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  Die Entenanalyse: Ein Klick zum Glück
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Kurz bevor der April begonnen hatte, ist das 557. Lustige Taschenbuch erschienen. Wir lassen »Spaß im Looping« seitdem von fünf Testlesern für unsere Seite durchschmökern. Zuletzt waren sie bei dem Comic »Reiche Ernte« angelangt, in dem die Panzerknacker einen Ausflug nach Hinterwildenwaldwinkel machen, wo sie auf Habakuk treffen, der seltsamerweise in »Patronen-Palle« umgetauft wurde. Unsere Meinung zu dem Gelesenen findet ihr an dieser Stelle. Ihr wart ein Stück kritischer als wir (Schulnote 3,16 vs. Schulnote 2,8), was womöglich dem Ärgernis mit den zahlreichen Namensfehlern geschuldet war. Nun geht es mit Donald Duck und Daniel Düsentrieb weiter.

Ein Klick zum Glück

Sechs Jahre lang ließ man diesen Comic in einer Schublade schlummern, ehe man ihn übersetzte. Die Erstveröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino« erfolgte am 19. Januar des Jahre 2016, anschließend wurde er in Italien noch in mindestens zwei weiteren Publikationen abgedruckt. Um es vorwegzunehmen: Es wurden somit in kurzen Zeitabständen gleich mehrere Veröffentlichungen durch ihn ruiniert. Der Originaltitel des 25 Seiten langen Dreireihers lautete »Paperino last minute«, was man mit »Donald Duck in letzter Minute« übersetzen kann. Er wurde von Fabio Michelini geschrieben und von Luciano Gatto gezeichnet.

Worum geht es?

Donald Duck zerstreitet sich aus verschiedenen Gründen nacheinander mit Dussel, mit seinem Arbeitgeber und mit Daisy. Anschließend bereut er seine Worte und wünscht sich, es gäbe etwas, mit denen man Affekthandlungen wieder rückgängig machen könnte. Kurzerhand geht er zu Daniel Düsentrieb und lässt sich etwas erfinden, das ihm an einer solchen Stelle helfen könnte.

Spoiler

Das Ergebnis von Düsentriebs Schaffen ist die »Freu.n.din«, eine umgebaute Fotokamera, mit der man die soeben vergangene Minute komplett wieder löschen kann. Wenig später beleidigt Donald nach dem Überfahren einer roten Ampel einen Polizisten und kommt um die Strafzahlung herum, indem er den Wutanfall wieder rückgängig macht, den er dem Schutzmann zunächst vor die Rübe knallt. Auch bei einem Wurstwarenhändler funktioniert der Apparat. Donald freut sich zunächst, dann aber belasten ihn neue Sorgen: Der Frühjahrsputz bei Daisy steht an, die Sauerkirschernte bei Dorette (wie passt das zeitlich zu einem Frühjahrsputz!?) sowie das Abarbeiten der Schuldenliste bei Dagobert. Kurzerhand fährt Donald zu Daniel und wünscht sich von ihm einen Apparat, der analog zur »Freu.n.din« nicht die letzte Minute, sondern die Zukunft verändern kann. Daniel benötigt sieben Tage für die Entwicklung, innerhalb derer Donald die ganzen Arbeiten dann doch erledigen muss. Anschließend präsentiert der Erfinder ihm die »Fei.n.din«, einen Apparat, der die kommende Minute eliminieren kann ... wie auch immer ihm das dabei etwas nützen soll. Donald legt sich anschließend auf eine Hängematte und drückt den Apparat sechzig Mal, um einen Termin bei Dagobert zu überbrücken. Danach erfährt er von seinem Onkel, dass der Geldspeicher in Schieflage geraten ist. Als er zu dem Gebäude aufblickt, rollt es gerade den Berg herunter und zerstört ein Haus nach dem anderen. Dann fällt Donald von der Hängematte: Er hatte die Szene nur gerträumt. Der Geldspeicher schwankt auch außerhalb des Traumes, hält aber seine Position, und da das schiefe Gebäude viel mediale Aufmerksamkeit bekommt, erhält Dagobert kostenlose Werbung. Bitte was!? Donald geht wieder zu Daniel, der ihm eine dritte Kamera präsentiert, die alle Schwierigkeiten von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie die Probleme des Charakters seines Besitzers ausgleichen kann. Donald lehnt ab, gibt auch die beiden ersten Geräte an den Erfinder zurück und verschwindet.

Ihr findet, dass unsere Beschreibung irgendwann in der Mitte aufgehört hat, einen Sinn zu ergeben? Ehrlich gesagt haben wir nach einigen Seiten auch nicht mehr ganz verstanden, was uns das alles sagen sollte und wie die einzelnen Fragmente zusammenpassen.

Die Einschätzung

Auf Seite 126 wird der Geldspeicher als »Gelspeicher« bezeichnet. Pomadig ist der Comic trotzdem nicht, das passende Wort ist eher »hanebüchen«. Die grundsätzliche Idee ist ohnehin schon fragwürdig, die Umsetzung sogar eine ziemliche Katastrophe. Spätestens in dem Moment, in dem Donald die »Fei.n.din« bekommt, geht jegliche Logik die Gumpe hinunter. Dass dann auch noch eine Deus-ex-machina-Traumsequenz eingebaut worden ist, treibt den Irrsinn auf die Spitze. Das hier ist - bei allem Respekt für die Arbeit, die solch ein Comic gewiss macht - purer Nonsens. Witzig oder spannend ist es auch nicht. Und dass Donald ohne Augenzwinkern bereit ist, den Lauf der Welt für seine niederen Ziele zu beeinflussen, stellt ihn als furchtbar unsympathische Figur dar. Daniel Düsentrieb, der ohne großes Nachdenken (Genie?) einfach umsetzt, was ihm aufgetragen wird, ohne dass er die potenziellen Gefahren moralisch hinterfragt, steht ihm nur wenig nach. Und was soll überhaupt der Titel »Klick zum Glück«? Seit wann »klickt« man eine Video- oder Fotokamera an? So kam es, dass am Ende eine Mitarbeiterin auf die Schulnote Vier geklickt hat, während jeweils zwei Testleser die Noten Fünf und Sechs angeklickt haben. Summa summarum ergab dies die Durchschnittsnote 5,2. Ein ganz dürftiges Machwerk, bei dem man sich fragt, wie man auf die Idee kommen konnte, es würde sich lohnen, sie ins Deutsche zu übersetzen.


Wie fandet ihr "Ein Klick zum Glück"?
1
 
 261 (61,6%)
Schulnote 6
2
 
 59 (13,9%)
Schulnote 5
3
 
 48 (11,3%)
Schulnote 4
4
 
 26 (6,1%)
Schulnote 1
5
 
 23 (5,4%)
Schulnote 3
6
 
 7 (1,7%)
Schulnote 2
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz