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  Die Entenanalyse: Ein Kursus für alle Fälle
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Vor anderthalb Wochen ist das 548. Lustige Taschenbuch erschienen, das den Titel »Höher schneller weiter!« trägt und mit drei verschiedenen Covern erhältlich ist. Wir lassen es von fünf Mitarbeitern lesen und haben hier bereits die beiden ersten Comics vorgestellt. Zuletzt war die Goofy- und Rudi-Ross-Geschichte »Das Wasser der Urzeit« an der Reihe, in der die beiden Freunde einem liquiden Außerirdischen unter die wässrigen Arme greifen. Wir empfanden den Comic zwar nicht als überragend, aber doch ganz in Ordnung, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr habt es etwas anders gesehen: Bei eurer Abstimmung ist im Schnitt eine 4,13 herausgekommen, womit ihr den Comic als schlechter empfunden habt als die vorausgegangene Titelgeschichte. Für uns kommt das ein wenig überraschend, aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Weiter ging es mit Dussel Duck.

Ein Kursus für alle Fälle

Es handelt sich um einen recht frischen Comic: Am 3. April des Jahres 2019 wurde er erstmals im italienischen Wochenmagazin »Topolino« abgedruckt. Damals trug das achtzehn Seiten lange Werk den Titel »Paperoga in: Corsi e ricorsi«, was man mit »Dussel Duck in: Kurse und Beschwerden« übersetzen kann. Die Idee zur Story stammt von Giorgio Fontana, für die zeichnerische Umsetzung war Emilio Urbano im Einsatz.

Worum geht es?

Bekanntlich ist es seit langer Zeit ein (leidlich funktionierender) Running Gag, dass Dussel Duck ständig abstruse Kurse besucht und dann mit seinem daraus bezogenen Halbwissen »glänzt«. Seine Familie hat nun die Nase voll davon. Damit Dussel Duck endlich aufhört, haben sie ihn für den Lehrgang »Wie beende ich diesen Kursus-Unfug?« eingeschrieben.

Spoiler

Seinen Lehrgang belegt Dussel bei Professor Schlaumann, einem »Hyperrationalisten«. Dieser befragt ihn nach den Gründen, aus denen er die Kurse besucht, lässt ihn Fragen zu seiner Einstellung spontan beantworten und informiert sich über die letzten Kurse, die Dussel besucht hat (einen Kurs der Baumschneiderei, bei dem er einen Frack an einen Stamm zwirbelte, einen Kurs für »Wassertropfen-Designer«, einen als »Fahrer von Renn-Baggern« und einen als »Gassenkünstler«). Was ist eigentlich abstruser: Dass jemand einen Kurs für Wassertropfen-Design belegt, oder dass jemand einen solchen Kurs anbietet? Professor Schlaumann schlägt vor, dass sich Dussel statt seltsamer Kurse eine einfache Tätigkeit suchen soll, die einen ernsthaften Nutzen hat. Dazu begibt er sich mit ihm auf die Straßen der Stadt. Auf ihrem Weg richtet Dussel so viel Schaden an, dass Schlaumann irgendwann aus der Haut fährt, herumbrüllt und letztlich resigniert. Als Dagobert, Donald, Gustav und Daisy einige Tage später Dussel besuchen und sich ein Bild davon machen wollen, was sein Lehrgang gebracht hat, finden sie Dussel und Schlaumann vor, die gerade Ameisenbären das Tanzen beibringen. Dussel hat den Professor davon überzeugt, dass nicht das Ergebnis einer Sache zählt, sondern die Begeisterung, die man dabei entwickelt.

Um es in Donalds und Daisys Worten zu sagen: Seufz.

Die Einschätzung

Dass wir keine allzu großen Fans von Dussel-Duck-Comics sind, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, und diese Geschichte ist ein weiteres Musterbeispiel für all das, was uns daran stört. So gibt es beispielsweise immer wieder »Scherze«, die einfach keinerlei Sinn ergeben und nicht den Ansatz einer Pointe aufweisen, in diesem Comic etwa in dem Moment, in dem Schlaumann seinen Lehrling auffordert, zu drei Dingen das erstbeste zu nennen, das ihm dazu einfällt. Auf »Engagement«, »Vorteil« und »Funktionalität« antwortet Dussel jeweils mit »Kekse« - in welcher Welt ist das witzig, oder welches Chemtrail muss man inhaliert haben, um das amüsant zu finden? Das noch viel nervigere Element aller Dussel-Comics: Völlig überzogene Slapstick, die noch unwitziger ist als die nicht funktionierenden Sprachgags. In diesem Fall demoliert Dussel ein Türschloss, einen Hydranten und das Auto des Professors. Absolut nichts davon ist witzig umgesetzt worden, und die Schlusspointe (oder Lehre?) von »Ein Kursus für alle Fälle« funktioniert ebensowenig. Die Zeichnungen sind obendrein leider auch nicht die schönsten, so ist Dussel beispielsweise auf dem ersten Panel von Seite 75 (in dem Entenhausen seltsam linsenverzerrt aussieht) so klein ausgefallen, als sei er der schmuddelige Bruder von Tick, Trick und Track. Sorry, aber das war wieder nix. Einer unserer Mitarbeiter erbarmte sich trotzdem für die Schulnote Vier, der Rest vergab eine Fünf. Damit landeten wir im Schnitt bei der Durchschnittsnote 4,8.


Wie fandet ihr "Ein Kursus für alle Fälle"?
1
 
 235 (59,8%)
Schulnote 6
2
 
 59 (15,0%)
Schulnote 4
3
 
 41 (10,4%)
Schulnote 5
4
 
 31 (7,9%)
Schulnote 3
5
 
 17 (4,3%)
Schulnote 2
6
 
 10 (2,5%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 393 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz