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  Die Entenanalyse: Die Obsol-Essenz
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Seit ein paar Tagen lassen wir ein Quintett an Testlesern das 555. Lustige Taschenbuch schmökern. Dieses ist am Monatsersten erschienen und heißt »Abflug auf Ski«. Nach einem mäßigen Auftakt hatte der Band zuletzt mit dem Comic »Mega-Medienrummel« seinen bisherigen Höhepunkt erreicht. Wir empfanden die Geschichte als lesenswert, wie ihr an dieser Stelle nachlesen könnt. Ihr wart sogar noch ein wenig zufriedener als wir: Bei eurer (bereits beendeten) Abstimmung ist im Schnitt die Schulnote 2,22 herausgekommen, wir hatten uns für eine 2,4 entschieden. Nun geht es mit Gundel Gaukeley weiter.

Die Obsol-Essenz

Rund anderthalb Jahre hat dieser Comic auf dem Buckel, er wurde erstmals am 16. September 2020 im italienischen Magazin »Topolino« abgedruckt. Der 24 Seiten lange Dreireiher hieß damals »Amelia e la malefica OBSOL-essenza«, was man mit »Gundel Gaukeley und die böse Obsol-Essenz« übersetzen kann. Der Comic stammt von Marco Meloni, welcher ihn nicht nur erdacht, sondern auch selbst gezeichnet hat. Im Lustigen Taschenbuch wurde er zwischen den beiden Hauptteilen des Comics »Mega-Medienrummel« platziert ... was auch immer man mit diesen Einschüben jedes Mal erreichen will. Gibt es wirklich LTB-Leser, die es bevorzugen, dass Comics durch andere Comics unterbrochen werden und die nicht erstmal vorblättern, um den einmal angefangenen Comic fertig zu lesen, ehe sie dann den Einschub nachholen?

Worum geht es?

Der neueste Versuch Gundel Gaukeleys, Dagoberts Glückszehner zu rauben - eine Auftritt in der Verkleidung eines Besenvertreters - scheitert kläglich. Ehe sie den nächsten erfolglosen Alleingang ausbaldowern kann, bekommt sie unverhofft eine Unterstützerin.

Spoiler

Bei der Unterstützerin handelt es sich um Mona Menetekel, die LTB-Leser zuletzt im Frühjahr 2020 im Comic »Pyjama-Party« (Band 532) zu Gesicht bekommen hatten. Die schluderigen Übersetzer bezeichneten sie dieses Mal als »Roberta«, was in vielen anderen Ländern und auch in Rodolfo Ciminos Original ihr Name ist, aber eben nicht im Deutschen. Mona taucht mit einem wandernden Haus am Vesuv auf und empfiehlt, eine neue Taktik anzuwenden: Gundel soll den Geldspeicher nicht mehr direkt angreifen, sondern ein nebensächliches Ziel, und dann soll sie Dagoberts Ablenkung nutzen, um zuzuschlagen. Dabei soll die »Obsol-Essenz« zum Einsatz kommen, ein von Mona erschaffenes Elixier, das sämtliche technische Geräte demoliert. Die beiden Frauen schmuggeln sich in ein Lager von »Duck Elektronik« und besprühen dort sämtliche Geräte. Nachdem diese an den Mann gebracht wurden, geben sie sofort den Geist auf, als versucht wird, sie erstmals zu benutzen. Die Folge sind lange Schlangen wütender Kunden an den Rückgabestellen der Duck'schen Geräte. Während der zornige Dagobert seine Fabriken aufsucht, landen die beiden Hexen mit dem wandernden Haus auf dem Geldspeicher und schnappen sich den Glückszehner. Dagoberts Hexen-Abwehrsystem wird mit der Obsol-Essenz außer Gefecht gesetzt. Ehe die Hexen abdampfen können, taucht Dagobert auf und feuert mit seiner Flinte einen letzten verzweifelten Fluss in Richtung des wandernden Hauses. Er trifft nicht das Haus, aber ein Fläschchen Obsol-Essenz. Dieses ergießt sich über die Steuerung des Hauses, das daraufhin unkontrolliert losrennt. Der Glückszehner stürzt dabei zu Boden und landet in Dagoberts Händen. Das Haus kommt schlussendlich in einem Wald zum Stehen, wo Mona mit den Reparaturarbeiten beginnt, während Gundel deprimiert beschließt, ihre nächste Niederlage zu planen.

Die Einschätzung

Dass solche Sachen wie das Vergessen der Übersetzung des Namens von Mona Menetekel geschehen, ist zwar bezogen auf den Inhalt an sich nicht weiter schlimm, aber trotzdem ist es einfach ärgerlich, denn es vermittelt den Eindruck, dass die Macher des Lustigen Taschenbuchs weniger bei der Sache sind und weniger Herzblut investieren als ein durchschnittlicher Disney-Fan. Wenn man als Übersetzer schon nicht erkennt, wen man da vor sich hat, dann sollte man sich wirklich mal die eine Minute Zeit nehmen, die es kosten würde, nachzusehen.

Die Geschichte selbst empfanden wir hingegen als ganz nett. Sicher ist sie nicht der allergrößte Wurf, und natürlich haben sich Gundel Gaukeleys Versuche, den Glückszehner zu erringen, im Laufe der Jahrzehnte gehörig abgenutzt, aber hier wurden zumindest mal wieder einige neue Ideen probiert. Dass schlussendlich alles durch den Einsatz einer Schusswaffe aufgelöst wird, ist zwar natürlich ein wenig fraglich, aber dass es letztlich darauf hinausläuft, dass die Obsol-Essenz zum Bumerang wird, ist auch eine nette Idee gewesen. So haben wir hier einen Comic, der zwar vermutlich nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird, für seine 24 Seiten aber durchaus eine anständige Portion Unterhaltungswert hat. Nett gezeichnet ist er auch weitgehend, sieht man mal von ein paar Entgleisungen in Baptists Gesicht ab. Am Ende entschied sich ein Mitarbeiter unserer Webseite für die Schulnote Zwei, drei vergaben eine Drei, und eine Mitarbeiterin eine Vier. Damit landeten wir hier beim Durchschnittswert 3,0, also dem gleichen, den wir bereits an Der mysteriöse Mitreisende vergeben hatten.


Wie fandet ihr "Die Obsol-Essenz"?
1
 
 93 (26,1%)
Schulnote 5
2
 
 91 (25,5%)
Schulnote 6
3
 
 59 (16,5%)
Schulnote 3
4
 
 55 (15,4%)
Schulnote 4
5
 
 37 (10,4%)
Schulnote 2
6
 
 22 (6,2%)
Schulnote 1
An der Umfrage haben 357 Benutzer teilgenommen.
 
 
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz