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  Die Entenanalyse: Eine Frage der Höflichkeit
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Am 8. Dezember ist das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 540 erschienen, das den Titel »Zank und Zoff« trägt, und wir lassen es von fünf unserer Mitarbeiter lesen. Mit der Titelgeschichte waren wir nicht unzufrieden, auch wenn es nicht die beste Duck'sche Schatzsuche-Story aller Zeiten war, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Laut unserer Umfrage schätzt ihr den Comic - Stand jetzt - ein kleines Stückchen kritischer ein als wir (Durchschnittsnote 2,97 vs. unsere Note 2,8). In dem Buch folgte ein unsäglicher Zweiseiter namens »Und täglich ruft ...«, den wir aufgrund seiner Kürze an dieser Stelle nicht thematisieren. Die nächste längere Story beschäftigte sich derweilen mit einem freundlichen Räuber.

Eine Frage der Höflichkeit

Hierbei handelt es sich um eine ziemlich junge Geschichte: Die Erstveröffentlichung des 24 Seiten langen Dreireihers im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte am 5. Februar dieses Jahres. Geschrieben wurde er von Marco Nucci, für die Zeichnungen war Davide Cesarello zuständig. Der Originaltitel der Story lautete »Topolino e la questione di Galateo«, was zu Deutsch »Micky Maus und die Frage der Etikette« bedeutet.

Worum geht es?

Ein Mann, der sich Nettiketto nennt, betritt die Zentralbank Entenhausen und bringt die Schalterbeamte, den Bankchef und das Sicherheitspersonal allein mit säuselnden Worten dazu, ihm Zugang zum großen Tresor zu verschaffen. Sie unterstützen ihn sogar noch dabei, die Wertgegenstände aus dem Haus zu tragen. Es handelt sich um einen Verbrecher, den Polizist Steinbeiß schon aus »seiner Zeit in Texas« kannte und der damals mit den gleichen Mitteln vorging. Da er die Polizisten mit Worten von jeder Verhaftung abbringen konnte, war er niemals dingfest zu machen, und nun macht er Entenhausen unsicher.

Spoiler

Inspektor Issel geht davon aus, dass Nettigkeiten bei einem hartgesottenen Ermittler wie ihm nichts bewirken und er dadurch gegen Nettikettos hypnotische Höflichkeiten immun sein wird. Doch weit gefehlt: Als er und Steinbeiß den Strolch bei einem Überfall auf ein Juweliergeschäft auf frischer Tat ertappen, laden sie die Diamanten sogar in den Kofferraum ihres eigenen Polizeiautos und überlassen ihm dann freiwillig den Wagen. Micky Maus wird hinzugezogen, der den Vorschlag macht, Nettiketto mit verstopften Ohren zu begegnen. Es gelingt, ihn zu verhaften, doch als Micky, Issel und Steinbeiß ihn (schriftlich) verhören, hypnotisiert er sie mit höflich geschriebenen Antwortzetteln und sorgt dafür, dass sie ihn freilassen. Anschließend kündigt Nettiketto über die Medien an, dass er einen letzten Coup landen wird und die Einnahmen des großen Baseballfinals rauben wird, ehe er weiterziehen und sich in der Südsee niederlassen wird. Nach seinem »erfolgreichen« Stadionbesuch lässt sich Nettiketto zum Flughafen bringen, wo er selbst über eine Lautsprecherdurchsage hypnotosiert wird: Micky & Co. haben Tonaufnahmen von ihm so geschickt zusammengeschnitten, dass er sich freiwillig verhaften lässt. Im Gefängnis wird er weiter in Hypnose gehalten und dazu eingesetzt, die Etikette der anderen Insassen zu schärfen.

Die Einschätzung

Nun, eines muss man der Geschichte auf jeden Fall zugestehen: Die Art und Weise, in der Nettiketto seine Überfälle durchführt, ist mal eine ganz neue Idee, die uns in dieser Form noch in keinem anderen Disney-Comic begegnet ist. Das mag allerdings auch daran liegen, dass sie ziemlich absurd ist, und es wäre vermutlich sinnvoll gewesen, wenn der Ganove wenigstens ein kleines technisches Hilfsmittel oder dergleichen eingesetzt hätte. So hat das Ganze nämlich gewisse erzählerische Defizite - wie hätten Micky & Co. beispielsweise eigentlich die Aufnahmen von Netikettos Stimme problemlos zusammenschneiden können, ohne davon selbst hypnotisiert zu werden? Woher stammt die Aufnahme seines Namens »Nepomuk Nettich«, die in der zusammengeschnipselten Version zu hören ist, obwohl sich der Unhold selbst als »Nettiketto« bezeichnet? Und wie in aller Welt soll die schriftliche Hypnose funktionieren - hat Nettiketto etwa eine hypnotische Schrift? Was die Zeichnungen der Figuren anging, gab es ebenfalls ein paar Defizite. Für eine Issel- und Steinbeiß- (plus Micky-) Geschichte war es insgesamt trotzdem nicht allzu schwach - da gab es in der Vergangenheit schon viel schlimmere Machwerke -, sonderlich lesenswert war der Comic aber nicht. Eine unserer Mitarbeiterinnen vergab die Note Drei, dreimal wurde eine Vier vergeben, und einmal eine Fünf. So landeten wir am Ende beim Durchschnittswert 4,0.


Wie fandet ihr "Eine Frage der Höflichkeit"?
1
 
 112 (25,6%)
Schulnote 3
2
 
 104 (23,7%)
Schulnote 6
3
 
 96 (21,9%)
Schulnote 2
4
 
 80 (18,3%)
Schulnote 4
5
 
 37 (8,4%)
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 9 (2,1%)
Schulnote 1
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz