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  Die Entenanalyse: Ein Butler macht Urlaub
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Schon fünf Geschichten, die im Lustigen Taschenbuch 512 abgedruckt wurden, haben wir gelesen. Der Band heißt »Duckenstein« und ist seit dem 9. Oktober im Handel. Zuletzt thematisierten wir den ältesten darin verarbeiteten Comic, nämlich »Der Superheld in uns«, und wir kamen zu einem mittelmäßigen Fazit, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Nun ging es mit Dagobert Ducks Butler Baptist weiter.

Ein Butler macht Urlaub

Der dreißig Seiten lange Dreireiher ist anderthalb Jahre alt, er wurde am 26. April des vergangenen Jahres in der 3205. Ausgabe des italienischen Comicmagazins »Topolino« veröffentlicht. Damals trug die von Vito Stabile geschriebene und von Umberto Fizialetti gezeichnete Geschichte »Zio Paperone e il maggiordomo partenopeo«, was man mit »Onkel Dagobert und der neapolitanische Butler« übersetzen kann.

Worum geht es?

Mit der Behauptung, es würde eine Konferenz der »Vereinigung ehrbarer Butler« anstehen, fordert Baptist, für einige Tage von der Arbeit in Dagobert Ducks Geldspeicher freigestellt zu werden. Der reichste Erpel der Welt reagiert wütend, doch er lässt ihn ziehen. Tatsächlich gibt es keine Konferenz, vielmehr hat sich Baptist auf diese Weise nur den Urlaub ergaunert, der ihm sonst nie zugestanden worden wäre. Die Zeit nutzt er, um zu seiner Tante Evalotte in Neapel zu reisen. Dummerweise erhält Dagobert Duck zeitgleich das Angebot, eine hoch angesehene Pizzeria in Neapel zu übernehmen, und so setzt er sich ebenfalls in einen Flieger gen Italien.

Spoiler

Baptist wird von seiner Tante, die sehr lecker kochen kann und heimlich für den Restaurantleiter der erwähnten Pizzeria schwärmt, gut durchgefüttert. Da sie Zutaten für eine Pizza benötigt, geht Baptist auf den Markt, wo er Dagobert erspäht. Er verkleidet sich und entgeht somit dessen Blicken. Aus einer Straßennische beobachtet er durch Zufall auch noch Gundel Gaukeley und hört, dass diese vorhat, verkleidet in die Pizzeria zu gehen, um Dagobert den Glückszehner zu stehlen. Natürlich möchte Baptist dies verhindern, also überzeugt er seine Tante, mit ihr die Pizzeria zu besuchen. Dort mischt er sich unter die Mitarbeiter. Maskiert bedient er unter anderem Dagobert Duck, vor allem aber wirft er eine mit extrem viel Knoblauch bestückte Pizza auf die Frau, die er für die verkleidete Gundel hält, da er davon ausgeht, dass Hexen und Knoblauch eine unmögliche Kombination sind (haben die Comicmacher da nicht Hexen und Vampire verwechsel?). In Wirklichkeit ist die Frau jedoch eine Schauspielerin und gleichzeitig die beste Kundin des Restaurants, die nun nie wiederkommen will. Durch den entstandenen Trubel entlarvt Dagobert, dass Baptist unter der Maske steckt. Baptists Tante unterhält sich indessen erstmals richtig mit dem Restaurantleiter, und nachdem sie sich über ihre Leidenschaft fürs Kochen ausgetauscht haben, werden sie ad hoc zu einem Paar. Nun will Toni Tortellini das Restaurant nicht mehr verkaufen, weswegen Dagobert noch wütender auf Baptist wird, den er für die Entwicklung verantwortlich macht. Baptist flüchtet, und Dagobert jagt ihm hinterher. Abschließend sieht man noch die verkleidete Gundel, die in einer ganz anderen Pizzeria vergebens auf Dagoberts Auftauchen wartet: Sie hat sich im Restaurant geirrt.

Die Einschätzung

Unsere Meinung zum 511. Lustigen Taschenbuch war gehörig schlecht, wie wir euch vor vier Wochen berichtet hatten. Damals hatte uns nur ein einziger Comic überzeugt, nämlich die Baptist-Geschichte Der Börsenmagier. Diese überzeugte durch ihre Warmherzigkeit und war eine Art Loblied auf Dagobert Ducks Butler, seine Bodenständigkeit und seine Verbundenheit zu seinem Chef. Entsprechend waren wir schon ziemlich gespannt auf diesen Comic hier, und leider kam er nicht an die Qualität der damaligen Geschichte heran. Mehr noch: Baptists Verhalten ist hier streckenweise genau konträr zu seiner damaligen Charakterzeichnung. Das empfanden wir beim Lesen schon als ziemlich schade. Gerade dass er Dagobert anlügt, ist eigentlich ein schreiberisches No-Go. Betrachtet man »Ein Butler macht Urlaub« komplett ohne Bezugnahme auf »Der Börsenmagier«, dann macht auch diese Geschichte durchaus etwas her, und keinesfalls ist sie so mies wie sie in der Disney-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. bewertet wird, wo sie zu den am schlechtesten eingestuften Disney-Comics überhaupt zählt. Hier steckten schon ein paar ganz ordentliche Gags drin, die eingeflochtene Liebesgeschichte war auch nett. Allerdings war das alles eben auch in erster Linie nur darauf hingeschrieben, ein paar Gags abzufeuern, und das wirkte ein wenig dünn. So kam es, dass sich am Ende jeweils ein Mitarbeiter unserer Seite für die Noten Zwei und Drei entschied, die Vier wurde doppelt vergeben, und eine Mitarbeiterin gab dem Comic die Note Fünf. Somit landeten wir summa summarum beim Durchschnittswert 3,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz