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  Die Entenanalyse: Die Sprache der Musik
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In den letzten Tagen haben wir euch das Lustige Taschenbuch mit der Nummer 539, das »Zurück am Tatort Entenhausen« heißt und seit dem 10. November im Handel ist, Comic für Comic vorgestellt. Wir nähern uns dem Ende mit kräftgen Schritten, so langsam gehen uns die Comic aus, und wir warten nach wie vor auf den ersten richtig positiven Aha-Moment. Der zuletzt von uns analysierte stille Dussel-Duck-Comic »Der Mentalist« war besser als befürchtet, aber weit davon entfernt, richtig gut zu sein, wie wir euch an dieser Stelle schilderten. Nun ging es mit einem Donald-Duck-Comic weiter.

Die Sprache der Musik

Der von Giorgio Figus ersonnene und von Alessandro Gottardo zeichnerisch umgesetzte Comic »Die Sprache der Musik« ist ein vierzehn Seiten langer Dreireiher, der am 26. April des Jahres 2016 erstmals im italienischen Magazin »Topolino« veröffentlicht wurde. Damals trug er den Titel »Paperino e il linguaggio della musica«, was im Grunde genommen das gleiche bedeutet wie der deutsche Titel, nämlich »Donald Duck und die Sprache der Musik«.

Worum geht es?

Während es sich Daisy auf einem Kreuzfahrtschiff gutgehen lässt, ist Donald die Aufgabe zugefallen, ihr Haus sauber zu halten. Er erledigt die lange Liste an anfallenden Aufgaben widerwillig und schlecht gelaunt, aber doch zuverlässig. Beim Staubsaugen zertrümmert er allerdings versehentlich eine gelbe Vase, die von einem Künstler namens Terry Kotta geformt worden war. Da dieser einst nur sehr wenige Exemplare geschaffen hatte, steht Donald eine schwierige Aufgabe bevor, denn er möchte eine Ersatzvase auftreiben, damit Daisy das Missgeschick nicht bemerkt und nicht wütend wird.

Spoiler

Donald zieht von einem Antiquitätenladen zum nächsten, wird jedoch nirgendwo fündig. Im letzten Geschäft erfährt er, dass ein Mann namens Otto Oberton noch ein Exemplar besitzt. Dieser soll nett, aber extzentrisch sein. Donald besucht die Villa des Mannes, wo ihm vom Butler mitgeteilt wird, dass sein Chef Angebote nur in der »Sprache der Musik« annehmen würde. Donald begibt sich daraufhin in eine Bibliothek und liest in einem Buch nach, was es damit auf sich hat. Er erfährt, dass jedes Stück der gesamten Musikgeschichte der Neuzeit einem konkret festgelegten Satz entspricht ... warum auch immer. Um »Ich biete fünfzig Taler« auszudrücken, muss man dem Adressaten beispielsweise den Schlager »Wie lieblich klingt dein Wort in meinem Ohr« vorspielen ... warum auch immer. Otto Oberton lässt sich das Angebot vorspielen und lehnt seinerseits in Form eines Schlagers ab, der den Titel »Tausend Küsse aus Venedig« trägt und »Soll das ein Witz sein?« bedeutet ... warum auch immer. Nach und nach erhöht Donald die Angebote. Am Ende ist er bereit, tausend Taler zu zahlen, doch da er die falsche Fassung des entsprechenden Schlagers mit einem anderen Arrangement wählt, bietet er versehentlich dreitausend Taler ... warum auch immer. So kommt Donald die Vase furchtbar teuer, und als Daisy aus dem Urlaub zurückkehrt, lässt sie ihn das gute Stück auch noch in den Keller verfrachten, da sie die Nase voll davon hat und sie durch eine andere Vase ersetzen möchte. Alles endet damit, dass Donald einen arglosen Passanten verjagt, da sich dieser ein Lied auf seinem Handy anhört, das in der Sprache der Musik einer Beleidigung entspricht ... warum auch immer.

Welcher Schlager entspricht in der Sprache der Musik eigentlich dem Satz »Was für ein völliger Nonsens«?

Die Einschätzung

Das Positive vorweg: Hier wurde uns eine Idee präsentiert, die uns in dieser Form noch nicht begegnet ist und die daher tatsächlich mal etwas Neues war. Das Negative: Sie war so absurd, dass es kein Wunder ist, dass zuvor noch niemand darauf gekommen ist. Mal im Ernst: Was hat man sich dabei nur gedacht? Hat ernsthaft jemand geglaubt, das wäre eine amüsante Idee, über die sich die Leser kaputtlachen würden? Wenn man unsere Analysen zu den Comics des 539. Lustigen Taschenbuchs nacheinander liest, wird man vermutlich glauben, wir wären keine sonderlich großen Disney-Fans, was aber weißgott nicht der Fall ist, denn wir haben die (guten) Comics aus Entenhausen wirklich gern. Es wird einem aber auch wirklich nicht leicht gemacht, wenn einem so etwas wie »Die Sprache der Musik« vorgesetzt wird, oder auch die übrigen Comics dieses Bandes, die wir bisher gelesen haben. Dass spezielle Musikstücke - warum auch immer - für einen speziellen Satz stehen sollen, ergibt jedenfalls keinerlei Sinn, zumal auch nicht der Versuch gestartet wurde, irgendeinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den jeweiligen Stücken und ihrer zahlenmäßigen Bedeutung herzustellen. Und noch nicht einmal die Ausgangssituation des Comics, nämlich dass Donald in Daisys Abwesenheit etwas aus ihrem Haushalt zerdeppert und für Ersatz sorgen muss, weiß zu überzeugen, denn diese Szenerie wurde in der Vergangenheit schon viel zu oft durchgekaut. Ein unterirdischer Comic also, den drei unserer Mitarbeiter mit der Schulnote Fünf bewerteten, während es von den anderen beiden die Note Sechs gab. Das bedeutet den Durchschnittswert 5,4, und man sollte dringend den Mantel des Schweigens über diese verschwendeten Seiten des Lustigen Taschenbuchs 539 legen. Oder sie für immer zukleben, das wäre noch sicherer.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz