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  Die Entenanalyse: Die Raubtouristen
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Vorhin haben wir damit begonnen, die Comics des 508. Lustigen Taschenbuchs zu analysieren. Dieses trägt den Titel »Einfach entspannen!« und ist seit dem 19. Juni im Handel. Losgelegt haben wir mit der Geschichte »Schatzsuche unter Palmen«, die sich als durchaus ordentlich entpuppt hat, wie ihr an dieser Stelle nach wie vor nachlesen könnt. Nach dem schwachen 507. Lustigen Taschenbuch war dies ein optimistisch stimmender Auftakt, so dass wir sogleich mit dem nächsten Comic weitergemacht haben.

Die Raubtouristen

Mit einer Länge von zwanzig Seiten ist die rund um Kater Karlo und Schnauz gestrickte Story recht kurz ausgefallen. Entnommen wurde sie der Ausgabe des italienischen Magazins »Topolino«, die am 7. Juni 2005 veröffentlicht wurde. Dass man dreizehn Jahre brauchte, ehe man sich dazu durchringen konnte, eine deutsche Version herauszugeben, stimmt einen einerseits etwas bedenklich, allerdings tut man sich bei den Comics mit untypischen Hauptdarstellern eh ein wenig schwer. Geschrieben wurde die Geschichte von Rudy Salvagnini, für die zeichnerische Umsetzung war Giampaolo Soldati verantwortlich. Der Originaltitel lautete »Gambadilegno e le vacanze intelligenti«, was zu Deutsch »Kater Karlo und die schlauen Ferien« bedeutet.

Worum geht es?

Kater Karlo befindet sich mit Schnauz auf einer tropischen Insel, wo die beiden preisgünstige Ferien in der Nebensaison machen. Karlo offenbart seinem Spießgesellen zu Beginn, dass der Urlaub nur ein Vorwand war, um vor Ort zu Geld zu kommen. Dazu hat er die etwas abgelegene Villa eines Mannes namens Paul Pinke ausgewählt, in die er mit Schnauz einbrechen möchte.

Spoiler

Mit Hilfe von technischer Unterstützung und der groben Handwerkskunst von Schnauz gelingt es den beiden Bösewichten recht locker, ins Haus einzudringen und den Tresor auszuräumen. Allerdings sehen sie auf dem Weg nach draußen, dass sich in der Nachbarvilla - die sich im Besitz von Schauspielstar Tony Tepp befindet, der eigentlich gerade in Australien verweilen soll - die Silhouette eines Mannes im Fenster abzeichnet. Kurzerhand entschließen sich die beiden, den mutmaßlichen Beobachter kaltzustellen, um in Ruhe flüchten zu können. Im Haus werden sie von einem Mann (nicht dem Schauspieler) in Empfang genommen, der sie offensichtlich für Handwerker hält, die eine neue Alarmanlage einbauen sollen. Nachdem sie darauf eingehen und ihm vortäuschen, dass dies tatsächlich stimmt, offenbart er ihnen, dass er Kontaktlinsenträger ist und vorher am Fenster stehend rein gar nichts gesehen hat. Kater Karlo und Schnauz wähnen sich deshalb in Sicherheit, doch die Polizei taucht auf und nimmt sie fest. Es zeigt sich, dass der Mann die Polizei gerufen hatte, weil er sich selbst sehr gut mit Alarmanlagen auskennt und deshalb wusste, dass die beiden Ganoven nicht das waren, was sie zu sein vorgaben. Seine Kenntnisse über Alarmanlagen rühren daher, dass es sich bei ihm um den berühnmten Autor Franz Schärzing handelt, dem Tony Tepp das Haus vorübergehend überlassen hat. Karlo und Schnauz landen im Gefängnis, wo sie von Schärzing aufgesucht werden, der sich für potenzielle neue Krimis Anekdoten aus Karlos Leben erzählen lässt.

Die Einschätzung

Dass hier auf Frank Schätzing angespielt wird, ist natürlich für eine Webseite wie die unsere bzw. für thrillerffine Comicfans ein nettes kleines Bonbon, auch wenn man mit Gewissheit davon ausgehen kann, dass es sich hier lediglich um einen kleinen Gag der Übersetzer handelt und »Franz Schärzing« in Wirklichkeit auf einen ganz anderen Autor anspielen sollte. Nichtsdestotrotz: eine nette Kleinigkeit. Recht nett ist auch die gesamte Geschichte. Mit den Storys, in denen weder Micky Maus noch einer der Ducks im Mittelpunkt steht, ist es bisweilen ja etwas schwer, sich an sie zu gewöhnen, aber hier hat es recht gut funktioniert. Die erzählte Story mag vielleicht nicht übermäßig spannend sein, doch sie ist auf eine nette Weise erzählt worden, hat genau die richtige Länge und wurde zwischendrin - insbesondere durch die Beteiligung von Schnauz - immer wieder auf eine ganz gute Weise aufgelockert. Nicht zuletzt ist sie auch noch ganz hübsch gezeichnet. Mit dem Auftaktcomic kann »Die Raubtouristen« schlussendlich nicht mithalten, doch eine unserer Mitarbeiterinnen entschied sich trotzdem für die Note Zwei, dreimal wurde die Note Drei vergeben, und einer unserer Helfer wählte die Schulnote Vier. Damit stand am Ende summa summarum im Schnitt der Wert 3,0 zu Buche. In der Disney-Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt der Comic allerdings zu den am schlechtesten bewerteten Storys überhaupt, hier scheiden sich also womöglich die Geister.
Autorentags: Frank Schätzing
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz