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  Die Entenanalyse: Ein harter Brocken
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Endspurt ist angesagt: Seit einigen Tagen lesen wir die Comics des 519. Lustigen Taschenbuchs, das vor ziemlich genau einer Woche erschienen ist und den Titel »Die Bestie von Duckenburgh« trägt. Nachdem wir zuletzt den Panzerknacker-Comic »Piraten im Netz« thematisiert hatten, der halbwegs in Ordnung war, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt, sind nur noch zwei Geschichten übrig. In der ersten der beiden stehen die Inspektoren Issel und Steinbeiß im Mittelpunkt.

Ein harter Brocken

Etwas mehr als zwei Jahre hat diese Geschichte auf dem Buckel. Das 28 Seiten lange Werk wurde am 25. Januar des Jahres 2017 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt und trug damals den Titel »Manetta, Rock Sassi e il caso Brickwall«, was man mit »Issel, Steinbeiß und der San-Felsco-Fall« übersetzen kann, wobei »San Felsco« der im Lustigen Taschenbuch gewählte Name für ein Dorf ist. Der Comic stammt von Matteo Venerus, die zeichnerische Arbeit erledigte Roberto Vian. Im Lustigen Taschenbuch 516 hatte es übrigens einen Comic namens »Steinharter Brocken« gegeben, sonderlich kreativ sind die Übersetzer hier also nicht ans Werk gegangen.

Worum geht es?

Während es im Entenhausener Kommissariat aufgrund eines Banküberfalls drunter und drüber geht, schauen Issel und Steinbeiß in aller Seelenruhe eine Fernsehreihe über übernatürliche Phänomene. Dort sehen sie, dass die »magischen Steine« des texanischen Örtchens San Felsco nach und nach geraubt werden, und dass vermutet wird, »außerirdische Riesen« würden dahinterstecken. Steinbeiß stammt passenderweise aus San Felsco, und so fahren er und Issel nach Texas, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Spoiler

In San Felso treffen sie auf Steinbeiß' Großonkel Steve, der sich gerade mit Reportern angelegt hat, die aufgrund des Fernsehberichts in dem Dorf unterwegs sind und alles fotografieren, was ihnen vor die Linse gerät. Viel ausrichten kann Steve gegen die Journalisten nicht, da diese unter dem Schutz des (nicht sehr vertrauenserweckend aussehenden) Sheriffs stehen. Issel und Steinbeiß gehen nachts der Vermutung nach, Steve könne hinter dem Verschwinden der Steine stecken, werden aber rasch eines Besseren belehrt. Steve erzählt ihnen, dass er einst selbst die Geschichte erfunden hatte, in San Felsco gäbe es magische Steine, weil es ihm in dem Ort zu öde war und er für Aufmerksamkeit sorgen wollte. Nach und nach war ihm aber der Wirbel zuviel geworden, und so war es ihm eigentlich ganz recht, dass sich alles bald wieder beruhigt hatte. Dass es nun plötzlich wieder so viel Trubel gibt, stößt ihm hingegen übel auf. Issel und Steinbeiß fragen Steve, ob es im Ort jemanden gibt, dem es heute in San Felsco zu öde sein könnte, und der durch den Diebstahl der Steine das gleiche erreichen wollen könnte, das Steve einst vorhatte. Steve vermutet, es könne sich um einen jungen Mann namens Jannis handeln. Nachts spürt man diesem nach, und tatsächlich wird er als Räuber der Steine identifiziert. Daraufhin tauchen auch die Reporter, der Sheriff und andere Einwohner des Ortes auf. Sie wollen Issel und Steinbeiß mit Waffengewalt zwingen, die Sache nicht publik werden zu lassen, da sie in der Geschichte eine Chance für ihren Ort sehen. Während sie ihre Drohungen äußern, lässt Steinbeiß sein Smartphone mitlaufen und zeichnet alles auf, so dass es einen Beweis gibt, dass die Story mit den diebischen außerirdischen Riesen nur erfunden war.

Die Einschätzung

Wer unsere Artikel zu den Comics aus dem Lustigen Taschenbuch regelmäßig verfolgt, der wird bereits wissen, dass wir nicht die allergrößten Fans der Issel- und Steinbeiß-Comics sind. Issel funktioniert als absonderlicher und sich selbst überschätzender Sidekick der Micky- und Hunter-Comics perfekt, trägt unserer Meinung nach aber nicht als Hauptfigur, und Steinbeiß ist auch nicht gerade ein Garant für Must-Read-Comics. Auch »Ein harter Brocken« ändert nicht sehr viel an dieser Ansicht. Humoristisch wirkt hier sehr viel erzwungen und nicht wirklich amüsant, insbesondere dann, wenn in »San Felso« Gags mit Steinbezug gemacht werden, etwa dann, wenn ein Mamorkuchen aus echtem Mamor kredenzt wird. Der Versuch, eine familiäre texanische Hintergrundgeschichte für Steinbeiß aufzubauen, kommt aus dem Nichts und verfehlt aufgrund des mangelnden Charismas der Figur ihre Wirkung. Und was die Storyline angeht, so hat diese zwar gute Ansätze, aber wie der wahre Täter dann aufgespürt wird, geht einfach ein Stück zu leicht. Kurzum: Ein Comic, der nicht lange in Erinnerung bleiben wird. Aber womöglich sind wir wegen unserer Abneigung gegenüber den Issel- und Steinbeiß-Comics auch zu sehr mit Vorurteilen angefüllt. Am Ende gab einer unserer Mitarbeiter dem Comic die Note Drei, dreimal wurde eine Vier vergeben, und eine Mitarbeiterin entschied sich für die Note Fünf. So landeten wir am Ende beim Durchschnittswert 4,0.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz