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  Die Entenanalyse: Die Mutmuschel
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Vor ziemlich genau einer Woche ist das 521. Lustige Taschenbuch erschienen. Es trägt den Titel »50 Jahre Phantomias« und wird von fünf Mitarbeitern unserer Seite Comic für Comic gelesen. Zuletzt haben wir hier das fiese Machwerk »Der Klub der Aristokraten« thematisiert, bei dem es sich um den schlechtesten LTB-Comic seit langer Zeit handelte und bei dem wir uns gefragt haben, wie man überhaupt auf die Idee kommen konnte, ihn jetzt noch zu übersetzen, nachdem man die deutschsprachigen Leser anderthalb Jahrzehnte vor einer Übersetzung verschont hatte. Den zugehörigen Artikel findet ihr an dieser Stelle. Im Lustigen Taschenbuch ging es anschließend mit einem Einseiter namens »Haarsträubend« weiter, bei dem der Name Programm war und den wir aufgrund seiner Kürze hier nicht näher besprechen. Stattdessen machen wir mit dem Donald-Duck-Comic »Die Mutmuschel« weiter.

Die Mutmuschel

Abgesehen von der Titelgeschichte, die speziell für dieses Lustige Taschenbuch geschrieben wurde, handelt es sich um den jüngsten Comic dieses Bandes. Er wurde am 4. Juli des vergangenen Jahres im italienischen Magazin »Topolino« erstveröffentlicht. Damals lautete der Titel des 26 Seiten langen Dreireihers »Paperino e il segreto degli impavidi«, was man mit »Donald Duck und das Geheimins der Furchtlosigkeit« übersetzen kann. Die Geschichte stammt von Gabriele Mazzoleni und wurde von Luciano Gatto in Bilder verwandelt.

Worum geht es?

Donald und Daisy besuchen eine (seltsame) Show des »unerschrockenen Uwe«. Dieser will seinen Mut demonstrieren, indem er von einem Sprungbrett in ein Becken mit gefährlichen Haien springt. Donald prahlt, er könne das gleiche tun. Als er beweisen soll, dass dies nicht nur hohles Gerede ist, bekommt er jedoch schon beim Aufstieg zum Sprungbrett kalte Füße. Von da an wird er als Lachnummer angesehen. Nun gilt es, diesen Ruf wieder loszuwerden.

Spoiler

Beim betrübten Herumtrotten auf Entenhausen Straßens begegnet Donald Primus von Quack. Dieser erzählt ihm von einer seltenen Muschel, die einst berühmten historischen Persönlichkeiten gehörte und diesen den Mut verlieh, den sie für ihre größten Erfolge brauchten. Nun soll diese Muschel am Entenhausener Strand liegen. Kurzerhand begibt sich Donald zum Strand und findet tatsächlich die besagte Muschel. Fortan ist er tatsächlich mutig: Er hilft Kindern, deren Fußball von einem Grundstück zu retten, auf dem ein gefährlicher Hund unterwegs ist, und er springt in der Show des »unerschrockenen Uwe« tatsächlich ins Haifischbecken. Fortan ist er für seinen Mut stadtbekannt. So kommt es, dass ihn der Bürgermeister bittet, ein Monster zu verjagen, das Entenhausens Berge unsicher macht. Ehe es losgeht, bekommt der unerschrockene Uwe mit, dass Donalds neuer Mut an der Muschel liegt, und er stiehlt das gute Stück. Als Donald darüber in Panik gerät, beruhigt ihn Primus: Die Geschichte mit der Muschel war frei erfunden, er wollte nur sein Selbstvertrauen aufpolieren. Tatsächlich steckte der Mut die ganze Zeit in Donald selbst. Donald begibt sich also in die Berge, und er trifft tatsächlich auf das Monster ... und auf Uwe, der das Tier gerade gestellt hat. Uwe beichtet ihm, dass die Haie in seinem Haifischbecken nur verkleidete Delfine waren und er selbst nur bedingt mutig ist, weswegen er die Muschel an sich genommen hat. Donald und Uwe stellen fest, dass das Monster eigentlich nur ein abgerichteter Tanzbär ist, der aus dem Zirkus entlaufen ist und sich so lange in Schlamm gewälzt hat, bis man ihn nicht mehr erkennen konnte. Die beiden bringen den Bären zurück und schmücken anschließend die Geschichte des Einfangens so aus, als hätten sie eine Heldentat vollbracht. Dummerweise erschrickt Donald kurz darauf vor einem Plüschtier, und so ist sein guter Ruf schnell wieder dahin.

Die Einschätzung

Nach dem fürchterlichen Comic über den »Klub der Aristokraten« und dem nicht minder dümmlichen Einseiter über Dussels Haare war es eine wahre Wohltat, einen Comic wie diesen hier zu lesen. Nun ist es natürlich nicht die allerneuste Idee, dass Donald hier mit seinem Mut prahlt, damit erst auf die Nase fällt, dann einen Höhenflug erlebt und am Ende wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird, aber manchmal ist es eben auch ganz nett, die erprobten Ideen in einem leicht abgewandelten Gewand aufs Neue zu lesen. So hat man hier eine nette Geschichte, bei der es Spaß macht, Donald über die Schultern zu schauen und ihm bei seinen Abenteuern zu folgen, und bis zum Ende wird eine fröhliche und schlüssige Geschichte zum Zurücklehnen erzählt. Fragwürdig sind allenfalls Kleinigkeiten, so ist Daisys Wankelmütigkeit in Bezug auf das männliche Geschlecht, ihre Meinung über Donald und ihr allzu schnelles Schmachten für attraktive oder prominente Erpel jedes Mal aufs Neue zum Stirnrunzeln und entspricht irgendwie nicht so ganz dem Frauenbild, das im Jahre 2019 noch den kleinen Lesern vermittelt werden sollte. Aber das hat man in anderen Geschichten schon in viel schlimmerer Ausprägung erlebt. Am Ende entschied sich ein Mitarbeiter unserer Seite für die Note Zwei, die anderen vergaben jeweils eine Drei, so dass wir summa summarum beim Durchschnittswert 2,8 herauskamen.
 
Autorin der Meldung: Heike Dzemski  •  Hinweise für Autoren, Verlage & Co.  •  Leseproben vorstellen  •  Impressum  •  Datenschutz