meinung in diesem Band am besten abgeschnitten hat. So gut, dass man dafür das ganze Buch kaufen sollte, ist er dann aber auch wieder nicht. ;)
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz