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  Die Entenanalyse: Die Öko-Rallye
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Am 22. Juni ist ein neues Lustiges Taschenbuch erschienen, nämlich die Nummer 521 mit dem Titel »50 Jahre Phantomias«. Wir lassen es von einem Fünferpack an Mitarbeitern lesen, und mit dem Phantomias-Jubiläumscomic »Alles auf Anfang« haben wir kürzlich losgelegt. Es handelte sich um eine vergleichsweise anständige Zeitreise-Geschichte, die Hand und Fuß hatte und auch zum Geburtstag der Figur passte, denn darin ging es zurück zu dem Moment, in dem Donald zu Phantomias wurde. An dieser Stelle findet ihr unsere Einschätzung. Mit einer Wettfahrt ging es weiter.

Die Öko-Rallye

Hierbei handelt es sich um einen Comic, der etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt auf dem Buckel hat. Er wurde am 23. April des Jahres 2013 im italienischen Magazin »Topolino« erstmals veröffentlicht. Der Comic ist zweigeteilt und erhielt hierzulande die alles verratenden Untertitel »Eine schmutzige Verschwörung« und »Ein sauberer Sieg«, während es in Italien keine Untertitel gab. Dort hieß die Geschichte einfach nur »Topolino e la corsa verde«, was man mit »Micky Maus und das grüne Wettrennen« übersetzen kann. Marco Bosco schrieb das gute Stück, Carlo Limido übernahm den zeichnerischen Part. Insgesamt ist der Dreireiher fünfzig Seiten lang.

Worum geht es?

Auf Wunsch von Goofys Neffen sollen Micky und Goofy an einer Wettfahrt teilnehmen, bei der sechs Autos gegeneinander antreten, die kein Benzin benötigen. Alfons hat dafür einen mit Wasserstoff betriebenen Elektromotor konstruiert, der seinen Treibstoff selbst herstellen kann. Neben Micky und Goofy gehören zwei andere alte Bekannte ebenfalls zum Teilnehmerfeld: Kater Karlo und das schwarze Phantom wurden von einer Geheimgesellschaft - offenbar Hersteller traditioneller benzinbetriebener Autos - engagiert, um mitzufahren, die anderen Autos zu zerstören und kurz vor dem Ende liegenzubleiben, damit »Öko-Autos« vor den Augen der Welt als dysfunktional angesehen werden.

Spoiler

Das erste Auto bleibt direkt während des Starts liegen. Karlo und das Phantom fahren nur ein kurzes Stück, dann steigen sie aus, stellen ein Modell auf den Boden, vergrößern es mittels eines Holoprojektors und lassen es automatisch herumfahren, so dass sie in aller Ruhe die anderen Fahrzeuge attackieren können. Schon bald geht das zweite Auto in Flammen auf, da das Phantom einen Schuss konzentrierten Sonnenlichts auf die Solarzellen ballert, mit denen es betrieben wird. Am zweiten Tag des Wettbewerbs explodiert ein windbetriebenes Auto beim Start, wenig später läuft der Bioreaktor eines mit Algen betriebenen Fahrzeugs zu heiß. Schlussendlich stürzen auch noch Micky und Goofy in eine Schlucht, da das Phantom ihr Navigationsgerät stört. Sie bleiben auf halben Wege an einem Baum hängen und werden dann von Einheimischen gerettet. Diese entpuppen sich als nicht friedlich, sondern als Räuber. Goofy und Micky werden in eine Zelle gesperrt, wo sie auf Karlo und das Phantom treffen, die ebenfalls gefangen genommen wurden. Gemeinsam gelingt der Ausbruch. Karlo und das Phantom sorgen dafür, dass Micky und Goofy nicht weit kommen, dann fahren sie in aller Ruhe alleine weiter. Kurz vor dem Ziel wollen sie ihr Auto nun endlich zerfallen lassen, doch dann sehen sie im Rückspiegel, dass ihnen Goofy und Micky auf den Fersen sind, da sie irgendwie freigekommen sein müssen. Vom Ehrgeiz gepackt treten die Bösewichte aufs Gas, und mit einem minimalen Vorsprung gewinnen sie das Rennen. Da dies aber gar nicht der Plan war, reagieren ihre Auftraggeber entsetzt und resigniert. Da Goofys Handy durch eine glückliche Fügung den Moment aufgezeichnet hat, in dem Micky und Goofy von den beiden Bösewichten hintergangen wurden, werden Karlo und das Phantom verhaftet.

Die Einschätzung

Das große Problem an Geschichten um Autorennen oder andere Wettrennen im Disney-Universum besteht darin, dass sie praktisch immer identisch verlaufen. Es ist immer ein Team dabei, das sich aus dem üblichen Fundus an Bösewichten rekrutiert und einen Wettbewerber nach dem anderen durch Sabotage aus dem Rennen wirft, bis nur noch das Bösewicht-Team und das Hauptprotagonisten-Team übrigbleibt. Dann gibt es den Versuch, auch die »Guten« zu sabotieren, es scheint so, als würde es klappen, am Ende klappt es dann aber doch nicht. Genau das wurde hier wieder einmal 1:1 heruntergebetet. Die einzige Abweichung besteht im Auftauchen der Hillbillies, die sowohl Micky und Goofy als auch Karlo und das Phantom aufhalten. Letztlich ist dies aber nur eine kleine Zwischenetappe, die eher den Eindruck erweckt, hier sollten noch ein paar zusätzliche Seiten herausgeholt werden. Rätselhaft ist zudem, warum Karlo und das Phantom überhaupt mitfahren. Ihre Sabotageakte praktizieren sie nicht von ihrem Auto aus, denn schließlich steigen sie aus und lassen es automatisch weiterfahren, und gewinnen sollen sie auch nicht, sondern ihr Auto zerfallen lassen. Warum fahren sie also überhaupt mit, anstatt sich einfach irgendwo auf der Stecke zu positionieren und von dort aus ein Auto nach dem anderen zu zerlegen? Sehr seltsam. Dass hier versucht wurde, das Thema der erneuerbaren Energien einzuflechten, ist immerhin recht löblich, auch wenn es auch eher erzwungen hineinkonstruiert wird. Sorry, aber den Comic können wir nicht gut bewerten, denn dafür haben wir schon viel zu viele dieser Wettrennen erlebt. Dafür, dass praktisch nichts Neues geboten wurde, waren fünfzig Seiten zudem zu lang. Am Ende entschied sich ein Mitarbeiter für die Note Drei, während die Noten Vier und Fünf jeweils doppelt vergeben wurden. Damit landeten wir hier bei der Durchschnittsnote 4,2.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz