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  Die Entenanalyse: Die sieben Sande von Cibola
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Zwei Comics sind noch übrig, dann haben wir das 521. Lustige Taschenbuch, das den Titel »50 Jahre Phantomias« trägt und seit dem 18. Juni zu bekommen ist, durchgelesen. Zuletzt thematisierten wir hier den Donald-Duck-Comic »Die Mutmuschel«, in dem Donald seinen Mund zunächst ein wenig zu voll nimmt, damit auf den Schnabel fällt, dann aber doch Heldentaten vollbringt. Wir fanden den Comic ganz ordentlich, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Weiter ging es mit der Geschichte, auf die vermutlich die meisten Leser vorab besonders gespannt waren.

Die sieben Sande von Cibola

Ein gutes Jahr haben die »sieben Sande« auf dem Buckel: Am 7. März des vergangenen Jahres erschien die Geschichte als der Höhepunkt der 3.250 Ausgabe des Wochenmagazins »Topolino«. Damals trug der 34 Seiten lange Dreireiher den Titel »Zio Paperone e le sette sabbie di Cibola«, was das gleiche bedeutet wie der deutsche Name. Geschrieben wurde er von Vito Stabile, die Zeichnungen steuerte Nicola Tosolini bei.

Worum geht es?

Dagobert ist frustriert: Er findet keine neuen Schätze mehr, hat schon alles abgegrast, und wenn er dann doch mal auf potenzielle neue Schätze stößt, gehören ihm diese bereits. Als Tick, Trick und Track erzählen, dass sie in die Wüste reisen wollen, um dort indianische Pfeilspitzen zu sammeln und diese dann zu verkaufen, wird er von neuem Tatendrang geküsst, und so reist er mit ihnen mit. In der Wüste angekommen, beginnt ein großes neues - und unerwartetes - Abenteuer für die Ducks.

Spoiler

Die Ducks finden eine Amphore, in der sich ein paar Kleinodien und eine Flasche mit Sand befinden. Bei einem Experten für Archäologie, der eine auffällige Ähnlichkeit mit Carl Barks hat, erfahren sie, dass der Fund aus den »sieben goldenen Städten von Cibola« stammt. Der rote Sand, den sie gefunden haben, ist einer von sieben Sanden, die allesamt eine spezielle magische Fähigkeit haben sollen. Ihrem roten Sand wird nachgesagt, dass er die »Macht zum Erneuern« hat. Dass dies funktioniert, überprüfen sie erfolgreich an Dagoberts ramponiertem Zylinder. Die Ducks begeben sich anschließend erneut in die Wüste, um nach Cibola zu suchen. Ihnen heften sich Klaas Klever und die Panzerknacker an die Hacken. Das bleibt nicht lange unentdeckt. Nach einem kurzen Aufeinanderprallen der beiden Gruppen kommt es zu einem Sandsturm. Als dieser abgeklungen ist, finden die Ducks mitten in der Wüste eine alte spanische Galeone, deren Bugspriet auf den Ort weist, an dem sich Cibola befinden soll. Der Ort ist verschüttet, doch mit dem roten Sand rekonstruieren sie den Zugang nach Cibola. Dort finden sie die anderen Sande und jede Menge Reichtümer. Die Panzerknacker und Klaas Klever tauchen wieder auf und attackieren sie. Dabei fallen die Ducks in einen Sand, der die Macht zum Erinnern hat, woraufhin ihnen einfällt, dass sie schon mal vor langer Zeit in Cibola waren. Sie selbst waren damals an der Zerstörung des Zugangs beteiligt. Dagobert versucht Klever und die Panzerknacker zu warnen, nicht den gleichen Fehler nochmal zu machen und mit zu großer Gier den Ort zu zerstören. Die Ganoven lassen sich jedoch nicht aufhalten. Es kommt, wie es kommen muss: Alles bricht wieder zusammen. Mit Hilfe eines Sandes, der die Macht zum extrem schnellen Rennen verleiht, entkommen sowohl die Ducks als auch die Bösewichte in letzter Sekunde. Cibola ist nun wieder zerstört, und da ihnen eine Windböe den Sand des Vergessens in die Gesichter pustet, vergessen sowohl die Ducks als auch die Bösewichte obendrein alles, was sich in den vergangenen Tagen zugetragen hat. Damit ist wieder alles beim Alten.

Die Einschätzung

Vor 65 Jahren schuf Carl Barks den Comic »Die sieben Städte von Cibola«, der zu den bekanntesten und am höchsten angesehenen Arbeiten der Duck'schen Comicgeschichte zählt. Wie es der Titel von »Die sieben Sande von Cibola« bereits andeutet, handelt es sich bei dem neuen Comic um eine Hommage an Barks' Werk, streckenweise könnte man es sogar als Coverversion bezeichnen. Und zwar eine rundum gelungene. Der damalige Comic hatte damit geendet, dass die Ducks und die Panzerknacker ihr Kurzzeitgedächtnis verloren, als ihnen Cibola praktisch auf den Kopf stürzte. Alles, was Vito Stabile hier jetzt daraus gemacht hat, ergibt einen Sinn und passt zur damaligen Story wie die Faust aufs Auge. Zahlreiche Elemente wurden auf gelungene Weise wieder verarbeitet, sie wurden auf gelungene Weise ergänzt und modernisiert, und alles wurde von A bis Z schlüssig durcherzählt. Um die eigentliche Qualität des Comics in voller Gänze aufzufassen, sollte man Barks' Geschichte am besten kurz vorher noch einmal durchschmökern - nicht nur, um den Aha-Moment der Ducks nachvollziehen zu können, sondern um die vielen kleinen Details zu erkennen, die eingearbeitet wurden. Nimmt man mal die Nostalgie und Hochachtung vor Carl Barks beiseite, ist »Die sieben Sande von Cibola« aus heutiger Sicht eigentlich sogar der etwas bessere Comic. Kein Wunder also, dass sich am Ende jeweils zwei unserer Mitarbeiter dazu entschlossen haben, das gute Stück mit den Noten Eins und Zwei zu bewerten. Eine Drei wurde einmal verliehen, und so landeten wir hier schlussendlich beim Durchschnittswert 1,8. Wir haben schon lange keinen solch guten Comic mehr im Lustigen Taschenbuch gelesen!
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz