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  Die Entenanalyse: Die Riesenmieze
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In den vergangenen Tagen haben wir hier die Comics des 557. Lustigen Taschenbuchs besprochen, das »Spaß im Looping« heißt und seit drei Wochen im Handel ist. Zuletzt war der Micky- und Goofy-Comic »Was für ein Theater!« an der Reihe, dessen Thema scheinbar minimalistisch war, der sich aber als ein durchaus lesenswertes Werk entpuppte. Ihr findet unsere Einschätzung an dieser Stelle. Ihr wart nicht ganz so zufrieden wie wir: Während bei uns die Schulnote 2,6 herausgekommen war, liegt der Schnitt eurer Abstimmung derzeit bei 3,04. Nun ist Endspurt angesagt, denn ein letzter Comic blieb noch übrig.

Die Riesenmieze

Seit dem 18. Juli 2018 schmorte der Comic in einer düsteren Schublade und hoffte darauf, nicht ins Deutsche übersetzt zu werden. Dort schlummerte er seit seiner Veröffentlichung im italienischen Magazin »Topolino«, in dem er als »Zio Paperone e la minaccia del maxi gattone« abgedruckt worden war. Der Titel bedeutete »Onkel Dagobert und die Bedrohung durch die Maxikatze«. Der 34 Seiten lange Dreireiher wurde von Daniela Vetro gezeichnet, nachdem die Story von Giulio D'Antona und Jasmine Trinca in dem Versuch ausgearbeitet worden war, den Lesern zu beweisen, dass zwei Köche manchmal bereits ausreichen, um einen Brei zu verderben.


Worum geht es?

Dagobert Duck träumt schlecht. Seine Kinos laufen auch schlecht. Und dann taucht auch noch eine große Katze vor seinem Fenster auf. Was haben diese drei Sätze miteinander zu tun? Wir wissen es nicht genau und wir denken, die Erschaffer des Comics wussten es auch nicht. Und dennoch ist dies erst der Anfang einer wirren Aneinanderreihung von Story-Versatzstücken.

Spoiler

Warnung vorab: Nichts von dem, was ihr in diesem Absatz lesen werdet, wird für euch einen Sinn ergeben. Dagobert traut sich wegen der Katze zunächst nicht aus dem Geldspeicher. Dann gibt es einen Anruf vom Bürgermeister, der ihm den Befehl erteilt, den Glatzenkogel zu entkatzen. Dagobert rennt bewaffnet raus, unternimmt aber nichts. Stattdessen wird Daniel Düsentrieb herbeigerufen, um seine fachliche Einschätzung abzugeben. Diese besteht darin, dass die Katze ein Hologramm sein könnte. Oder auch nicht. Danke, Daniel. Im Traum verspricht die Katze Dagobert, dass sie ihn zum besten Kinobesitzer der Stadt machen kann, wenn er ihr einen Talisman mitbringt. Ähm. In einem überdimensionierten Wollknäuel fahren Dagobert, Donald und die Kinder daraufhin zur Katze, die sich nun nicht mehr vorm Geldspeicher, sondern auf einer Insel befindet. Hmm ... ? Die Insulaner lassen Dagobert nur zum »Katzeneinsiedler«, wenn er einen Vertrag unterzeichnet. Dieser hat irgendetwas mit Kräutern zu tun, das unerklärt bleibt. Die Kinder und Donald lernen derweilen ein Mädchen kennen, das mit seiner Kamera große Katzen projizieren kann, da darin spezielle Kristalle eingesetzt wurden. Obwohl Donald damit weiß, dass die Katze nur eine Projektion war, begleitet er Dagobert zum Einsiedler. Der bittet Dagobert um seinen Talisman. Während Dagobert seinen Glückszehner mit einem Hubschrauber einfliegen lässt, finden die Kinder in einer Höhle Gundel Gaukeleys Raben Nimmermehr. Mittels einer Riesenprojektion eines der Kinder wird Dagobert in Kenntnis gesetzt. Der Katzen-Einsiedler verwandelt sich daraufhin in Gundel Gaukeley, die sofort flüchtet, anstatt nach dem Glückszehner zu greifen. Das kleine Mädchen übergibt Dagobert ein paar Kristalle, und diese nutzt er, um die Projektoren in seinen Kinos aufzumotzen.

Was zum Teufel haben wir gerade für einen Kauderwelsch geschrieben!?

Die Einschätzung

Die »Riesenmietze« erwies sich eher als ein ziemlicher Riesenmist, denn das hier war ein Flickenteppich an Ideen, die überhaupt nicht zusammenpassten und die trotzdem zusammengenagelt wurden. Zwei Seiten über schlechte Träume, dann ein paar Seiten über schlecht laufende Kinos, dann taucht plötzlich eine Riesenkatze auf, dann wird herumgereist, dann wird ein Vertrag über Geld und Kräuter (?) abgeschlossen, dann scheint eine Art Schatzsuche zu beginnen, dann wird dies hier doch plötzlich ein Gundel-Gaukeley-Comic, und aus dem Nichts wird noch eine weitere Kino-Seite hinzugepackt, um auf Krampf eine storytechnische Klammer um den comicgewordenen Wolpertinger zu basteln, die auch nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass das alles ein ziemlicher Schmarrn war. Durch die völlige Konfusion ist an Spannung oder Unterhaltung gar nicht zu denken, und durch die früher Erwähnung des »Glücksbringer«-Begriffs wird die spätere »Wendung« der Story im Grunde genommen auch noch gespoilert. Das perfekte Sinnbild dafür, dass hier ein wirrer Eintopf gekocht wurde, in den auch wirklich alles hineinsollte, das die Küche an Zutaten bereit hielt, ist das Auftauchen von Klaas Klever im letzten Panel: In die Bildecke gequetscht vertilgt er hier noch schnell seine Melone, obwohl er bis dahin praktisch keine Rolle spielte, aber Hauptsache, man konnte nochmal irgendein weiteres Extra zwischen all den Schwampf schieben. Sorry, ganz mieser Ausklang für diesen Band - und da reiht sich auch der noch folgende Einseiter »Mit Stock, Charme und Zylinder: Gewusst wie« ein. Von unseren Testlesern gab es für die »Riesenmieze« einmal die Note Vier und jeweils zweimal die Noten Fünf und Sechs, so dass wir summa summarum beim Durchschnittswert 5,2 landeten.


Wie fandet ihr "Die Riesenmieze"?
1
 
 215 (50,9%)
Schulnote 6
2
 
 79 (18,7%)
Schulnote 5
3
 
 44 (10,4%)
Schulnote 4
4
 
 39 (9,2%)
Schulnote 1
5
 
 27 (6,4%)
Schulnote 3
6
 
 18 (4,3%)
Schulnote 2
An der Umfrage haben 422 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz