Diese Website nutzt Cookies, nähere Infos finden Sie hier. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. 
44.848 REGISTRIERTE BUCHBEWERTER
Wir grüßen unseren neuesten User »vaaston54«!
  START   NEWS   BÜCHER   AUTOREN   THEMEN   VERLAGE   BLOGGER   CHARTS   BUCH FEHLT SUCHE:  
  Die Entenanalyse: Ein Fantastilliardär auf Abwegen
Werbung:
Seit einigen Tagen lesen fünf Helfer unserer Webseite die Comics des aktuellen Lustigen Taschenbuchs, nämlich der Nummer 539, die den Titel »Zurück am Tatort Entenhausen« trägt und seit dem 10. November zu bekommen ist. Zuletzt thematisierten wir einen Panzerknacker-Comic, der nett gezeichnet war, aber einige erzählerische Lücken aufwies. Die Analyse von »Unruhe in der Unterwelt« könnt ihr nach wie vor an dieser Stelle lesen. Nun ging es mit einem Dagobert-Duck-Kurzcomic weiter.

Ein Fantastilliardär auf Abwegen

Als wir vor einigen Jahren die »Entenanalyse« einführten, hatten wir festgelegt, dass wir nicht jeden Comic der Lustigen Taschenbücher thematisieren würden, sondern nur solche, die mindestens zehn Seiten lang sind. »Ein Fantastilliardär auf Abwegen« schrammte haarscharf daran vorbei, nicht analysiert zu werden, denn er ist genau diese zehn Seiten lang. Die Story wurde am 27. Februar 2019 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht und hieß damals »Zio Paperone prende l'autobus«, was zu Deutsch »Onkel Dagobert nimmt den Bus« bedeutet. Geschrieben wurde die Geschichte von Pietro Zemelo, für die zeichnerische Umsetzung war Giovanni Rigano verantwortlich.

Worum geht es?

Dagobert möchte in den Milliardärsklub gefahren werden, doch Butler Baptist hat seinen freien Abend. Donald hat auch keine Zeit, da er direkt nach dem Münzenpolieren zu einem Laden von Klaas Klever gehen möchte, der den ersten hundert Kunden des Tages ein kostenloses »Hey-Phone« geben wird. Donald empfiehlt Dagobert daraufhin, den Bus zu nehmen.

Spoiler

Da er nur ein Uralt-Handy besitzt, kann Dagobert nicht auf eine Verkehrs-App zurückgreifen, sondern muss sich von Donald den Weg zum Milliardärsklub auf Papier zeichnen lassen. Dagobert steigt in den Bus, wo sich die Leute über ihn lustig machen, da sie ihm nicht glauben, dass er der reichste Erpel der Welt ist, da dieser (ihrer Meinung nach) niemals Bus fahren würde. Zu allem Überfluss vergisst Dagobert, ein Ticket zu kaufen. Nachdem er verpasst, an der richtigen Haltestelle auszusteigen, strandet er am anderen Ende von Entenhausen. Dort attackiert ihn ein Hund. Der Vierbeiner schreddert den Zettel mit der Wegbeschreibung und zerfleddert obendrein Dagoberts Outfit. Traurig begibt sich Dagobert zu Fuß auf den Heimweg. Er stößt auf eine Menschenschlange und sieht, dass sich auch Baptist und Donald darin befinden. Sie stehen gerade wegen dem »Hey-Phone« an. Der Verkäufer hält Dagobert für einen der Anstehenden und drückt ihm das hundertste und letzte Gratis-Telefon in die Hand. Nachdem er zuvor die ganze Zeit nicht erkannt wurde, wird er nun als Dagobert Duck identifiziert, woraufhin sich die Leute darüber lustig machen, dass er sich im Shop der Konkurrenz bedient hat. Wütend verjagt Dagobert seinen Neffen und seinen Butler.

Die Einschätzung

Ihren besten Moment hat die Geschichte gleich zu Beginn während der Interaktion von Dagobert und seinem Butler, nämlich in Form des aufrichtigen Schocks, als Dagobert erkennt, dass Baptists Bitte um einen freien Abend gar nicht als der Scherz gemeint war, für den er ihn hielt. Die Einstiegsdialoge von Dagobert und Baptist in ihren gemeinsamen Comics sind fast jedes Mal gelungen. Der Rest ... nun ja, darüber kann man leider nicht mehr sehr viele lobende Worte verlieren. Dass Dagobert hier als vollkommen unbeholfener Greis dargestellt wird, der weder eine Nummer auf einem Schild lesen und richtig interpretieren kann, noch weiß, dass man zum Busfahren eine Fahrkarte benötigt, löst eigentlich nur Kopfschütteln aus. Kaum ein optischer Gag will zünden, und nachdem es schon vor zwei Monaten ein ganzes Lustiges Taschenbuch zum Thema Smartphone gegeben hatte, ist das Thema vorerst auch langsam mal verbrannt. Hinzu kommen einige zeichnerische Entgleisungen, so sieht Donald beispielsweise auf der zweiten Seite in jedem einzelnen Panel verquer aus, und das ist auch nicht damit zu erklären, dass er darauf einen Sandwich kaut. Kurzum: Wieder kein guter Comic, und so ist seine Kürze das einzige Positive, was man dazu schreiben kann. Jeweils einer unserer Mitarbeiter entschied sich für die Noten Drei und Vier, während die übrigen drei nur die Note Fünf für »Ein Fantastilliardär auf Abwegen« vergeben konnten. So stand am Ende der Durchschnittswert 4,4 zu Buche.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz