Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.557 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »DORMINIL738«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Ein seltenes Stück
Werbung:
Schon vor dem Lesen des letzten Comics aus dem Lustigen Taschenbuch 514, das »Der große Wurf« heißt und seit dem 4. Dezember im Handel ist, war klar, dass der Band nicht mehr zu retten sein würde. Bis hierhin hatte er sich als eine Sammlung von durchschnittlichen bis schlechten Geschichten präsentiert, und auch die zuletzt von uns analysierte Story »Kosmische Tierwesen (und wo sie zu finden sind)« schlug in diese Kerbe, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun haben wir uns dem letzten Akt des Trauerspiels gewidmet ... in der Hoffnung, dass es nach hinten raus wenigstens ein klein wenig versöhnlich werden würde.

Ein seltenes Stück

Hierbei handelt es sich um eine etwas mehr als sechs Jahre alte Geschichte, denn sie wurde am 4. September 2012 in der damaligen Ausgabe von »Topolino« in Italien zum ersten Mal abgedruckt. Der damalige Titel lautete »Paperino e il pezzo da collezione«, was offenbar »Donald Duck und das Sammlerstück« bedeutet. Der 26 Seiten lange Dreireiher wurde von Giorgio Figus geschrieben und von Andrea Lucci gezeichnet.

Worum geht es?

Als Donald gerade als Putzkraft in Dagoberts Geldspeicher zugegen ist, absolviert dieser seinen jährlichen Besuch in dem Raum, der ihn an erlittene Niederlagen erinnern soll. Unter anderem befindet sich dort eine Filmdose, die er einst in einem schwachen Moment angenommen hatte und seinem Gegenüber dafür dessen Schulden erlassen hatte. Donald bietet sich an, einen Käufer für dien Film zu finden.

Spoiler

Es handelt sich um eine Originalkopie des Klassikers »Die Gefühle fahren Dampfer«. Durch einen alten Freund erfährt Donald die Namen ein paar potenzieller Käufer. Der erste von ihnen ist ein Schauspieler, der Originalkopien sammelt. Als der Schauspieler Donald entdeckt, hält er ihn für einen Komparsen und schleppt ihn zu einem Dreh, ehe Donald Widerworte leisten kann. Donald spielt einen Clown, ehe sich die Angelegenheit aufklärt. Der Schauspieler berichtet daraufhin, dass er keine Filmrollen mehr sammelt, sondern Plüschtiere. Der zweite potenzielle Käufer ist über das Angebot wütend, da er einst selbst Regie bei »Die Gefühle fahren Dampfer« führen sollte, im letzten Moment aber ausgestochen wurde. Der dritte Mann kauft Donald den Film für 10.000 Taler ab. Er entpuppt sich als der Mann, der die Filmdose einst Dagobert übergeben hatte. Nun ist er - mit Geld von Klaas Klever - wieder in den Besitz gelangt und offenbart, dass es sich um eine ganz besonders wertvolle und bis hierhin verschollene Version des Films handelt, da es beim Dreh ein Kleidungsproblem beim Hauptdarsteller gegeben hatte. Die Filmdose ist also unheimlich viel wert. Dagobert schäumt wegen des verlorenen Gewinnes vor Wut über, und Donald versteckt sich im Himalaya vor seinem Zorn.

Die Einschätzung

In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Ein seltenes Stück« zu den am schlechtesten bewerteten Donald-Duck-Comics aller Zeiten. Wäre man zynisch, dann könnte man meinen, dass es somit kein Wunder war, dass die Geschichte ausgerechnet für diesen Band ausgewählt worden war. Tatsächlich empfanden wir die »Ein seltenes Stück« dann aber als nicht allzu schlimm, vielmehr war die Story vor allem eines: Standardkost. Denn dass es darauf hinauslaufen würde, dass Donald einen Käufer findet, glaubt, ein gutes Geschäft gemacht zu haben, dies sich dann aber doch ins Gegenteil verkehrt, dürfte so ziemlich jeder geahnt haben, der schon mal einen Disney-Comic in der Hand hatte. Dass Donald am Ende (mal wieder) der Gelackmeierte war, ergibt an der Stelle eigentlich wenig Sinn, denn (a) hatte Dagobert selbst nicht erkannt, was er da für einen Schatz in seinem Privatmuseum aufbewahrte, (b) kann man ihm schwerlich vorwerfen, dass Dagobert jemandem einen solchen Auftrag gibt, der sich nicht damit auskennt, und (c) schien es sich auch nicht um eine sonderlich bekannte Legende gehandelt zu haben, schließlich winkten auch Sammelexperten ab, denen der Film angeboten wurde. Dass das Buch nicht mit einem freundlichen Ausklang endete, sondern mit dem gefühlt Millionsten Verstecken Donalds ineiner unwirtlichen Ecke des Planeten, ist auch irgendwie schade gewesen. Schlussendlich entschied sich eine unserer Mitarbeiterinnen dafür, die Geschichte mit einer Drei zu bewerte, die vier anderen vergaben die Note Vier. So gab es am Ende von uns summa summarum noch einmal den Durchschnittswert 3,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz