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  Die Entenanalyse: Die Polka-Platte
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Am 24. Mai ist das neueste Lustige Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 559 mit dem Titel »Eine handfeste Erfindung«. Unsere Testleser sind inzwischen in einer Stafette an Kurzgeschichten angelangt. Auf einen Achtseiter rund um Primus von Quack folgte zuletzt ein Zehnseiter, in dem Donald Duck eine Stelle als Spielzeugverkäufer annahm. Unsere Besprechung von »Der Kunde ist König« findet ihr an dieser Stelle. Einmal mehr seid ihr kritischer als wir, der Unterschied ist dieses Mal jedoch nicht so groß ausgefallen: Wir hatten die Schulnote 3,6 vergeben, bei eurer Abstimmung liegt der Schnitt derzeit bei 3,91. Die nächste Kurzgeschichte beginnt auf dem Speicher von Goofys Messie-Haus.

Die Polka-Platte

Von den Storys, die dem italienischen Magazin »Topolino« für dieses Lustige Taschenbuch entnommen wurden, ist diese hier die Jüngste: Die Erstveröffentlichung erfolgte am 1. September des vergangenen Jahres. Im Original hieß der Vierzehnseiter »Pippo e la polka del fachiro«, was man mit »Goofy und die Polka des Fakirs« übersetzen kann. Die Story wurde von Rudy Salvagnini ausgearbeitet, Blasco Pisapia goss sie in Bilder.

Worum geht es?

Auf seinem zugemüllten Dachboden findet Goofy eine Schallplatte mit der »Lauter-Polka« aus der Sammlung seines Uronkels Gooirot. Das Abspielen scheint jedoch nicht zu funktionieren - kein Ton erklingt aus Goofys Schallplattenspieler. Stattdessen bewirkt die Platte etwas ganz anderes.

Spoiler

Gemeinsam mit Micky Maus versucht Goofy, die Platte zum Klingen zu bringen. Man versucht die Nadel zu reinigen, die Platte zu polieren, nichts klappt. Am Plattenspieler liegt es jedoch nicht, denn andere Schallplatten werden problemlos abgespielt. Während sich die tonlose Platte dreht, fangen indessen Passanten an, sich gegenseitig die Wahrheit zu erzählen. Ein Junge berichtet seiner Mutter, dass er eine Vase bemi Fußballspielen zerdeppert hat, ein Mann gesteht seiner Partnerin, dass ihm Fußball lieber als Theater ist. Als sich Goofy und Micky in den Baumarkt von Rudi Ross begeben, damit er sich der Platte annimmt, kommt es zu weiteren Vorfällen dieser Art. Unter anderem gesteht Micky der hinzukommenden Minnie, dass er ihren fürchterlichen Hut katastrophal findet. Minnie gesteht ein, dass er tatsächlich unmöglich aussieht. Auch die Passanten, die sich unschöne Wahrheiten anhören mussten, zeigen sich - wie Minnie - überraschenderweise ganz zufrieden damit, dass sie nicht gebauchpinselt wurden. Als Micky erkennt, dass die Platte für das Wahrsprechen verantwortlich ist, kommen ihm offensichtlich einige gute Ideen, wie man sie einsetzen könnte. Doch zu spät: Rudi hat inzwischen erkannt, dass sich ein schwer erkennbarer Film auf der Platte befand, und er hat ihn entfernt. Nun spielt die Platte hörbar die »Lauter-Polka«, und sie entlockt niemandem mehr die ehrliche Meinung. Nun taugt sie also auch nicht mehr dazu, Schurken Geständnisse zu entlocken - genau das wäre Mickys Plan gewesen -, trotzdem sind am Ende alle zufrieden und genießen die Polka.

Die Einschätzung

Zunächst einmal etwas zum Titel: Wieso es sich im Original um die »Polka des Fakirs« handelte, erschließt sich uns nicht. Denn zum einen passen Fakire und Polka geografisch nicht ganz zusammen, zum anderen sind Fakire auch nicht gerade dafür bekannt, Leuten die Wahrheit zu entlocken. Weshalb man im Deutschen dann aber aus der »Fakir-Polka« ausgerechnet eine »Lauter-Polka« gemacht hat, erschließt sich uns noch weniger.

Storytechnisch ist die »Polka-Platte« ein harmloser Quatsch. In italienischen Foren wird der Comic vor allem für seine Referenzen an frühere Comics gelobt, doch diese wollten uns nicht so recht ins Auge springen. Vermutlich sind einige Elemente in Goofys Dachboden damit gemeint. Sie würden es allerdings auch nicht schaffen, aus einer ansonsten ziemlich belanglosen Geschichte ein Kleinod zu machen. Aufgrund seiner Kürze stört der Comic nicht sonderlich, er ist aber auch nicht richtig unterhaltsam. Optisch schwnankt er ein wenig hin und her, einigen detailreichen Bildern - etwa dem ersten Panel - stehen Merkwürdigkeiten gegenüber, etwa als sich Goofy auf den mittleren Panels auf Seite 138 zunächst scheinbar im Nichts aufstützt und dann mit dem Mund auf dem gleichen (dann aber anders gefärbten) Nichts aufschlägt. Am Ende gab es von jedem unserer fünf Testleser für den Comic die Note Vier, und somit lag der Schnitt zwangsläufig bei 4,0.


Wie fandet ihr "Die Polka-Platte"?
1
 
 134 (32,7%)
Schulnote 2
2
 
 121 (29,5%)
Schulnote 4
3
 
 63 (15,4%)
Schulnote 3
4
 
 50 (12,2%)
Schulnote 5
5
 
 23 (5,6%)
Schulnote 1
6
 
 19 (4,6%)
Schulnote 6
An der Umfrage haben 410 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz