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  Die Entenanalyse: Ein Scherz kommt selten allein
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Das am 24. Mai erschienene 559. Lustige Taschenbuch mit dem Titel »Eine handfeste Erfindung« ist ganz ordentlich gestartet: Die beiden Auftaktcomics waren zwar nicht herausragend, aber immerhin boten sie ein paar Minuten ordentlicher Unterhaltung. Zuletzt besprachen wir hier den Comic »Zwist unter Zankhähnen«, in dem die Streitigkeiten zwischen Gustav Gans und Donald Duck mal auf eine etwas andere Art als gewohnt weitergesponnen wurden. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Bisher seht ihr den Comic ein ganzes Stück kritischer als wir: Während wir im Schnitt die Schulnote 3,2 vergeben haben, liegt der Schnitt eurer Abstimmung bei 3,69. Mit Donald Duck im Clinch mit der Bürokratie geht es nun weiter.

Ein Scherz kommt selten allein

Am 24. Juli des Jahres 2020 wurde dieser Comic erstmals im italienischen Magazin »Topolino« auf die Disneyfans losgelassen und trug damals den Titel »Paperino e le burle della (burocra)zia«, was »Donald Duck und die Streiche der Bürokratie (bzw. der Tante«) bedeutete. Der Zwölfseiter wurde von Monica Manzoni erdacht und von Nicolino Picone in Bilder verwandelt.

Worum geht es?

Daisy Duck bittet Donald per Handynachricht, zur Botschaft des Staates »Wizboldanien« zu gehen und dort ein paar Formalitäten für ihre Freundin Flaxia zu erledigen. Dem Originaltitel nach ist Flaxia in Italien nicht Daisys Freundin, sondern Tante. Er soll einige Formulare stempeln lassen, damit Flaxia länger in Wizboldanien bleiben kann. Der Auftrag erweist sich für Donald als wahrer Albtraum.

Spoiler

Die Botschaft des Staates, der für seine humorvollen Bewohner bekannt ist, erweist sich als überdimensionierter Prachtbau. Im Inneren findet Donald keine normalen Hinweisschilder, sondern Tafeln, die mit unmöglich lesbaren Hieroglyphen - insbesondere grinsenden Emoticons - beschriftet wurden. Er versucht sich deshalb zum gesuchten Büro durchzufragen, doch die Botschaftsmitarbeiter reden ebenfalls in Hieroglyphen. Mit dem Übersetzer von »Guggle« kann Donald zumindest die Tafeln verständlich machen, einige davon leiten die Besucher aber nur in die Irre. Schlussendlich findet Donald den gesuchten Raum, wird jedoch gleich wieder hinausgeworfen, da er eine Nummer hätte ziehen müssen. Nach mehr als zwei Stunden quälender Warterei wird er endlich bedient. Die Sachbearbeiterin stempelt nicht nur den riesigen Stapel Papiere, die Donald dabei hat, sie lässt ihr Etikettiergerät auch zünftig über Donald fahren, so dass der Held am Ende des Tages gebeutelt und über und über mit Aufklebern beklebt aus der Botschaft wankt. Als er bei Daisy anlangt, erfährt er, dass es bei den Dokumenten gar nicht darum ging, Flaxias Aufenthalt zu verlängern, sondern ein Visum für Daisy und ihn zu bekommen, um Flaxia in Wizboldanien besuchen zu können. Donald fällt in Ohnmacht.

... und wir standen beim Lesen auch kurz davor.

Die Einschätzung

Die Erfahrung lehrt: Wann immer Absonderlichkeiten in Sprechblasen eingebaut werden, sind die sich daraus ergebenden Geschichten qualitativ katastrophal. Ein besonders übles Machwerk wurde vor anderthalb Jahren im 537. Lustigen Taschenbuch abgeliefert, als ganz Entenhausen plötzlich in Emoticons (bzw. in »Moodies«) sprach. Die damalige Geschichte war der mit Abstand schlechteste Comic des Bandes.

«Ein Scherz kommt selten allein« hat gute Chancen, ebenfalls wieder am Ende der Liste zu landen ... zumindest müsste im Rest des Bandes schon eine ziemlich schlimme Schmonzette abgeliefert werden, um die Geschichte noch zu unterbieten. »Geschichte« ist dabei noch ein wohlwollend gewählter Begriff, denn das Ganze wirkt eher wie ein halbgares Fragment zur Einleitung einer eigentlichen Story. Natürlich kann man bei Kurzcomics wie diesem keine komplexe Story erwarten, aber zumindest sollte man davon ausgehen können, dass sie auf einen kreativen Schlussgag hin geschrieben wurden. Das ist hier aber einfach nicht der Fall - das Ende ist vieles, aber gewiss keine Pointe. Und auch der Rest lässt jedes zündend witzige Element vermissen. Nach den beiden anständigen Auftaktcomics ist dies hier deshalb ein gehöriger Rückschlag. Von einer Mitarbeiterin unserer Webseite gab es dafür die Note Vier, drei entschieden sich für die Schulnote Fünf, und ein Testleser vergab mit der Note Sechs die Höchststrafe. Im Schnitt landeten wir damit bei einer miserablen 5,0.


Wie fandet ihr "Ein Scherz kommt selten allein"?
1
 
 242 (59,3%)
Schulnote 6
2
 
 57 (14,0%)
Schulnote 5
3
 
 44 (10,8%)
Schulnote 3
4
 
 36 (8,8%)
Schulnote 4
5
 
 19 (4,7%)
Schulnote 1
6
 
 10 (2,5%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 408 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz