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  Die Entenanalyse: Ein komisches Quartett
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Das letzte Jahr war leider mit einem unterirdischen Lustigen Taschenbuch zu Ende gegangen. Seit dem 2. Januar gibt es mit der Nummer 515 zum Glück schon wieder ein Neues. Die Titelgeschichte, die »Die Cyberbrille« heißt, leistete allerdings leider noch keinen großen Beitrag zur Wiedergutmachung, denn sie machte dort weiter, wo »Der große Wurf« aufgehört hatte. Unsere zugehörige Analyse findet ihr an dieser Stelle. Weiter ging es mit dem ersten Auftritt von Micky Maus im neuen Jahr.

Ein komisches Quartett

Neu ist dieser Auftritt allerdings ganz und gar nicht: Die Geschichte ist eigentlich schon anderthalb Jahrzehnte alt. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 27. Januar des Jahres 2004 im italienischen Magazin »Topolino«. Damals trug der 24 Seiten lange Dreireiher den Titel »Topolino e il mistero del museo delle cere«, was zu Deutsch »Micky Maus und das Geheimnis des Wachsmuseums« bedeutet. Verfasst wurde die Story von Augusto Macchetto, für die Skizzen der Bilder war Giorgio Cavazzano zuständig. Ob dieser auch als Inker fungierte, ist nicht bekannt.

Worum geht es?

Nachdem Micky und Minnie von einer Urlaubsreise zurückkehren, wird der Erstgenannte von Goofy besucht. Dieser ist inzwischen zum Wächter in einem Wachsfigurenmuseum avanciert, und laut ihm ist eine der Figuren verschwunden. Es handelt sich um die des Schauspielers Eugen Spiegel. Auf dem Weg zum Museum wird im Radio durchgesagt, dass nach der Figur auch Spiegel selbst verschwunden sei. Irgendetwas Größeres muss also im Busche sein.

Spoiler

Im Museum entdecken Micky und Goofy, dass auch die Figur der Darstellerin Dolly Drolerie abhanden gekommen ist. Diese hatte einst mit Spiegel sowie mit den Darstellern Uli Ulk und Rainer Fuchs das laut Micky »lustigste Komiker-Team aller Zeiten« gebildet. Im Laufe der Zeit waren ihre Filme allerdings immer überdrehter geworden, und der Erfolg war ausgeblieben. Wie sich zeigt, ist auch die richtige Dolly verschwunden. Zurück im Wachsfigurenkabinett erkennen Micky, Goofy und Kommissar Hunter, dass auch die Figuren der beiden anderen Darsteller fehlen. In seinem Haus findet Micky am Abend einen Zettel, der ihn zu einer ehemaligen Bar am Hafen lotst. Er fährt mit Hunter hin, und siehe da, alle vier verschwundenen Schauspieler sind hier versammelt. Sie haben ihr Verschwinden inszeniert, um dafür zu sorgen, dass man wieder über sie spricht. Goofy hat sie dabei gezielt unterstützt, indem er Micky mehr oder weniger »lenkte«. Micky hatte dies allerdings bereits mitbekommen. Für ihre Scharade und für das Einschmelzen der Wachsfiguren werden die Darsteller vor Gericht zur Rechenschaft gezogen. Da der Eulenrichter Fan der Darsteller ist, verurteilt er sie zu sechs Monaten »gemeinnütziger Arbeit« am Theater. Sie können dort also endlich wieder schauspielern, und Goofy wird zum fünften Mann der Truppe ernannt. Aus den geschmolzenen Figuren wird ein riesiges Wachsherz geformt, das Micky und Minnie für einen romantischen Abend überlassen wird.

Die Einschätzung

Der Einstieg in die Geschichte gefiel uns eigentlich ziemlich gut, denn dass Mickys Hang zum Ermitteln manchmal ganz schön nervige Züge annehmen kann, ist nun mal ein Fakt, und so kamen uns die ersten Seiten wie eine längst fällige selbstironische Darstellung dieser Eigenschaft vor. Dummerweise dreht die Geschichte dann jedoch sofort in exakt die Standard-Ermittlungsstory, die damit (scheinbar) parodiert wurde. Noch unangenehmer ist, dass es sich um eine wirklich schwache Ermittlungsstory handelt. Sie laboriert zum einen vollkommen daran, dass ihr jegliche Spannung fehlt, da niemals verdeutlicht wird, dass die verschwundenen Komödianten in Gefahr schweben könnten ... und eine potenzielle Gefahr für Wachsfiguren ist per se nicht allzu mitreißend. Dass die Auflösung dann auch noch darin besteht, dass das verschwundene Quartett einfach »mir nichts, dir nichts« gefunden wird, kann man eigentlich nur mit Ratlosigkeit zur Kenntnis nehmen. Was wollte uns Augusto Macchetto damit sagen, und warum wurde eine solch belanglose Geschichte auch noch übersetzt? Anderthalb Jahrzehnte hatte sie in einer finsteren Schublade gelegen und war nicht übersetzt worden ... wäre sie besser mal weiter dort geblieben. Am Ende entschied sich einer unserer Mitarbeiter für die Schulnote Vier, und jeweils zweimal wurden die Noten Fünf und Sechs vergeben. So landeten wir am Ende bei dem Durchschnittswert 5,2, und so langsam könnten wir wirklich dringend mal wieder einen unterhaltsamen Comic gebrauchen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz