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  Die Entenanalyse: Ein verrückter Tag
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In den vergangenen Tagen haben wir fünf Mitarbeiter unserer Seite die zehn Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 507 lesen lassen, das seit dem 22. Mai erhältlich ist und »Auf zum Titel!« heißt. Nachdem wir zuletzt die Geschichte »Komplette Kontrolle« thematisiert hatten, die komplett ohne Sprechblasen auskam und qualitativ unterirdisch war, wie ihr an dieser Stelle noch einmal nachlesen könnt, war nur noch ein letzter Comic übrig. Diesen haben wir nun auch durchgeschmökert.

Ein verrückter Tag

Bei »Ein verrückter Tag« handelt es sich um einen Mitmach-Comic, bei denen den Lesern mehrmals die Wahl gegeben wird, entscheiden zu können, wie die jeweilige Geschichte weiter verlaufen soll. Insgesamt umfast der Dreireiher vierzig Seiten. Er wurde von Marco Bosco erdacht und von Marco Gervasio und Stefano Intini gemeinschaftlich gezeichnet. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 10. Juni des Jahres 2014 im italienischen Magazin »Topolino« unter dem Titel »Paperino 6 unico!«, was »Donald Duck 6 einzigartig« bedeutet und somit irgendwie nicht so recht sinnreich formuliert klingt, wenngleich offensichtlich ist, dass damit gemeint ist, dass die Story auf sechs verschiedenen Wegen zum Ziel führt.

Worum geht es?

Während Tick, Trick und Track zum Baseballspielen aufbrechen, will Donald seine heimische Ruhe genießen und sich Fußball ansehen. Dem kommen jedoch Dagobert und Daisy in die Quere: Dagobert verlangt von ihm unter Hinweis auf seine lange Schuldenliste, dass er das Gelände um den Geldspeicher in Ordnung bringen soll, damit die reichste Ente der Welt vor einem Geschäftspartner nicht schlecht rüberkommt. Daisy hingegen möchte, dass Donald zur Geburtstagsfeier einer Baronin mitkommt. Die Leser können daraufhin entscheiden, welche Wahl Donald treffen soll, und anhand dieser Entscheidung entwickelt sich die Geschichte in unterschiedliche Richtungen.

Spoiler

1.1 Entscheidet man sich dafür, dass Donald seinem Onkel hilft, mäht er eine Weile den Rasen, ehe Dussel und Gustav vorbeikommen und ihm anbieten, sie ins Stadion zu begleiten und sich (dank gewonnener Freikarten) das Spiel live anzusehen. Nimmt er ihr Angebot an, trifft er im Stadion auf Dagobert und versteckt sich vor ihm in einer Rumpelkammer. Diese wird von außen abgeschlossen, wodurch er das Spiel komplett verpasst.
1.2.1.: Ignoriert er das Angebot, geht wenig später der Rasenmäher kaputt, weswegen er zu Daniel Düsentrieb fahren muss. Auf dem Weg dorthin gerät er in einen Stau, woraufhin er vor der Wahl zwischen zwei Umleitungen steht. Auf der ersten geht auch noch sein Auto kaputt, so dass er nur unter höchsten Anstrengungen fertig wird, den Rasen zu mähen. Alles umsonst: Dagoberts Termin wird abgesagt.
1.2.2: Die andere Umgehungsstraße führt zu einer Begegnung mit einem Superschurken. Diesen erledigt er als Phantomias, wofür ihn Dagobert belohnt, woraufhin er zu Gustav und Dussel ins Stadion eilt und Fußball schaut.

2.1: Entscheidet man sich dafür, dass Donald Daisy begleiten soll, landet er auf einer stinklangweiligen Party, auf der alle anwesenden Männer darunter leiden, dass die Fernseher weggesperrt wurden, mit denen man das Fußballspiel hätte ansehen können. Donald streunt daraufhin durch das Haus. Auf einem der möglichen Wege begegnet er Kay-K, die gerade im Auftrag der Agentur am Spionieren ist. Die beiden bringen einen feindlichen Agenten zur Strecke, dann brechen sie ohne weitere Erklärung zu einem weiteren Fall in Alaska auf (und die Geschichte bricht ab).
2.2.1: Auf dem anderen Pfad erspäht Donald seine Neffen durchs Fenster. Sie bieten ihm an, mit ihnen Baseball zu spielen. Das Ablehnen führt dazu, dass er gemeinsam mit den anderen Männern in den Keller einbricht, in dem alle Fernseher stehen, woraufhin man Fußball schaut. Donalds lauter Torjubel sorgt dafür, dass die Frauen Wind davon bekommen, und so gibt es Ärger zwischen den Geschlechtern.
2.2.2: Spielt Donald mit seinen Neffen Baseball, landet ein Ball in einer Torte und bringt einen versehentlich hineingebackenen Edelstein zum Vorschein. Dadurch wird Donald zum Held des Abends.

Die Einschätzung

Natürlich ist ein Comic wie dieser recht schwierig zu bewerten, da die einzelnen Wege zum Ziel von unterschiedlicher Qualität sind. Generell täuschen die Mitmach-Comics durch ihre Gesamtlänge allerdings immer über eines hinweg: Die einzelnen Teilgeschichten sind natürlich sehr abgespeckt und ihre Länge und die damit verbundene Komplexität lediglich auf dem Level eines Comics aus dem Micky Maus Magazin und somit nicht auf dem Niveau, das man sich vom Lustigen Taschenbuch erhofft. Dem »verrückten Tag« kann man immerhin attestieren, dass es sich um einen Comic mit hoher Variabilität handelt und somit den Fans verschiedenster Sachen ein kleiner Brocken hingeworfen wird. Allerdings auch wirklich nur ein kleiner Brocken mit entsprechend negativen Folgen. Am ehesten sieht man dies durch den Ausflug in die Welt der Agentur, die so geheim ist, dass sie nicht einmal einen richtigen Namen hat: Dieser liest sich so, als wäre er lediglich der Prolog einer anderen Geschichte, die man dann jedoch nicht serviert bekommt, und gleichzeitig bleibt Daisy darin vollkommen unkommentiert alleine zurück. Kurzum: Das ist alles ziemlich halbgar. Es fällt nicht übermäßig auf, da die gebotene Abwechslung über die Schwäche der einzelnen Komponenten hinwegtäuscht. So entschieden sich am Ende zwei unserer Mitarbeiter für die Note Drei, während jeweils eine unserer Mitarbeiterinnen die Noten Vier bis Sechs vergab. Damit stand zum Schluss der Durchschnittswert 4,2 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz