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  Die Entenanalyse: DoppelDuck - Element 109
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In den vergangenen Tagen haben wir damit begonnen, die Geschichten des 503. Lustigen Taschenbuchs von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen zu lassen, die eigentlich schon viel zu alt dafür sind. Nach dem katastrophalen Auftaktcomic wurde es in Form der Micky-Maus-Story »Der unbezwingbare Berg«, die wir für euch an dieser Stelle analysiert haben, etwas besser, wenngleich sie nicht ganz die Erwartungshaltung erfüllen konnte, die andernorts im Internet geschürt wurde. Nun ging es mit einer Geschichte um Agent DoppelDuck weiter, was nicht unbedingt das allerbeste Vorzeichen war, denn unter uns befindet sich kein richtiger Fan dieser Reihe.

DoppelDuck: Element 109

Die Geschichte stammt aus dem Jahre 2014, was bedeutet, dass sie bei den deutschsprachigen Veröffentlichungen der Reihe bis dato offenbar übergangen wurde. Die Erstveröffentlichung erfolgte am 28. Januar 2014 im italienischen Magazin »Topolino« unter dem Titel »Elemento 109«, der - wie jeder sehen kann - das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel. Die Story des Comics wurde von Marco Bosco verfasst, für die Zeichnungen war Paolo De Lorenzi zuständig. Die deutsche Ausgabe des dreißig Seiten langen Dreireihers erfolgte im Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 503, das seit dem 30. Januar 2018 zu bekommen ist und den Titel »Auf die Piste, fertig, los!« trägt.

Worum geht es?

Donald Duck wird in seinem Alter Ego des DoppelDuck von seiner »Agentur« nach Moskau geschickt, um dort einen Koffer mit dem chemischen Element »Meitnerium« abzuholen. Mit Hilfe des Materials könnte man eine Bombe bauen, und der Diktator von Schurkistan möchte das Meitnerium deshalb in seine Finger bekommen. Die Übergabe scheitert, da DoppelDuck nicht auf seine Verbindungsperson, sondern auf feindliche Agenten trifft. Zum Glück wird er von Kay-K gerettet, die auf persönlicher Mission unterwegs ist. Die beiden machen anschließend gemeinsame Sache.

Spoiler

Der private Grund, aus dem Kay-K in der Stadt ist, wird durch ihren Vater Abel Konnery personifziert: Kay-K befürchtet, dass er vom schurkistanischen Diktator angeheuert wurde, um das Meitnerium zu beschaffen. Tatsächlich finden sie ihn (mit Hilfe eines Peilsenders) jedoch gefesselt vor: Die Schurkistaner haben ihn geschnappt und nun als Köder benutzt, um auch DoppelDuck und Kay-K gefangen zu nehmen. Die feindlichen Agenten drohen an, Kay-K zu erschießen, wenn Konnery und DoppelDuck ihnen nicht das chemische Element beschaffen. Die beiden fahren daraufhin zu einem Friedhof, auf dem Konnery das Meitnerium einige Zeit zuvor verbuddelt hat. In einem Koffer bringen sie es zu den Schurkistanern und arrangieren einen Austausch: Sie geben den Koffer ab, dafür sollen die Bösewichte Kay-K wieder freigeben. Der Austausch läuft scheinbar wie geplant ab, doch es gelingt DoppelDuck, den Koffer unbemerkt gegen einen zweiten Koffer auszutauschen, der mit Steinen vollgepackt ist. So bleibt das Meitnerium in der Obhut der »Agentur« und kann nicht zum Bombenbau eingesetzt werden. Kay-K und ihr Vater sind derweilen wieder vereint ... zumindest bis sie sich an einem Flughafen voneinander verabschieden.

Die Einschätzung

Interessant an dem Comic ist, dass Moskau darin namentlich benannt und auch optisch dargestellt wird, jedoch immer nur von »Schurkistan« die Rede ist und nicht von Russland. In der Geschichte wird niemals klar benannt, dass mit Schurkistan auch wirklich Russland gemeint ist - es könnte schließlich sein, dass lediglich Agenten aus Schurkistan auf russischem Boden aktiv sind -, aber man kann schon davon ausgehen, dass sich die Macher bzw. der Übersetzer des Comics das sehr wohl genau so gedacht haben und nur nicht allzu sehr anecken wollten.

Die erzählte Geschichte ist für das, was sie ist - nämlich eben ein klassischer DoppelDuck-Geheimagenten-Comic - ganz gut ausgefallen. Zwar ist sie nicht allzu komplex geworden, da nahezu alles, was DoppelDuck und seine Verbündeten in die Hand nehmen, problemlos funktioniert, aber für dreißig Seiten passt das schon. Durch einen kleinen Prolog und einen kleinen Epilog, der sich mit dem Verhältnis von Kay-K und ihrem Vater beschäftigt, enthält »Element 109« sogar ein schönes rührendes Element. Nicht zuletzt muss man den Machern zugute halten, dass sie hier nicht willkürlich drauflos gearbeitet haben, sondern tatsächlich Zeit in Recherchen - insbesondere was das tatsächlich existierende Meitnerium und seine Eigenschaften angeht - investiert haben.

Was jedoch bleibt, ist unsere generelle Abwehrhaltung gegenüber der DoppelDuck-Reihe. Natürlich liegt diese in erster Linie an uns und nicht an der Qualität der Comics, aber unserer Meinung nach passt das Ganze einfach nicht so recht ins Disney-Universum. Die düsteren Zeichnungen sind zwar technisch gesehen ansprechend, wir haben aber einfach andere - fröhlichere - Vorstellungen von Disney-Comics. Gleiches gilt für die »ernsthafte« Ausrichtung der Geheimdienst-Truppe und ihrer Erlebnisse. So entschieden sich am Ende zwei Mitarbeiter, dem Comic die Note Zwei zu geben, zwei gaben ihr eine Drei, und eine Mitarbeiterin entschied sich für die Note Vier. Dies ergab summa summarum die Durchschnittsnote 2,8.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz