Diese Website nutzt technisch notwendige Cookies, nähere Infos finden Sie hier
46.393 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »buchmutti«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Ein knackiger Kartentrick
Werbung:
Die ersten sechs Comics des Lustigen Taschenbuchs mit der Nummer 552, das seit dem 9. November im Handel ist und »70 Jahre Panzerknacker« heißt, haben wir hier in den vergangenen Tagen bereits vorgestellt. Abgesehen von einem Ausbrecher nach unten erwies sich der Band bisher als ziemlich erfreulich. Selbst die Dussel-Duck-Geschichte »Das Halb-voll-Prinzip«, die wir zuletzt thematisiert haben, stellte sich unserer Meinung nach als ganz ordentlich heraus, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr wart dieses Mal deutlich kritischer als wir: Während wir im Schnitt die Note 2,8 vergeben haben, liegt der Zwischenstand eurer Abstimmung derzeit bei 3,99. Mit einem weiteren Panzerknacker-Comic wurde im Lustigen Taschenbuch fortgefahren.

Ein knackiger Kartentrick

22 Seiten ist dieser Dreireiher lang, der am 30. September des Jahres 2017 in Italien erstmals veröffentlicht wurde ... und zwar ausnahmsweise nicht im »Topolino«-Wochenmagazin, sondern in der 448. Ausgabe von »Paperino«. Der Originaltitel lautete »I Bassotti e la nuotata fuori portata«, was offenbar »Die Panzerknacker schwimmen außer Reichweite« bedeutet. Die Geschichte stammt von Riccardo Pesce und wurde von Umberto Fizialetti gezeichnet.

Worum geht es?

Dagobert Duck heult wie ein Schlosshund: Eine Geschäftsreise steht an, und dies bedeutet, dass er sich für eine Weile nicht an der Gegenwart seiner Taler ergötzen kann. Zum Glück hat Daniel Düsentrieb eine Idee: Er sorgt dafür, dass Dagobert jederzeit in seine Kreditkarte springen kann und darin in Pseudotalern baden kann, die darin »aus Antimaterie« generiert werden.

Spoiler

Anmerkung vorab: Daniel Düsentrieb lässt sich die Kreditkarte bei der Vorführung seiner Erfindung erstmals geben. Wie er dafür gesorgt haben soll, dass Dagobert in die Karte hineinspringen kann, ohne dass der Erfinder das gute Stück bis dahin jemals in der Hand gehalten hat, wird nicht erklärt. Aber so viel sei schon mal gesagt: An diesem Comic ist so viel im Argen, dass man selbst über diesen Part besser nicht nachdenken sollte.

Die Panzerknacker haben Dagobert die ganze Zeit abgehört und wissen somit, was es mit der Kreditkarte auf sich hat. Während Dagoberts Geschäftsreise verfolgen sie den reichsten Erpel der Welt, und als dieser in seine Kreditkarte hineinspringt (die er offenbar auf dem Boden seines Pensionszimmer liegen ließ, als er gerade unterwegs war), nehmen sie das gute Stück an sich und blockieren mit Hilfe einer Erfindung von Panzerknacker Iku den Ausgang der Karte. Dagobert ist nun im Inneren gefangen, während sich die Panzerknacker (wie auch immer sie dies machen) ungehindert an seinem Vermögen bedienen. Nachdem sie eine Weile in Saus und Braus leben, bekommen sie Besuch von anderen Mitgliedern ihrer Familie, die ihnen jede Menge Wünsche nennen, so dass sie noch mehr von Dagoberts Geld benötigen. Dieses versuchen sie aus der Kreditkarte herauszusaugen, wodurch die von Iku geschaffene Blockade (wie auch immer) zerstört wird, und so sprudelt Dagobert mitsamt allerhand Pseudotalern aus der Karte heraus. Mit seiner Flinte, die sich (wieso auch immer) ebenfalls in der Karte befunden haben muss, vertreibt er die Ganoven.

Kein Scherz: Das ist tatsächlich die Storyline dieses üblen Machwerks.

Die Einschätzung

Es gibt Disney-Comics, nach deren Lektüre man sich die Stirn so lange massieren möchte, dass einem die Haut an den Schläfen transparent wird. »Ein knackiger Kartentrick« ist ein solcher Fall. Denn wer den Vorschlag gemacht hat, diesen Comic ins Deutsche zu übersetzen, der muss glauben, die Leser des Lustigen Taschenbuchs seien auf der Buttermilch hergeschwommen. Hier treffen schierer inhaltlicher Nonsens und zeichnerische Schmiererei aufeinander und bilden eine unheilige Allianz. Dagobert Duck springt in eine Kreditkarte, badet irgendwo im Inneren der Karte in Pseudotalern und wird in der Karte gefangen!? Entweder haben wir falsche Informationen darüber, welche Gesetze im Italien des Jahres 2017 in Bezug auf bewusstseinsverändernde Drogen geherrscht haben, als der Comic gezeichnet wurde, oder die Macher der Geschichte wollten einfach kräftig am Ohrfeigenbaum schütteln. Und tatsächlich ist nahezu jede Seite und jedes Panel, das einem hier serviert wird, eine kräftige Schelle ins Gesicht des Lesers. Die Gesetze der Physik gelten hier ebensowenig wie die der Logik; was hier für Humor gehalten wird, würde selbst beim Deutschen Comedypreis durchfallen (und da gehört eine ganze Menge dazu), Dagobert Duck wird streckenweise als nahezu debil dargestellt, die Panzerknacker verhalten sich wie offene Hose, ohne dass es hinterfragt wird, wie aus dem Nichts werden neue Protagonisten hergezaubert, ohne dass sie einen inhaltlichen Mehrwert haben, und so weiter, und so fort. Hier werden Taler mit Hilfe der Schiffsschraube eines Dampfers aus einer Kreditkarte gesaugt, und tatsächlich hat man das Gefühl, dass die Schraube, die locker sein muss, um dem Ganzen etwas abgewinnen zu können, die Größe eben jener Schiffsschraube haben sollte.

Sorry, aber das war der schlechteste Lustiges-Taschenbuch-Comic seit langer, langer Zeit. Landen im »Paperino«-Magazin womöglich die Storys, die zu schlecht für »Topolino« sind? Von unseren Testlesern gab es hierfür jedenfalls einmal die Note Fünf und viermal die Note Sechs, so dass wir im Schnitt bei einer 5,8 landeten.


Wie fandet ihr "Ein knackiger Kartentrick"?
1
 
 276 (68,1%)
Schulnote 6
2
 
 36 (8,9%)
Schulnote 4
3
 
 34 (8,4%)
Schulnote 5
4
 
 26 (6,4%)
Schulnote 3
5
 
 23 (5,7%)
Schulnote 1
6
 
 10 (2,5%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 405 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz