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  Die Entenanalyse: Ein Hinweis zu viel
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Inzwischen haben wir schon gut zwei Drittel des aktuellen Lustigen Taschenbuchs gelesen, das die Nummer 515 und den Titel »Die Cyberbrille« trägt und seit dem 2. Januar zu bekommen ist. Nach einem schwachen Auftakt hat sich das Buch auf einem ordentlichen Niveau eingependelt, wozu auch die zuletzt von uns analysierte Story »DoppelDuck: Spion oder Spieler?« beigetragen hat, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es im Entenhausener Kommissariat mit Inspektor Issel und seinem Kollegen Steinbeiß weiter.

Ein Hinweis zu viel

Der Comic ist gerade mal ein Jahr alt: Er wurde am 24. Januar des Jahres 2018 erstmals im italienischen Wochenmagazin »Topolino« veröffentlicht. Der Originaltitel des 32 Seiten langen Dreireihers lautete »Marta il troppo stroppia«, was zu Deutsch grob mit »Zu viel des Guten, Marta« übersetzt werden müsste. Geschrieben wurde die Story aus der Reihe über das Dezernat für Vermisstenfälle von Giorgio Salati, für die zeichnerische Umsetzung war Francesco D'Ippolito verantwortlich.

Worum geht es?

Die junge Nichte eines Großindustriellen wird entführt, und ein Lösegeld von 50.000 Talern wird gefordert. Kommissar Hunter weißt Inspektor Issel, Steinbeiß und Fiona Fox an, sie zu finden.

Spoiler

Issel und Steinbeiß sehen sich in der Villa des reichen Industriellen um. Dort kommt ihnen die Gouvernante der Entführten verdächtig vor. Diese war schwer genervt von Marta, wie die junge Dame heißt, da sie ihr immer die »Millimuhs« hinterherräumen musste, womit extrem teure Sammelfigure gemeint sind. Obendrein hat die Frau eine Vorstrafe als Diebin. Sie behauptet allerdings, sich normalerweise prima mit der Entführten zu verstehen. Auf Martas (angeschalteten) Computer finden Issel und Steinbeiß zwei Adressen, die die Entführte an dem Tag aufsuchen wollte, an dem sie abhanden kam. So gelangen die Ermittler zu einer Lokalbesitzerin namens Polly, die mit Marta befreundet war, jedoch von ihr beleidigt wurde und sich mit ihr gestritten hat. Obendrein gelangen sie zum Entenhausener Footballfeld, wo einer der Spieler behauptet, sich blendend mit Marta zu verstehen, bis ein Paparazzi den Polizisten die Information zusteckt, dass es sich bei ihm um den einstigen Freund der Entführten handelt und sich die beiden kurz zuvor im Streit getrennt haben. Alle drei Verdächtigen werden vorerst verhaftet, es wird jedoch nichts Belastendes gegen sie gefunden. Inspektor Issel zählt in der Nacht dann jedoch einige ganz andere Indizien zusammen: In Martas Schuhschrank fehlte nicht ein Paar Schuhe, sondern zwei, eine große Millimuh-Figur war nicht da und hatte die Größe des vermeintlichen Entführers, und die neuesten Millimuh-Fanartikel kosteten ausgerechnet 50.000 Taler. Fiona Fox findet heraus, dass auf dem Konto von Marta gähnende Leere herrscht. All das lässt nur einen einzigen Schluss zu: Marta hat ihre Entführung vorgetäuscht und mit der Haushälterin, der Ladenbesitzerin und dem Footballer Streits provoziert, um den Verdacht auf sie zu lenken. Mit dem Lösegeld wollte sie sich den neuesten Millimuh-Schnickschnack kaufen. So ist es dann auch tatsächlich. Marta landet im Gefängnis, ebenso aber auch die Gouvernante, die zwischenzeitlich zugegeben hat, Familiensilber gestohlen zu haben.

Die Einschätzung

Eine positive und eine negative Auffälligkeit vorweg: Im Notizbuch der entführten jungen Dame stoßen Steinbein und Issel auf zwei Adressen, und eine davon ist die Kleinbonum-Straße. »Kleinbonum« ist eines der Lager rund um das kleine gallische Dorf aus den Asterix-Comics, so dass hier eine schöne kleine Hommage eingebaut wurde. Der zwischenzeitlich ausgerufene Football-Schlachtruf von Fiona Fox endet indessen mit »TOOOR!«, was auf dem Footballfeld logischerweise absolut nichts zu suchen hat. Das sollte sich inzwischen eigentlich auch schon bis zu den Übersetzern von Disney-Comics herumgesprochen haben.

Doch kommen wir zum eigentlichen Fazit: Wer unsere Analysen verfolgt, der wird wissen, dass wir nicht die allergrößten Fans der Kombination aus Inspektor Issel und Steinbeiß sind. Daran wird zwar auch dieser Comic hier nichts Grundlegendes ändern, aber man kann eigentlich nicht umhinkommen, ihn zu loben. Das war ein ziemlich gut gestrickter Comic-Kriminalfall, der all das beinhaltete, was man sich darunter vorstellt: Klassische Ermittlungsarbeit, Cyber-Ermittlungsarbeit, falsche Fährten & Co. sowie eine vergleichsweise überraschende Auflösung - genau so muss das ausschauen. Zwar gibt es hie und da kleine Aussetzer, etwa als erläutert wird, dass sich die Polzei bei nur einem Verdächtigen auf eben diesen konzentiert hätte, bei drei Verdächtigen jedoch über den Tellerrand schaut, doch da der Rest gut funktioniert (was ergibt das für einen Sinn?), kann man ohne weiteres darüber hinwegsehen. Am Ende entschieden sich zwei unserer Mitarbeiter für die Schulnote Zwei, und dreimal wurde eine Drei vergeben. Somit landeten wir in der Summe beim Durchschnittswert 2,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz