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  Die Entenanalyse: Die Schwester der Sonne
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Ein halbes Dutzend Geschichten aus dem Lustigen Taschenbuch mit der Nummer 557, das »Spaß im Looping« heißt und seit dem 29. März im Handel ist, hat unsere fünf Testleser bereits durchgeschmökert. Zuletzt war der Comic »Rummel im Vergnügungspark« an der Reihe, in dem Donald den Streit mit seinem Nachbarn Zanker (nicht Zorngiebel!) in einen Freizeitpark verlegte. Wir empfanden die Geschichte als ziemlich belanglos, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr erweist euch bisher als etwas weniger kritisch: Während wir im Schnitt zur Schulnote 4,0 gelangten, liegt der Schnitt eurer Abstimmung bisher bei 3,62. Im Lustigen Taschenbuch folgt auf die Geschichte ein Einseiter namens »Hausputz mal anders: Saubere B-Note«, den wir aufgrund seiner Kürze nicht im Detail beleuchten. Stattdessen geht es hier nun mit Phantomias weiter.

Die Schwester der Sonne

Während der »Rummel im Vergnügungspark« satte siebzehn Jahre in einer italienischen Schublade geschlummert hatte, ließ man sich beim Übersetzen dieses Comics nicht viel Zeit: Erst am 2. und 9 Juni des vergangenen Jahres war das gute Stück im italienischen Magazin »Topolino« in zwei Teilen veröffentlicht worden. Insgesamt ist der Comic 43 Seiten lang. Er wurde von Riccardo Pesce erdacht und von Giuseppe Facciotto in (sehenswerte) Bilder gegossen. Hierzulande erhielt er mit »Das geheimnisvolle Amulett« und »Voll am Wickel« zwei Untertitel, im Original gab es keine.

Worum geht es?

Donald erhält nächtlichen Besuch von einer Mumie namens »Skarabäo«. Er soll Phantomias ausrichten, dass er ihm den heiligen Skarabäus des Pharaos Ramses beschaffen soll. Diesen hatte Phantomias einst eigentlich dem Dieb Klaas Klever abgenommen und ihn an Dagobert Duck zurückgegeben, Letzterer hat ihn jedoch offenbar nicht an seinen tatsächlichen Besitzer weitergeleitet, wie er es ihm bei der Gelegenheit versprach.

Spoiler

Nach einem Brainstorming bei Daniel Düsentrieb (inklusive wohltuender und inspirierender Kopfmassage) begibt sich Donald des Nachts als Phantomias zu Dagobert Duck und lauert darauf, dass dieser den Geldspeicher verlässt. Er geht davon aus, dass Dagobert den Skarabäus bei sich hat, und tatsächlich ist dies der Fall. Ehe Dagobert ihm das Artefakt übergeben kann, ist »Skarabäo« zur Stelle, nimmt es ihnen ab und verschwindet damit. In der »Stiftung Oldborne« erfahren Donald und Dagobert am kommenden Tag, dass der Skarabäus ein Schlüssel ist, um die »Schwester der Sonne« zu aktivieren, ein mächtiges Wunderwerk der Technik, das so viel Energie produziert, dass es in den falschen Händen die ganze Welt gefährden könnte. Die verschlossene Sonne befindet sich in der Kunstsammlung Klaas Klevers, und so stattet Phantomias dem zweitreichsten Erpel der Welt einen nächtlichen Besuch ab. Dort ist passenderweise auch »Skarabäo« zur Stelle. Phantomias offenbart dem mumifizeirten Unhold, dass er ihm gar nicht den echten Skarabäus zugesteckt hat, sondern eine von Daniel Düsentrieb hergestellte Fälschung. Im Handgemenge hatte er Original und Kopie gegeneinander ausgetauscht. In der Folgenacht versammeln sich alle Beteiligten in der Stiftung Oldborne. Auch die Mumie kommt wieder hinzu und wird von Phantomias überwältigt. Sie wird als der verkleidete Assistent des Stiftungsleiters entlarvt. Die Nichte des Stiftungsleiters entlarvt sich wenige Ausgenblicke später versehentlich selbst als dessen Komplizin. Beide werden ins Gefängnis gesteckt, während Dagobert plant, gemeinsam mit Donald eine lange Reise anzutreten und den Skarabäus wieder an seinen eigentlichen Platz zurückzubringen.

Die Einschätzung

Der Sechzigseiter »Phantomias ist wieder da!«, der 1977 im 44. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurde, gehört - nicht nur nach unserer Ansicht - zu den besten Phantomias-Geschichten überhaupt ... und eigentlich auch zur vordersten Front der Disney-Comics unabhängig von ihrem Hauptdarsteller. Dass Fragmente daraus nach einem halben Jahrhundert wieder aufgegriffen wurden, ist schon ein wenig skurril. Natürlich hat »Die Schwester der Sonne« nicht die Qualität des damaligen Comics, dafür wird die neue Geschichte (wie so oft) viel zu gehetzt erzählt und bleibt im Detail an manchen Stellen Stückwerk, anstatt ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Dennoch ist dieser Comic der beste, der bis hierhin in diesem Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurde. Der Verdacht liegt nahe, dass auch alles, was noch kommen wird, nicht heranreichen wird. Dass »Die Schwester der Sonne« besser als viele anderen Phantomias-Comics ist, die in den vergangenen Jahren im Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden, liegt vor allem daran, dass die Figur nicht mit Unfug wie Identitätskrisen oder der Suche nach Fußbällen konfrontiert wurde, sondern mal wieder das machen konnte, wofür sie geschaffen wurde und was sie am besten kann. »Skarabäo« wirkt streckenweise wie ein gelungener ebenbürtiger Gegner, und es wurde darauf geachtet, dass hier nicht einfach geradlinig erzählt wurde, sondern dass es zu ein paar Wendungen kam. Das Ende war derweilen ziemlich vorhersehbar. Zu einem überragenden Comic ist »Die Schwester der Sonne« zwar trotz seiner positiven Aspekte nicht geworden, aber da dieser Band bisher ganz schön durchwachsen war, sind wir zufrieden. Zwei Mitarbeiter entschieden sich für die Schulnote Zwei, der Rest für eine Drei, so dass wir hier im Schnitt eine 2,6 vergeben konnten.

Kleine abschließende Anmerkung noch: Die Sprechblasen des eingebauten Rückblicks auf den Comic aus dem 44. Lustigen Taschenbuch wurden abgeändert. Außerdem wurde an den Bildern ein wenig gefeilt. So rauchte der Entenhausener Bürgermeister in den siebziger Jahren noch, nun ist kein Glimmstengel mehr zu sehen.


Wie fandet ihr "Die Schwester der Sonne"?
1
 
 134 (29,3%)
Schulnote 2
2
 
 125 (27,3%)
Schulnote 3
3
 
 116 (25,3%)
Schulnote 1
4
 
 46 (10,0%)
Schulnote 4
5
 
 35 (7,6%)
Schulnote 6
6
 
 2 (0,4%)
Schulnote 5
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz