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  Die Entenanalyse: Ein schwerwiegendes Problem
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Pünktlich zum Valentinstag hatten wir mit »Schlaflos am Vesuv« zuletzt eine Liebesgeschichte im 503. Lustigen Taschenbuch gelesen (wenngleich sich die Romanze zwischen zwei Raben abspielte). Wir waren ziemlich zufrieden mit dem Comic, wie ihr an dieser Stelle nochmal nachlesen könnt. Nun haben wir fünf unserer Mitarbeiter, die eigentlich dafür viel zu alt sind, auf die nächste Story aus dem Lustigen Taschenbuch angesetzt.

Ein schwerwiegendes Problem

In der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Ein schwerwiegendes Problem« gemäß der dortigen Userbewertungen zu den allerschlechtesten jemals veröffentlichten Disney-Comics. Veröffentlicht wurde er ursprünglich am 15. November 2011 in der damaligen Ausgabe des italienischen Magazins »Topolino«, die Übersetzung ließ also mehr als sechs Jahre auf sich warten. Ersonnen wurde die Geschichte von Roberto Gagnor, gezeichnet von Marco Mazzarello. Sie erschien ursprünglich unter dem Titel »Zio Paperone e l'avventura un tanto al chilo«, was zu Deutsch offenbar so etwas wie »Onkel Dagobert und viel Abenteuer pro Kilo« bedeutet. In deutscher Sprache erschien sie im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 503, das seit dem 30. Januar 2018 im Handel ist und mit »Auf die Piste, fertig, los!« benannt wurde.

Worum geht es?

Da das Normkilogramm, das seit 1875 weltweit den Standard eines Kilogramms bemisst, über die Jahre erodiert ist, will der »Ausschuss internationaler Größen und Gewichten« in Paris ein neues Standardgewicht bestimmen. Dagobert Duck und Klaas Klever wollen die Suche nach der neuen Norm finanzieren, um dafür die Urheberrechte an daran zu erhalten (und Kapital daraus zu schlagen). Somit droht ein neuerlicher Wettstreit zwischen den beiden reichen Enten zu entbrennen.

Spoiler

Nachdem die Sitzung des Ausschusses zunächst vertagt wird, stellen Dagobert und sein Rivale fest, dass in der Kongresshalle eingebrochen wurde. Die »Verfechter für Ungenauigkeit«, die für eine ungenaue Welt kämpfen, wollen das Gewicht stehlen, um das Leben »unterhaltsamer« zu machen. Dagobert und Klever entreißen ihnen den Zankapfel und flüchten damit. Auf ihrer Flucht begegnen sie einem »Anhänger der Genauigkeit«, der sie unterstützen will, doch ehe es dazu kommt, prallen dessen Leute auf die Anhänger der Ungenauigkeit, und ein Streit entbrennt. Dagobert und Klaas Klever können dadurch ihre Flucht fortsetzen. Die Hatz endet auf dem Eiffelturm. Von dort stürzt das Gewicht hinab, woraufhin davon so viel abplatzt, dass es wieder exakt der ursprünglichen Norm entspricht. Es wird zurück zur Kongresshalle gebracht. Dort kommt es zu einem erneuten Einbruch durch die Verfechter der Ungenauigkeit (die sich inzwischen als glühende Fans von Dussel Duck entpuppt haben). Sie feilen ein Stück vom Normgewicht ab, doch der Anhänger der Genauigkeit beobachtet sie und ersetzt das Kilogramm abschließend durch das richtige Gewicht, gegen das er es zuvor heimlich ausgetauscht hatte.

Die Einschätzung

Dass es ein Standard-Kilogramm gibt, dass dieses in einem Tresor in der Nähe von Paris lagert, dass dieses außerdem im Laufe der Jahre Gewicht verliert und somit eine Normabweichung zustandekommt, entspricht tatsächlich der Wahrheit, und dass auf diese Weise ein Stück Wissen an die Kinder vermittelt wird, ist schon mal eine gute Sache ... auch wenn viele kleine Leser dies womöglich für eine wirre Idee der Comicmacher halten werden. Was nachvollziehbar wäre, denn wirr sind viele andere Aspekte der Geschichte definitiv. Das fängt bei den beiden rivalisierenden Gruppen an und gipfelt in der Existenz des Dussel-Duck-Fanklubs, dessen Mitglieder ihn derart verehren, dass sie sich sogar wie er kleiden. Und auch kleinere Aspekte der Geschichte sind störend, etwa die »gedachte« Hochachtung, die Dagobert Duck und Klaas Klever innerhalb des Comics füreinander zum Ausdruck bringen. Dass es in den Disney-Comics oft ein großes versöhnliches Element gibt, ist natürlich eine feine Sache, aber bei solchen seit Jahrzehnten etablierten Feindbildern ist das einfach fehl am Platze. Nicht jeder »Böse« muss nebenher eine herzensgute Seite haben, nicht jeder »Böse« muss nebenher die »Guten« irgendwie mögen, und nicht jeder »Gute« muss nebenher seine »bösen« Feinde irgendwie mögen. Dass der Comic bei I.N.D.U.C.K.S. derart weit hinten rangiert und zum schlechtesten Prozent der bewerteten Storys aller Zeiten zählt, ist dennoch irritierend, denn da würden uns auf die Schnelle jede Menge weiterer viel schlechterer Geschichten einfallen. Zwei unserer Mitarbeiter gaben dem »schwerwiegenden Problem« die Schulnote Drei, und jeweils einmal wurden die Noten Vier, Fünf und Sechs vergeben. Dies bedeutete am Ende die Durchschnittsnote 4,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz