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  Die Entenanalyse: Die Traumfabrik
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Das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 506, das den Titel »Tatort Entenhausen« trägt und seit dem 24. April 2018 zu bekommen ist, begann mit einer ganz ordentlichen Geschichte, die für den deutschen Markt maßgeschneidert wurde, wenngleich sich uns die passende Zielgruppe nicht ganz erschließen wollte. Unsere Analyse könnt ihr an dieser Stelle nachlesen. Nun haben wir fünf Mitarbeiter unserer Webseite, die dafür eigentlich schon viel zu alt sind, den zweiten Comic aus dem Buch lesen lassen.

Die Traumfabrik

Im Gegensatz zum Auftaktcomic entstammt »Die Traumfabrik« dem italienischen Magazin »Topolino«. Dort wurde der 47 Seiten lange Dreireiher am 1. April 2014 in zwei unmittelbar hintereinander abgedruckten Teilen veröffentlicht. Damals trug die Geschichte »Topolino e la fabbrica delle meraviglie«, was zu Deutsch »Micky Maus und die Fabrik der Wunder« bedeutet. Hierzulande wurden die beiden einzelnen Hälften separat in »Der wundersame Wlad« und »Großes Kino« umgetauft. Geschrieben wurde die Geschichte von Paolo Mottura, und dieser hat sie auch gleich selbst zeichnerisch umgesetzt.

Worum geht es?

Beim Entenhausener Filmestival »Der goldene Strauß« soll der letzte Film des mysteriösen Regisseurs Wladimir Wundersam ausgestrahlt werden. Der Mann ist nach den Dreharbeiten verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Statt des Filmes wird ein alberner Slapstick-Stummfilm eingeblendet, die richtige Filmrolle wurde gestohlen. Da die unbekannten Täter die Festivalchefin Flora Flimmer gewarnt haben, die Polizei nicht einzuschalten, beauftragt diese Micky Maus, der Sache nachzugehen.

Spoiler

Unlogischerweise wenden sich Micky und Goofy zunächst an Kommissar Hunter, was die Sache mit der Verständigung der Polizei ad absurdum führt. Anschließend widmen sie sich zwei Verdächtigen: dem skrupellosen Produzenten Bodo Blond, der verhinden will, dass der Film ihn entlarvt, und Waldo Wundersam, der Neffe des verschwundenen Regisseurs, der in seinem Blog fragwürdige Kommentare abgegeben hat. Bei einem Hausbesuch bei Blond lässt sich Micky ein Autogramm geben, durch das er feststellt, dass dessen Handschrift zu den Drohschreiben passt, die Flora Flimmer auf den Tisch geflattert sind. Waldo hingegen flüchtet sofort vor Micky und Goofy und stürzt mit seinem Auto in den Hafen. Anschließend berichtet Waldo, wie er durch Flora Flimmer alles verloren hat, aber trotzdem keine Schuld trage. Nachdem Micky durch einen Anruf erfährt, dass inzwischen auch die übrigen Filme von Wlad Wundersam aus dessen Archiv gestohlen wurden, fällt Waldo in Ohnmacht. Auf Videoaufnahmen erkennt man, dass es sich um auffällig kleine Diebe handelt. Micky und Goofy können wenig später nachweisen, dass Bodo Blond und Waldo Wundersam tatsächlich hinter den Drohschreiben stecken, aber nicht für den Diebstahl verantwortlich sind. Durch einen am Tatort des Diebstahls gefundenen Fetzen kommen sie stattdessen darauf, dass sie in der »Traumfabrik«, dem ältesten Entenhausener Filmstudio, weitersuchen müssen. Dort stoßen sie auf Wlad Wundersam höchstselbst, der sich dort versteckt hält und gemeinsam mit dressierten Affen für den Diebstahl gesorgt hatte. Er will seine Werke als letzten Akt seiner Karriere zerstören, doch glücklicherweise hat Goofy rechtzeitig viele Fans von ihm zu dem Ort gelockt, die das Material vor der Vernichtung durch die Flammen retten. Nachdem alles vorbei ist, bekommt Wlad Wundersam die Chance, nochmal im Filmgeschäft durchzustarten, und er versucht, sie zu ergreifen.

Die Einschätzung

Eines muss man der Geschichte lassen: Sie wurde sehr aufwändig gezeichnet und machte in dieser Hinsicht den Eindruck, als wären viele Stunden mehr Arbeit pro Seite hineingeflossen, als es üblich ist. Allerdings ist das auch Geschmackssache, denn eigentlich sind es gerade die einfachen und aufs Wesentliche konzentrierten Zeichnungen mit überschaubaren Hintergründen, die für uns den typischen Charakter eines Lustiges-Taschenbuch-Comics ausmachen. Der Geschichte selbst kann man attestieren, dass sie mit einigen neuen Ideen aufwartet und es dem Erschaffer gelungen ist, es nicht bei einer geradelinigen simplen Story zu belassen, sondern auch ein paar falsche Fährten auszulegen und Wendungen einzubauen. Im Kern ist das Grundgerüst dann aber doch irgendwie nicht ganz neu, jedenfalls hat man beim Lesen den Eindruck, dass man das Ganze schon einige Male serviert bekommen hat, weswegen es auch von vorneherein keine große Überraschung ist, dass Wlad selbst eine gewichtige Rolle spielt und am Ende rehabilitiert wird. Letztlich lagen wir bei der Bewertung der Story weit auseinander: Jeweils ein Mitarbeiter gab dem Comic die Noten Eins und Zwei, zwei entschieden sich für eine Drei, einer für eine Fünf, so dass am Ende - wie beim Auftaktcomic - die Durchschnittsnote 2,8 zu Buche stand.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz