Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.649 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »Marie984«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Eine Busfahrt, die ist lustig
Werbung:
Die Qualität des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 553, das »Wie alles begann ...« heißt und seit dem vergangenen Dienstag im Handel ist, bewegt sich wie der Umtauschkurs der türkischen Lira: Nachdem es anfangs auf ordentlichem Niveau seitwärts ging, sind unsere fünf Testleser inzwischen an einem Punkt angelagt, an dem es steil bergab gegangen ist. Der zuletzt von uns thematisierte Comic »Das Prärieduell« war inhaltlich nicht gut und zeichnerisch ein Totalschaden, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr seid bis dato ähnlich kritisch wie wir: Während bei uns die Schulnote 4,8 herausgekommen war, liegt der Schnitt eurer Abstimmung derzeit bei 4,64. Mit einer verhinderten Busfahrt geht es nun weiter.

Eine Busfahrt, die ist lustig

Am 28. Februar des Jahres 2018 erschien dieser vierzehn Seiten lange Dreireiher erstmals im italienischen Magazin »Topolino«. Offenbar empfanden ihn die Verantwortlichen als ziemlich gut, denn vor ein paar Wochen wurde er dort für das Magazin »Paperino« wiederverwendet. Der Originaltitel lautete »Paperino e una questione di porte«, was »Donald Duck in: Eine Frage der Türen« bedeutet und viel besser zum Inhalt passt als die deutsche Version. Giorgio Salati erdachte den Comic, Alessandro Gottardo zeichnete ihn.

Seltsamerweise wurde der Walt-Disney-Schriftzug aus dem Eingangspanel bei der Übersetzung entfernt. Das rechteckige Feld, das extra für ihn reserviert wurde, schimmert stattdessen leer und gelb vor sich hin. Da diverse Schilder in dem Einkaufszentrum, in dem der Comic - auch wenn der Titel etwas anderes andeutet - größtenteils spielt, übersetzt werden mussten, handelt es sich sicherlich um einen Schnitzer, der bei diesem Arbeitsschritt passiert ist.

Worum geht es?

Donald ist in Entenhausens Innenstadt unterwegs und beschließt, mit dem Bus heimzufahren. Da es zu regnen beginnt, trifft er die Entscheidung, die Wartezeit bis zum Eintreffen des Busses in einem Einkaufszentrum zu verbringen. Dort geht einiges schief.

Spoiler

Zunächst gerät Donald mit einem Wachmann aneinander, dem es nicht recht ist, dass der Erpel im Matrosenanzug an der Eingangstür herumlungert. Donald zieht von dannen, versteckt sich vor dem Mann und kehrt dann an die Tür zurück. Als der Bus erscheint, will er durch die automatische Tür sprinten ... doch diese bleibt verschlossen und Donald stößt sich den Schnabel. Wenig später öffnet sich die Tür wieder, als eine alte Dame mit ihrem Pudel eintritt. Als ein neuer Bus erscheint, versucht Donald wieder nach draußen zu rennen, doch die Tür bleibt abermals verschlossen. Als ein dritter Bus auftaucht, steht er kurz davor, die Tür mit einem Schild zu zertrümmern, doch der Wachmann ist zur Stelle und hält ihn davon ab. Süffisant weist er Donald auf ein Schild hin, das anzeigt, dass es sich um eine Eingangs- und keine Ausgangstür handelt und es somit vollkommen klar war, dass sie nicht auf ihn reagierte. Wütend rennt Donald zum Ausgang auf der anderen Seite des Einkaufszentrums, als ein vierter Bus eintrifft. Durch den strömenden Regen sprintet er ihm hinterher und wird klatschnass, kann schlussendlich aber tatsächlich aufspringen. Im Bus angelangt erfährt er, dass das Gefährt gar nicht zur Blumenstraße in Entenhausen fährt, sondern zu der in Gansburg, und dass es vollkommen ausgeschlossen ist, dass der Bus vorher noch einmal hält. Zeternd geht es für Donald also nicht nach Hause, sondern in eine andere Stadt.

Die Einschätzung

Der letzte Comic, den wir hier besprochen hatten, gehörte bei I.N.D.U.C.K.S. zu den am schlechtesten bewerteten Disney-Geschichten überhaupt, und tatsächlich erwies er sich als so mies, wie es deren Voting androhte. Dieser Comic hier wurde bei I.N.D.U.C.K.S. deutlich besser bewertet ... ist aber ähnlich fürchterlich wie »Das Prärieduell« ... wenn auch aus anderen Gründen. Die Geschichte laboriert vor allem daran, dass Donald Duck hier als grenzdebil dargestellt wird. Nun ist es ja in anderen gezeichneten Reihen nicht unüblich, dass die Protaognisten im Laufe der Jahre verdummen, doch an Donald ist diese Homer-Simpson-isierung eigentlich bisher erfreulicherweise vorbeigegangen. Hier versteht er das Prinzip eines Türöffners nicht, er kann nicht zwischen Ein- und Ausgang unterscheiden, und er springt mal eben in einen beliebigen Bus, ohne sich von dessen Ziel zu überzeugen ... und das, obwohl es sich um eine Linie handelt, die laut Sprechblase praktisch vor seiner Haustür hält und die er demnach sehr gut kennen dürfte. Donald scheitert üblicherweise an seinem Pech, hier jedoch einfach nur an Dummheit. Sorry, das passt nicht, und es ist vor allem auch für ganz schlechte Gags eingesetzt worden. Immerhin: Dank seiner Kürze war der Comic rasch wieder vorbei. Von zwei Mitarbeitern unserer Seite reichte es noch für eine Vier, die anderen vergaben eine Fünf. Damit landeten wir im Schnitt bei einer 4,6.


Wie fandet ihr "Eine Busfahrt, die ist lustig"?
1
 
 147 (36,9%)
Schulnote 5
2
 
 117 (29,4%)
Schulnote 6
3
 
 60 (15,1%)
Schulnote 4
4
 
 32 (8,0%)
Schulnote 3
5
 
 25 (6,3%)
Schulnote 1
6
 
 17 (4,3%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 398 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz