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  Die Entenanalyse: Ein Fall für Detektiv Duck - Garantiert unverträglich
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Fünf Geschichten aus dem aktuellen Lustigen Taschenbuch, das die Nummer 509 und den Titel »Extrem erfrischen!« trägt und seit dem 17. Juli zu bekommen ist, hat unser Mitarbeiter-Quintett nun schon gelesen. Auf den ersten wirklich guten Comic mussten wir bis hierhin noch warten. Die letzte von uns gelesene Story, ein zwölfseitiger Kommissar-Hunter- und Inspektor-Issel-Comic namens »Ein Gast zum Gernhaben«, war allenfalls mäßig, wie ihr an dieser Stelle noch einmal nachlesen könnt. Nun ging es mit einem Kriminalfall für Detektiv Duck weiter.

Ein Fall für Detektiv Duck: Garantiert unverträglich

Der 34 Seiten lange Dreireiher ist knapp zwei Jahre alt, denn seine Erstveröffentlichung erfolgte am 20. September des Jahres 2016 im italienischen Magazin »Topolino«. Das gute Stück hieß damals »Invito a cena con delizia«, was zu Deutsch offenbar »Wir laden Sie mit Freude zum Abendessen ein« bedeutet. Da macht »Garantiert unverträglich« schon einen etwas besseren Eindruck. Ersonnen wurde die Geschichte von Vito Stabile, für die Zeichnungen war Carlo Limido zuständig.

Worum geht es?

Detektiv Donald Duck wird von Margot Mascarpone, der Tochter eines Sternekochs, um Hilfe gebeten. Ihr Vater verhält sich seit einigen Tagen eigenartig zerstreut und gedankenverloren, was sich in der Qualität seiner Arbeit in seinem Sternerestaurant niederschlägt. Duck soll deshalb mit seiner Assistentin Dolly losziehen und herausbekommen, was den Mann bedrückt.

Spoiler

Während Dolly den zerstreuten Restaurantchef in ein Gespräch verwickelt, untersucht Donald dessen Büro und stellt fest, dass dieser negative Kritiken gesammelt hat, die ein Szene-Beobachter namens Manni Motz verfasst hat. Dessen schlechte Kommentare haben schon mehrere Restaurants ruiniert. Manni Motz wird in Kürze Mascarpones Restaurant testen, doch wie Donald durch ein Telefonat erfährt, hat ihn der Küchenchef selbst eingeladen, wodurch es keinerlei Sinn ergibt, dass ihn der Besuch so panisch macht. Später hört sich Donald in einer Kneipe um und erfährt dort, dass Manni Motz vor seiner Zeit als Restaurantkritiker erst als Theaterkritiker unterwegs war. Unter anderem hat er durch eine schlechte Kritik die Karriere eines Mannes namens Ingo Immergram ruiniert, und dieser muss sich seitdem als Straßenclown mit schlechten Witzen durchschlagen. Mit eben jenem Clown stößt Donald wenig später zusammen, woraufhin ein Zettel mit einem vorbereiteten Gag zu Boden fälllt, der sich auf den geplanten Besuch von Manni Motz bei Mascarpone bezieht (von dem Immergram nichts wissen konnte) und der obendrein ein Süßungsmittel erwähnt, das kürzlich aus einem Labor gestohlen wurde. In eben jenem Labor erfährt Donald etwas später, dass »Zuckotam« seltsame Nebenwirkungen haben kann. Unter anderem führt es zu einem nicht enden wollenden Lachkrampf, wenn es in eine Schokotorte gebacken wird. Eben eine solche ist das Gericht, das Mascarpone für Manni Motz vorbereitet hat. Donald und Dolly stürmen daraufhin zum Restaurant, doch sie kommen zu spät: Motz hat bereits ein Stück Torte gegessen und der Lachanfall hat begonnen, während Ingo Immergram hinzukommt und triumphierend Sprüche klopft. Dolly schaltet daraufhin über ein Grammophon ihre Lieblingsmusik an, und die traurigen Töne beenden den Lachanfall von Motz. Durch einen Melonenwurf wrid der verbrecherische Clown endgültig zur Strecke gebracht. Mascarpone gesteht, dass er in Immergrams Auftrag das Zuckotam in die Torte hineingebacken hat, da er von ihm erpresst wurde. Eine schlechte Kritik durch Manni Motz hatte er indessen nie zu befürchten gehabt, da dieser das Essen in dem Restaurant liebt. Immergram kommt ins Gefängnis, und die Detektei Duck wird durch Mascarpones Tochter mit zahlreichen Talern entlohnt.

Die Einschätzung

Wenn man etwas an der Geschichte als Tiefpunkt bezeichnen möchte, dann die Tatsache, dass die Lieblings-Musikerin von Donalds Assistentin von »Molly McTears« in »Marlene Müller« umgetauft wurde und eine Entenhausener Version von Helene Fischer darstellen soll, die ihren Hit »Atemlos mitten am Tag« schmettert. Dass man nicht mal im friedlichen Lustigen Taschenbuch von Frau Fischer verschont bleibt, ist unschön, zumal deutscher Schlager überhaupt nicht zum sonstigen Flair der Geschichte passt. Angesichts der Kleidung der Einwohner dürfte diese nämlich eher in den vierziger oder fünfziger Jahren spielen. Ansonsten kann man allerdings wenig Schlechtes über die Geschichte schreiben, und bis hierhin war sie eindeutig der beste Comic, den dieses Lustige Taschenbuch aufgeboten hat. Er ist - sieht man einmal von ein paar hintergrundlosen Panels ab - größtenteils schön gezeichnet, ist für seine 34 Seiten durchaus verstrickt und komplex, wartet mit ein paar anständigen Einfällen auf und ist vor allem auch ziemlich unterhaltsam. Kleiner Nebengedanke: Die Witzchen von Donald und Ingo Immergram werden hier als miserabel dargestellt, allerdings entsprechen sie zu einhundert Prozent genau der Art Witze, die seit Jahrzehnten auf der Witzeseite des Micky Maus Magazins abgedruckt werden. Darüber sollten die Verantwortlichen des Magazins womöglich mal nachdenken. Vom Comic waren wir jedenfalls recht angetan, und so gaben ihm jeweils ein Mitarbeiter die Noten Eins und Zwei, und dreimal wurde die Schulnote Drei vergeben. Summa summarum ergab sich dadurch am Ende der Durchschnittswert 2,4.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz