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  Die Entenanalyse: Dufte Geschäfte
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Am 23. April ist mit der Nummer 519, die den Titel »Die Bestie von Duckenburgh« trägt, ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, und wir lassen es von fünf Mitarbeitern unserer Webseite nach und nach lesen. Bisher war es ein Auf und Ab - zwei der von uns gelesenen Comics waren unterirdisch, zwei waren durchaus lesbar. Die zuletzt von uns thematisierte Geschichte »Der Herr der Hähne« gehörte zur letzteren Kategorie, auch wenn sie nicht überragend war, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Mit Dagobert Duck ging es weiter.

Dufte Geschäfte

Es handelt sich um eine dreißig Seiten lange Story, die am 6. September des Jahres 2016 erstmals im italienischen Wochenmagazin »Topolino« abgedruckt wurde. Sie wurde damals von Giulio D'Antona erdacht und von Lucio Leoni zeichnerisch umgesetzt. Der Originaltitel lautete »Zio Paperone e i venti dell’ispirazione (monetaria)«, was man mit »Onkel Dagobert und die (finanziell) inspirierenden Winde« übersetzen kann.

Worum geht es?

Bekanntlich hat Dagobert Duck ein goldenes Näschen. Dieses nutzt er, um morgens auf das Dach seines Geldspeichers zu steigen und mittels eines von Daniel Düsentrieb konstruierten »Duftfängers« zu erschnüffeln, wo in Entenhausen die besten kommenden Geschäfte versteckt sind. Nun aber funktioniert die Nase plötzlich nicht mehr: Er hat eine Überdosis geschäftsfreundlicher Stimulantien inhaliert. Um sich zu erholen, muss er die Stadt verlassen.

Spoiler

Gemeinsam mit Baptist begibt sich Dagobert in die Provinz. Kaum ist er dort angekommen, nimmt er in der inspirierenden frischen Brise erste Geschäftsgelegenheiten wahr. Schon bald hat er ein florierendes kleines Lebensmittel-Liefergeschäft aufgebaut. Nach einiger Zeit stellt er ein paar Jungs ein, die für ihn das Business weiterführen. Er selbst will nach Entenhausen zurückkehren und den inspirierenden Dorfwind einfach »mitnehmen«. Dazu konstruiert ihm Daniel Düsentrieb einen gewaltigen »Windschlucker« an seinem Geldspeicher, der die komprimierte Landluft aus dem Umland Entenhausens absaugt. Das Gerät funktioniert ... allerdings zu gut: Da die neue Luft über Entenhausen strömt, werden alle Einwohner plötzlich enorm geschäftstüchtig und machen einen großen Reibach. Dadurch ist Dagoberts natürlicher Vorsprung gegenüber seinen Mitmenschen dahin. Er will den Windschlucker daher abschalten, doch der Bürgermeister untersagt es. Im Laufe der Zeit zeigt sich, dass nicht nur die unbescholtenen Bürger der Stadt neuen Geschäftssinn entwickelt haben, sondern auch die Verbrecher. Unter anderem die Panzerknacker, die sich als Inspektoren für Windmaschinen in den Geldspeicher einschleichen. Gerade als sie Dagoberts Geld einsacken, hat das Verbrechen in der Stadt so sehr überhand genommen, dass der Bürgermeister sein Okay für die Abschaltung des Windschluckers gibt. Baptist schaltet die Maschine in den Rückwärtsgang, wodurch das gestohlene Geld aus den Overalls der Panzerknacker geblasen wird. Die Panzerknacker werden verhaftet. Dass Dagobert durch die Abschaltung der Maschine wieder am Ausgangspunkt angelangt ist, an dem seine Nase versagt hatte, wird nicht weiter thematisiert.

Die Einschätzung

Nun ... die grundlegende Idee, dass sich bietende geschäftliche Gelegenheiten über den Wind wahrgenommen werden können, ist natürlich schon ziemlich weit hergeholt. Allerdings ist das bekanntlich eine Prämisse, mit der man im Duck-Universum schon seit Jahrzehnten klarkommen muss, schließlich hat Dagobert Duck im Laufe der Zeit schon so manchen Schatz erschnüffelt. Daher nehmen wir das einfach mal so hin. Betrachtet man losgelöst davon die Geschichte, so steckt hier schon ein ordentlicher Unterhaltungswert drin. Einige Sprüche - siehe die »Überdosis geschäftsfreundlicher Stimulantien« - treffen das Humorzentrum einfach sehr gut, und die Storyline ist definitiv mal etwas anderes als das, was einem sonst geboten wird. Auf seine irrsinnige Weise ist das Erzählte sogar ziemlich schlüssig. Dass nicht jeder Gag gelingt, wiegt nicht weiter schlimm. Giulio D'Antona scheint beispielsweise keine Veganer zu mögen und konnte es sich nicht unterdrücken, dies in einen eher beleidigenden statt amüsanten Spruch zu verpacken. Am Ende überwiegt auf jeden Fall der positive Eindruck durch die vielen schlauen Einfälle, die hier zusammengeflochten wurden. Zwei Mitarbeiter unserer Seite gaben dem Comic daher die Note Zwei, dreimal wurde eine Drei vergeben. Summa summarum landeten wir dadurch hier beim Durchschnittswert 2,6.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz