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  Die Entenanalyse: Die Rache des Rächers
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Seit einigen Tagen besprechen wir hier nach und nach die Comics, die im 548. Lustigen Taschenbuch abgedruckt wurden. Dieses heißt »Höher schneller weiter!« und ist seit dem 20. Juli im Handel. Zuletzt thematisierten wir hier den fürchterlichen Dussel-Duck-Comic »Ein Kursus für alle Fälle«, der - wie so oft - alle Klischees abarbeitete, die für Geschichichten mit Dussel als Hauptperson üblich sind. Unseren zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Da wir selbst bisweilen auch gehörige Dussel sind, haben wir vergessen, die Abstimmung darüber zu starten, wie gut ihr die Geschichte fandet. Inzwischen läuft das Voting jedoch, ihr findet es unterhalb des damaligen Artikels. Mit Phantomias ging es derweilen weiter.

Die Rache des Rächers

Knapp sieben Jahre schlummerte diese Geschichte in einer italienischen Schublade, ehe sie ins Deutsche übersetzt wurde. Die Originalversion erschien am 18. November des Jahres 2014 im italienischen Magazin »Topolino«. Damals hieß sie »Paperinik colpisce ancora!«, was man mit »Phantomias schlägt wieder zu!« übersetzen kann. Der 24 Seiten lange Dreireiher wurde von Gabriele Mazzoleni erdacht und von Paolo De Lorenzi in Bilder gegossen.

Worum geht es?

Donald prahlt öffentlich vor einem Zeitungskiosk mit seinem Mut und wird dann fürchterlich erschreckt, da der erste Phantomias wie aus dem Nichts auftaucht. Die Szene wurde von einer Kamera festgehalten und wird im Fernsehen ausgestrahlt, so dass Donald nun stadtweit blamiert ist. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass Gustav Gans unter der Maske des ersten Phantomias steckt: Dagobert hat das »Drei-Türme-Kastell« (auch als »Drei-Zinnen-Burg« bekannt) gekauft, das einst dem Rächer gehörte, und will es zu einer Touristenattraktion machen. Donald plant, dies zu verhindern.

Spoiler

In der Verkleidung des (aktuellen) Phantomias begibt sich Donald zum »Drei-Türme-Kastell« und sieht sich um, inwiefern er die Einrichtung zu seinen Gunsten nutzen kann. Dabei zieht er das Tagebuch des ersten Phantomias zu Rate, in dem Geheimgänge & Co. festgehalten wurden. Als Dagobert, Gustav, der Entenhausener Bürgermeister und diverse Gäste zu einer Führung durch das Kastell auftauchen, beginnt er mit der Umsetzung seines Plans. Indem er mit einem Hologramm ein Gemälde verändert, versetzt er Gustav im ersten Schritt einen mächtigen Schreck. Dann lässt er das Licht ausfallen. Als Gustav losgeschickt wird, um die Ursache für das Lichtproblem zu suchen, klettert er in eine Ritterrüstung und erschreckt ihn nochmals. Einige Zeit später plant Dagobert eine Show für seine Gäste, indem er Gustav nochmal mit dem Kostüm des ersten Phantomias auflaufen lassen will. Donald sperrt Gustav jedoch in einer Kammer ein und taucht (mit einem Nebeleffekt) selbst im Kostüm des ersten Phantomias auf. Er nimmt Dagobert Geld ab und jagt ihn und seine Gäste aus dem Gebäude. Wenig später stehen diese vor der Burg, als Donald vorbeiläuft, da er »sich schon gedacht hat, dass es Ärger gibt«. [Anmerkung: Einfallsloseste Erklärung seit Langem.] Donald geht in das Kastell, nimmt dem »Geist« des echten Phantomias das Geld ab und gibt es Dagobert unter der Auflage zurück, dass er es spendet. Als sich Dagobert weigern will, wird er vom Bürgermeister und den anderen verjagt. Donald ist derweilen durch seine »Heldentat« wieder rehabilitiert.

Die Einschätzung

In der Comic-Datenbank I.N.D.U.C.K.S. zählt »Die Rache des Rächers« zu den am schlechtesten bewerteten Disney-Comics aller Zeiten. So weit würden wir nun nicht gerade gehen, aber sonderlich gut ist die Geschichte tatsächlich nicht. Die erst vor zwei Monaten im 546. Lustigen Taschenbuch abgedruckte Story Phantomiasland, in der ein anderer reicher Mann ebenfalls bereits Geld aus der Phantomias-Marke quetschen wollte, war jedenfalls deutlich besser. Letztlich passiert hier nicht viel mehr als »Donald lässt es an Ort X spuken, alle anderen werden dadurch von Ort X vertrieben«. Für einen Phantomias-Comic ist das schon ziemlich dünn. Es wäre noch nicht einmal nötig gewesen, Donald im »Drei-Türme-Kastell« überhaupt ins Kostüm des aktuellen Phantomias zu stecken, denn die anderen sehen ihn erst, als er sich in den alten Phantomias umdekoriert. Gustav als falschen Phantomias verkleidet zu sehen, kam uns indessen auch schon gehörig bekannt vor, und insgesamt ist es einfach albern, dass sich erwachsene Erpel von ein bißchen falschen Spuk vertreiben zu lassen. Beim »Drei-Türme-Kastell« handelte es sich übrigens gar nicht um das Drei-Türme-Kastell (ursprünglich Castello delle Tre Torri), sondern um ein Gebäude, das im Original Maniero di Valle Tetra hieß. Aber wenn sich schon die Kreativität des Comicschreibers eine Auszeit nimmt, dann kann man auch beim Übersetzen mal eine ruhigere Kugel schieben. Am Ende vergab eine Mitarbeiterin die Schulnote Drei, dreimal wurde eine Vier vergeben, einmal eine Fünf, und so landete unser Testleser-Quintett im Schnitt bei einer 4,0. Tatsächlich nimmt das Lustige Taschenbuch damit langsam die Entwicklung, die man befürchten musste, wenn man sich vor der Lektüre im Internet nach den Bewertungen der zusammengestellten Geschichten umsah.


Wie fandet ihr "Die Rache des Rächers"?
1
 
 137 (34,5%)
Schulnote 2
2
 
 86 (21,7%)
Schulnote 5
3
 
 73 (18,4%)
Schulnote 4
4
 
 59 (14,9%)
Schulnote 3
5
 
 31 (7,8%)
Schulnote 1
6
 
 11 (2,8%)
Schulnote 6
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Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz