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  Die Entenanalyse: Eine tausendundzweite Chance
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Am 1. März ist das 556. Lustige Taschenbuch herausgekommen. Es trägt den Titel »Das Geheimnis des Geldspeichers« und wird seither durch ein Quintett an Mitarbeitern unserer Webseite testgelesen. Zuletzt war der Comic »Nur zur Erinnerung« an der Reihe, in der sich rund um ein Wachsfigurenkabinett merkwürdige Dinge abspielen und Phantomias zur Tat schreiten muss. Wir empfanden die Geschichte als ganz okay, wenn auch nicht mehr als das, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seid bisher deutlich kritischer als wir: Während wir am Ende bei der Schulnote 3,6 gelandet waren, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung bei 4,13. Mit Kater Karlo geht es nun weiter.

Eine tausendundzweite Chance

Etwas mehr als drei Jahre ist dieser Comic alt: Er wurde am 14. November des Jahres 2018 im italienischen »Topolino«-Magazin erstmals veröffentlicht. Damas trug der 24 Seiten lange Dreireiher den Titel »Topolino, Gambadilegno e la seconda possibilità«, was »Micky Maus, Kater Karlo und die zweite Chance« bedeutete. Hierzulande hat man also nochmal tausend Chancen draufgelegt. Die Idee zur Story stammte von Fausto Vitaliano, das Zeichnerische erledigte Federico Franzò.

Worum geht es?

Kater Karlo steht mal wieder vor Gericht. Der Richter betrachtet ihn als hoffnungslosen Fall, während sich Karlo darauf beruft, nur ein Opfer der schlechten Gesellschaft zu sein, mit der er zeit Lebens konfrontiert war. Das Urteil wird vorerst vertagt. Bis zur Urtelsverkündung spielen sich dann ungewöhnliche Dinge ab.

Spoiler

Der Moderator einer (nicht sonderlich populären) Gerichtssendung spricht Karlo an und lädt ihn in seine Show ein. Dort zeigt sich Karlo rührselig und bittet um eine zweite Chance. Dies führt dazu, dass der Hashtag #GSKKEZC (Geben Sie Kater Karlo eine zweite Chance) im Internet - wenn auch auf etwas mysteriöse Weise - stark trendet. Der Richter kommt zur Einschätzung, dass man Karlo aufgrund des Drucks der Öffentlichkeit nun nicht einfach wieder einsperren könnte, weswegen er stattdessen dafür sorgt, dass ihm ein ständiger Begleiter an die Seite gestellt wird: Micky Maus. Der Mäuserich ist fortan (genervt) überall dabei, wo Kater Karlo ist, kann aber nicht verhindern, dass dieser ein kleines Verbrechen nach dem anderen begeht, als würde es ganz automatisch seiner Natur entsprechend geschehen. Trotzdem wird Karlo online immer beliebter, während Micky Maus beim Publikum immer unsympathischer rüberkommt. Karlo ist selbst genervt von seiner Beliebtheit, da er nicht als braver Bürger angesehen werden möchte. Micky sorgt später dafür, dass Karlo bei einem Banküberfall gefilmt und verhaftet wird. Damit ist sowohl Mickys Ruf als auch Karlos Ruf wieder »geradegerückt«. Dann aber zeigt sich, dass die Bankfiliale schon seit Jahren geschlossen war: Karlo hatte sich bewusst ins Kittchen bringen lassen, um wieder seinen alten Ruf zurückzubekommen. Im Gefängnis genießt er abschließend unter den Mithäftlingen genau die Art »Ruhm«, an der ihm wirklich etwas liegt.

Die Einschätzung

Wenn man sich die Bewertung des Comics in der Disney-Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. anschaut, dann wird man sehen, dass er dort zu den am schlechtesten eingeschätzten Geschichten überhaupt gezählt wird. Als ganz so schlimm empfanden wir die Sache nicht, aber einige Prämissen der Story sind schon ziemlich fragwürdig. Allein dass der Richter (übrigens nicht der Eulenrichter, sondern ein unbekannter Mann) sein Urteil nach der Stimmung der Öffentlichkeit ausrichtet, ist schon eine ziemlich ... individualistische Idee. Dass es Karlo darum geht, im Gefängnis hoch angesehen zu werden, ist auch ein ziemlicher Widerspruch zu allem, was ihn sonst ausmacht. Hätte es ihm dann in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer recht sein müssen, dass Micky ihn immer wieder aufs Neue schnappt? Einige andere Aspekte des Comics sind indessen interessant, denn wie sich hier die Meinung des Internet plötzlich gegen »das Gute« wendet und der Blick darauf verloren wird, wer »das Böse« ist, ist ein gelungener erhobener Zeigefinger gegenüber dem verqueren Denken, das sehr häufig tatsächlich online herrscht. Einen sonderlich denkwürdigen Comic macht dies allerdings noch lange nicht aus der »tausendundzweiten Chance«. In unseren Augen war dies nicht mehr und nicht weniger als Durchschnittskost, und folgerichtig gab es von unseren Testlesern eine Drei, dreimal die Note Vier und einmal eine Fünf, was auf die Durchschnittsnote 4,0 hinauslief.


Wie fandet ihr "Eine tausendundzweite Chance"?
1
 
 113 (32,0%)
Schulnote 4
2
 
 70 (19,8%)
Schulnote 5
3
 
 66 (18,7%)
Schulnote 3
4
 
 42 (11,9%)
Schulnote 6
5
 
 38 (10,8%)
Schulnote 1
6
 
 24 (6,8%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 353 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz