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  Die Entenanalyse: Die Reise um die Welt in 80 Klicks
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Seit knapp einer Woche ist das 520. Lustige Taschenbuch im Handel, das den Titel »85 Jahre Donald Duck« trägt und dementsprechend dem Jubiläum des ersten Auftritts von des bekanntesten Erpels der Welt gewidmet ist. Wir lassen den Band von fünf Mitarbeitern unserer Seite lesen, und zuletzt war es mit der Geschichte »Auf Härte und Niete geprüft« wieder aufwärts gegangen. Was wir zu dem Comic, in dem Donald einen elektronischen Bodyguard testet, zu sagen hatten, findet ihr an dieser Stelle. Als nächstes stand ein Comic auf dem Plan, in dem der Enten- und Mäusekosmos vermischt wurden.

Die Reise um die Welt in 80 Klicks

Sieben Jahre hat dieser Comic bereits auf dem Buckel: Am 21. August des Jahres 2012 wurde er erstmals im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. An der Erschaffung waren mehr Personen als üblich beteiligt: Stefano Ambrosio erschuf den Plot, das eigentliche Skript stammt von Alessandro Pavanelli und Roberto Gagnor, und Marco Mazzarello war für den zeichnerischen Part verantwortlich. Der 26 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Il giro del mondo in 80 click«, was ausnahmsweise exakt das gleiche bedeutete wie der deutsche Titel.

Worum geht es?

Donald und Micky helfen Goofy beim Aufräumen seines Speichers. Dabei fällt ihnen ein E-Reader (hier aus irgendeinem Grund »E-Gook« genannt) in die Hände. Offensichtlich handelt es sich um einen magischen Reader, denn Micky und Donald werden in das darin geöffnete Buch gesogen. Dabei handelt es sich um die »Reise um die Erde in 80 Tagen« von Jules Verne.

Spoiler

Im ersten Schritt befinden sich Micky und Donald auf einem Dampfschiff, auf dem sie erstmals Phileas Fogg und dessen französischen Diener Jean Passepartout begegnen. Es stürmt enorm stark. Ehe man aber erfährt, was mit dem Schiff geschieht, schaltet Goofy den Reader ein paar Seiten vorwärts, und man findet sich im indischen Dschungel wieder. Hier befreien Micky und Donald eine junge Frau, indem sie sich gemeinsam mit Fogg und Passepartout als Göttin Kali verkleiden. Als die Verkleidung kaputtgeht und die Einheimischen auf sie losgehen, schaltet Goofy einfach weiter. Nun befindet sich Donald im Würgegriff einer riesigen Schlange ... und Goofy schaltet wieder weiter. In Japan landen sie in einem Zirkus, Micky schwingt am Trapez, Donald spielt einen Clown ... und Goofy schaltet weiter. Im Wilden Westen fährt man Zug und wird von einer Gangsterbande überfallen. Die Kavallerie trifft ein ... und Goofy schaltet weiter. Schlussendlich gewinnt Phileas Fogg seine Wette, da er rechtzeitig innerhalb von achtzig Tagen um die Welt gereist ist (mit dem bekannten Datumsgrenzen-Kniff). Micky und Donald sind trotzdem weiter in der Geschichte gefangen, weswegen Goofy kurzerhand ein neues Ende in den Reader hineinschreibt. Dieses besagt, dass Micky und Donald (mit einem großen Kuchen) einfach wieder in die richtige Welt hinaustreten können, und dies funktioniert.

Die Einschätzung

An sich war der Acker hier bestellt, um eine wirklich lesenswerte Geschichte zu erzählen. Crossover-Storys wirken durch die seltene Figurenkonstellation meist frisch, durch literarische Vorlagen ist weitgehend gesichert, dass es storytechnisch nicht allzu abwegig wird, und der verwendete Zeichenstil (der ein bißchen ausschaut, als wäre alles ohne Handskizze mit PhotoShop oder Paint Shop Pro erstellt worden) ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht in dem negativen Sinne, wie es etwa bei der comicgewordenen Katastrophe Rasante Radtour der Fall war. Was dann letzlich daraus gemacht wurde, erfüllt die Erwartungen, die man angesichts des Potenzials haben könnte, leider nicht. Hier wird einfach ein Stück zu schnell durch die Szenen gehetzt, und es gibt keine vernünftigen Zwischenauflösungen, sondern es wird einfach immer schnell weitergeschaltet. Anders ausgedrückt: Hier folgt Deus ex Machina auf Deus ex Machina. Dazu zählt im Übrigen auch das Finale, das Goofy in den Reader hineingeschrieben hat (wie auch immer das gehen soll, da es kein Eingabefeld gibt, geschweige denn eine Möglichkeit zum Zeichnen des Finalbildes). Um überhaupt zu wissen, worum es geht, sollte man die Originalvorlage kennen, oder zumindest eine der zahlreichen Film- und Serienumsetzungen (schöne Grüße an Willy Fog). So war das leider ziemlich mäßig, weswegen es von einem Mitarbeiter die Note Drei, von drei Mitarbeitern die Note Vier und von einer Helferin die Note Fünf gab. Damit landeten wir schlussendlich beim Durchschnittswert 4,0.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz